Made in Germany – Industrie 4.0: Hightech gegen Tradition

Intelligente Fabriken, Roboter, 3-D-Drucker: die Arbeitswelt verändert sich dramatisch. Viele Menschen fürchten, nicht Schritt halten zu können, Schulen und Berufsschulen hinken hinterher. Wie bereiten Firmen ihre Mitarbeiter auf den Wandel vor?
Mit vielen Beispielen:

 

Schichtwechsel Die Roboter übernehmen Wissenschaft, Umwelt, Technologie ARTE Future

Wir befinden uns mitten in einer Revolution: „Industrie 4.0“ ist das dazu gehörige Schlagwort. Politik und Wirtschaft kündigen einen radikalen Wandel an, der nicht nur die Produktion in den Fabriken in einem nie dagewesenen Ausmaß verändern wird. Roboter und Computeralgorithmen rütteln an den Grundfesten der bisherigen Arbeitsgesellschaft.

Roboter-Küche der Zukunft – Tech-Talk – Welt der Wunder

Coole Kaffee-Gadgets: so versüßt Euch die Koffeinbrause den Start in den Tag. +++ Vom Kühlschrank zum Allrounder: die smarten Geräte können weit mehr als nur Lebensmittel kühlen. +++ Und: Die Küche der Zukunft: schon bald werden Roboter unsere Mahlzeiten zubereiten.
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Roboter als Ärzte und Sprachlehrer

In der Arbeitswelt von morgen operiert der Arzt ferngesteuert mit der Hilfe eines Roboters. Und Kinder werden nicht von Lehrern, sondern von Maschinen mit künstlicher Intelligenz unterrichtet. Zukunftsvisionen werden Stück für Stück wahrLängst ist die Forschung auf dem Weg unsere Arbeitswelt ins 21. Jahrhundert zu bringen. Der Vorteil: Robotertechnik will Fehler minimieren und Zeit und Geld einsparen. Das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrttechnik in Oberpfaffenhofen hat einen Operationsroboter entwickelt, der von einem Arzt ferngesteuert wird.

Die CIA hat in Frankfurt eine Hackergruppe stationiert, um Computerangriffe gegen Ziele in Europa, Afrika und dem Nahen Osten vorzubereiten. Die Bundesregierung weiß mit den gestrigen Wikileaks-Enthüllungen bisher nichts anzufangen und betont, dass sie uns, also der Öffentlichkeit, eh nicht mehr dazu sagen möchte. Darüber informiere man ausschließlich das parlamentarische Kontrollgremium. Ob man sich solche Praktiken von US-Freunden verbietet, will Regierungssprecher Seibert auch nicht verraten…. Ausschnitt aus der BPK vom 8. März 2017 Quelle: jung und naiv

Big Data – einfach erklärt.Der Film beleuchtet die Chancen der Erhebung und Auswertung von Massendaten
Big Data – Revolution in allen Lebensbereichen
Die Macht der Algorithmen – Zufälle gibt es nicht ?Die Macht der Algorithmen: Wer wird der nächste Fußballweltmeister? Wann kommt die nächste Finanzkrise? Wo passiert die nächste Revolution? Mathematiker und IT-Spezialisten können die Zukunft… Fraktale
VERKEHRAugen zu und auf die Autobahn Von BERNHARD HONNIGFORT Hände weg vom Lenkrad! Ab jetzt übernimmt das Auto.  Foto: picture alliance / dpaSieht so die Zukunft aus? Roboterautos kutschieren uns, während wir lesen oder Kaffee trinken? Wissenschaftler sind vom autonomen Fahren überzeugt – offen bleiben ethische Fragen, etwa nach dem Schuldigen bei einem Unfall.Leonie ist zurück. Eine Halle, ein VW Passat, eine Menge Kabel, die von überall in den Kofferraum führen, junge Männer an Bildschirmen, die Zahlenkolonnen und Kurven betrachten. Leonie hat etwas zu erzählen. Leonie hat gesehen, gemessen, erfahren, aufgezeichnet. Ein Datenberg muss jetzt raus und ein neuer mit Korrekturen und Verbesserungen rein. Leonie, ein grauer Passat Diesel, war gerade auf Tour. Im Kofferraum türmen sich Rechner und Messgeräte, auf dem Dach und an den Stoßstangen sind Laser, Scanner, Kameras, Radargeräte montiert. Leonie ist ein Roboter, der seit dem 8. Oktober 2010 selbstständig seine Kreise dreht auf dem Braunschweiger Stadtring. Bei gutem und schlechten Wetter, wann auch immer. Zur Sicherheit sitzt noch ein Mensch hinterm Lenkrad, wenn Leonie auf Tour geht und sich unter lebendige Autofahrer mischt. Aber Leonie kommt eigentlich ganz gut allein zurecht. Sie hat 22 021 Kilometer unfallfrei hinter sich gebracht und ist ein kräftiger Vorgeschmack auf die Zukunft. „Was Leonie kann, ist schon mal nicht schlecht“, sagt Gerrit Bagschik leicht untertreibend. Er ist einer der Betreuer, 28 Jahre alt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Regelungstechnik der TU Braunschweig. Sein Spezialgebiet: Sicherheit designen. Was ist nötig, wie lässt es sich programmieren? Wie kriegt man das Chaos auf deutschen Straßen so in den Griff, dass eine Blechschachtel mit Platinen und Chips im Inneren damit fertig wird? Der junge Mann gehört zu den vielen klugen Köpfen unter den Autobauern, Informatikern, Ingenieuren und Elektronikern auf diesem Planeten, die gerade dabei sind, fast alles, was wir uns bisher unter einem Auto vorstellten, auf den Kopf zu stellen. Bagschik und seine Kollegen in Stuttgart, München, Wolfsburg, Ingolstadt oder Silicon Valley verwandeln gerade den guten alten Kraftwagen in einen motorisierten PC, in dem der Mensch Passagier ist und die Finger vom Lenkrad lässt, wenn überhaupt noch eins eingebaut ist.Soweit Theorie und Zukunft. Klingt ja auch nicht schlecht: Entspanntes und intelligentes Gefahrenwerden. Das Auto cruist immer mit der richtigen Geschwindigkeit, es bremst vernünftig und beschleunigt angemessen, es sinkt natürlich der Energieverbrauch. Keine Stinkefinger, kein Vogelzeigen, Roboter regen sich nicht über andere Roboter auf. Keine Knöllchen. Staus und Unfälle waren einmal, die künftigen Leonies kennen ihren Weg. Schöne neue Autowelt. Nichts ist mehr so, wie es generationenlang war seit jenem Tag im Jahr 1888, als Hertha Benz mit ihren beiden Söhnen in einem dreirädrigen Vehikel 106 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim knatterte. Wenn man glauben darf, was Daimler, VW, BMW, Tesla oder Google seit Monaten verkünden, dann geht nicht nur das Zeitalter der Benzin- und Dieselmotoren dem Ende entgegen. Sie werden langsam aber sicher dem Elektroantrieb Platz machen. Viel dramatischer: Das Auto selbst nimmt bald die Dinge in die Hand. Es übernimmt die Verantwortung, es fährt, man wird gefahren. Man döst, das Auto passt auf, es fährt autonom, kann alles besser, weiß alles besser. Angeblich sei es schon Ende dieses Jahres so weit, behauptet der kalifornische Elektroautostar Elon Musk von Tesla. BMW hat gerade verkündet, 2021 in seinen Fahrzeugen autonomes Fahren möglich machen zu wollen. Daimler hat eine Teillizenz für autonomes Fahren in Nevada und tut sich gerade mit dem amerikanischen Unternehmen Uber zusammen, wo man vom Taxi ohne Fahrer träumt. Daimler-Chef Dieter Zetsche spricht von der „Neuerfindung der Mobilität“ und davon, sein Konzern wolle eine entscheidende Kraft dieses Wandels sein. „Es wird so kommen“, sagt Gert Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Schon aus Umweltgründen. „Wenn uns unser Planet nicht egal ist, müssen sich die Verhältnisse ändern.“ Sicher nicht so schnell, wie Tesla meint, aber in 20 oder 30 Jahren spätestens. Mit „es“ meint er den Elektroantrieb, automatisiertes Fahren und daran gebunden: neue Verkehrskonzepte wie Sammeltaxis, die man per Smartphone bestellt. Neue Chancen für Leute in entlegenen Dörfern, für Gehbehinderte und Blinde. Die Dinge kommen ins Rutschen. „Ein Paradigmenwechsel“ stehe an, meint Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Teure Autos können heute schon Abstände zum vorausfahrenden Wagen messen oder per Handy-App in eine Parklücke manövriert werden. Sie können selbstständig auf Autobahnen fahren, sie bremsen, wenn plötzlich ein Hindernis im Weg ist und warnen den Fahrer, wenn er am Steuer einzuschlafen droht. In der Autoindustrie spielt sich für den VCD-Experten Lottsiepen gerade ab, was er schon einmal erlebte, als Speicherchips den guten alten Film in der Fotografie ablösten: „Plötzlich war er weg. Das ging ruckzuck.“ Ab 2030 gehe wegen des Klimaschutzes nichts mehr ohne Elektroantrieb. Und weil Elektromotoren im Gegensatz zu Benzin- und Dieselantrieben kinderleicht und hochautomatisiert zu bauen seien, kämen aggressive neue Anbieter wie Google und Tesla ins Spiel, die ganz anders dächten als deutsche Autobauer bislang. Enormer Druck baut sich auf. „Wenn die deutsche Autoindustrie an ihren alten Konzepten festhält, wird es ihr wie Kodak oder Nokia ergehen“, prophezeit Lottsiepen. „Was sich andeutet, ist spannend und faszinierend“, schätzt Marion Jungbluth den Umbruch ein. Sie leitet das Team Mobilität und Reisen beim Bundesverband Verbraucherzentrale in Berlin. „In zehn oder zwanzig Jahren werden wir das autonome Fahren in Deutschland haben“, sagt sie. Für sie gibt es viele Gründe, das Lenkrad langfristig einem Rechner zu überlassen: „Wir haben immer noch 3400 Verkehrstote pro Jahr in Deutschland. Das ist doch unvorstellbar“, sagt sie. Automatisiertes Fahren sei einfach sicherer. Ein Computer wird nicht müde, kennt keinen Stress, trinkt kein Bier, nimmt keine Drogen, lässt sich nicht provozieren. Außerdem, sagt sie: „Schauen Sie sich den Verkehr hier in Berlin an. Macht das noch Freude, hier selbst zu fahren? Oder über Stunden monoton auf einer Autobahn?“ Institut für Regelungstechnik, sechster Stock. In der Luft das Surren von kleinen Elektromotoren. Einige Räume sehen aus wie Kinderzimmer: Straßen sind auf den Linoleumboden aufgemalt mit Abbiegepfeilen und Zebrastreifen, kleine Schilder stehen an Kreuzungen. Die Kollegen von Gerrit Bagschik probieren aus, was ihre schuhkartongroßen Computerautos können und was nicht. Überall liegen Schaumgummimatratzen, falls die kleinen Leonies mal nicht so wollen, wie sie sollen. Ein Autochen schnurrt vorbei, schafft es aber nicht um die Kurve. Markus Maurer leitet das Institut. Er ist Professor für elektronische Fahrzeugsysteme, hat acht Jahre bei Audi gearbeitet, bevor er 2007 nach Braunschweig kam. Er kennt sich aus in der Branche, lehrt an der TU München und an der Stanford University und ist Berater einer Ethikkommission, die sich mit all den rechtlichen und moralischen Fragen befassen muss, die wie 100 000 Teufelchen tief in dem Thema stecken und erst einmal beantwortet werden müssen. Seit Herbst 2016 gibt es die Kommission aus Ingenieuren, Philosophen, Juristen, Theologen unter Leitung des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio, die den Algorithmen menschliche Leitlinien geben soll. Es ist ein Berg aus ungeklärten Fragen. Wahrscheinlich schwieriger zu beantworten als alle technischen Probleme. Es wird nämlich grundsätzlich: „Was ist sicher? Wie sicher ist sicher genug?“, fragt er. „Es muss ein Standard festgelegt werden. Autonomes Fahren sollte so gut sein, wie die zwei Prozent besten Autofahrer“, schlägt er vor. Was ist mit der Verantwortung, wenn ein Unfall passiert? Wer trägt sie? Der Eigentümer? Der Fahrer, wenn er doch keiner mehr ist? Der Hersteller? In den USA verunglückte ein Tesla-Mitfahrer tödlich, dessen Roboterauto einen Laster übersah. Es gibt einen ersten Gesetzentwurf, der im Dezember öffentlich wurde. Die Frage, wer bei einem Unfall haftet, ist wesentlich, wird darin aber nicht klar beantwortet. Der Entwurf geht immer noch von einem verantwortlichen Fahrer aus, der im Notfall sekundenschnell eingreift. Aber wie soll das gehen, wenn der Passagier gerade einen Film schaut oder sein Butterbrot verspeist? Eine Blackbox im Auto soll das Fahrgeschehen aufzeichnen – und im Unglücksfall dokumentieren, was schiefgelaufen ist. „Das sind alles Themen für die Ethikkommission“, sagt Maurer. Eine Menge Arbeit warte, nicht nur die Klärung der berühmten „Dilemma-Fragen“, wie er sie nennt. Ein Beispiel: Was macht ein Roboterauto, wenn plötzlich auf einer Straße Menschen stehen und es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder es fährt in die Gruppe oder es weicht aus und fährt gegen einen Baum? Im ersten Fall sterben fremde Menschen, im zweiten Fall der Mitfahrer. Was macht der Rechner? Wen lässt er leben? Eine andere Frage: Sollen Roboterautos im Verkehr miteinander kommunizieren? Wie verhindert man den Alptraum, den Zugriff von Hackern? Es gibt weiterhin noch Tausende technische Probleme: Steht die Sonne tief und blendet, sind Roboterautos aufgeschmissen und können keine Ampeln ablesen. Was ist mit schmutzigen Schildern, verdreckten Zebrastreifen? „Es ist viel zu lösen und zu klären“, sagt Maurer. „Aber wir in Deutschland sind da auf einem guten Weg.“ Auch Maurer glaubt nicht an den rasanten Siegeszug der Roboterautos. Noch in diesem Jahr, wie Tesla ankündigte? Maurer lacht. „Da müssten die ja den Stein der Weisen gefunden haben.“ Alle paar Jahre werde verkündet, dass der große Durchbruch nun da sei. Und dann vergingen wieder Jahre. Es sei ein Puzzle, sagt er. Eines, das aus vielen Teilen zusammengesetzt werde. Echtes autonomes Fahren ohne Mensch werde weltweit 2018 in einem ganz engen Bereich in Deutschland ausprobiert: Auf Wanderbaustellen an Autobahnen soll der hinten fahrende Warn-Lastwagen robotergetrieben sein, weil der Job für Menschen sehr gefährlich ist. Der Wagen fährt langsam, er muss die Spur und Abstand halten. Ein überschaubares Projekt. „Wir sind schon vorne dabei“, sagt Maurer stolz. Er meint sein Braunschweiger Institut, seine 14 Mitarbeiter, seine Studenten, die Zukunft des Autoverkehrs. Wollen die Deutschen überhaupt, was sich da gerade anbahnt? Früher war „Freude am Fahren“, wie BMW warb. Und demnächst? „Freude am Chillen“? Der ADAC hat im vergangenen Jahr seine Mitglieder befragt. Ergebnis: Zwei Drittel rechnen damit, dass autonomes Fahren Wirklichkeit wird. Ein Drittel wäre sogar dazu bereit, ein größeres Drittel nicht, der Rest ist unschlüssig. Es seien vor allem Ältere und Frauen, die skeptisch seien, meint Verkehrsexpertin Marion Jungbluth. Jüngere Menschen, von denen viele heute gar keinen Wert mehr auf ein eigenes Auto legten, würden einfach in etwas Neues und Anderes hineinwachsen. Es sei wohl eine unausweichliche Geschichte, nicht aufzuhaltender Fortschritt, sagt sie und verweist auf den Satz des amerikanischen Autobauers und Erfinders Henry Ford: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt, schnellere Pferde.“ Die 1,2 Millionen Pferdesportler in Deutschland hätten bestimmt nichts dagegen.AUTOR Bernhard Honnigfort Politik-AutorVerschwörung gegen die Freiheit – Teil 1 (ZDF) Die Dokumentation von Elmar Theveßen deckt das Ausmaß der Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten und den Branchenriesen der Telekommunikations- und Computerbranche auf. https://youtu.be/xB80IRbStVEVerschwörung gegen die Freiheit – Teil 2 (ZDF) Wir werden überwacht, ausspioniert und abgehört. Die Doku „Verschwörung gegen die Freiheit“ zeigt Hintergründe und politische Folgen der weltweiten Überwachungsprogramme. Hier ist der zweite Teil. https://youtu.be/obOGm1bAWIsDer gläserne Deutsche – Wie wir Bürger ausgespäht werden (Doku)  Quarks & Co: Die Macht der Daten HD (DOKUMENTATION 2014 / GERMAN) https://youtu.be/z6q_xgjo-3EInkasso, oft steckt Betrug dahinter.Wer seine Rechnung nicht fristgerecht bezahlt, der bekommt schnell Post von seinem Gläubiger – das können beispielsweise Händler, Telefongesellschaften oder Versicherungsunternehmen sein. Der Gläubiger kann aber auch ein Inkassounternehmen damit beauftragen, die Forderungen bei dem Kunden einzutreiben. Das kann ganz seriös geschehen.Aber Achtung, es gibt auch schwarze Schafe in der Branche. Sie drohen in ihren Mahnbescheiden mit horrenden Kosten, Zwangsvollstreckung und dem Gerichtsvollzieher – jedes 2te Inkassounternehmen ist lt. Verbraucherzentrale unseriös !

 

Dreistes Inkasso: Jede zweite Forderung ist unberechtigt
Verbraucherzentralen werten über 1.400 Beschwerden aus
Stand: 26.11.2015
Verbraucher werden durch unseriöse Inkassodienste massiv unter Druck gesetzt: Mehr als die Hälfte der Forderungen sind willkürlich, die Höhe der Gebühren ist oft unverhältnismäßig. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer bundesweiten Aktion der Verbraucherzentralen.

Vom 1. Mai bis 31. August dieses Jahres wurden 1.413 Beschwerden zu Inkassodiensten erfasst und ausgewertet. Die Verbraucherzentralen sahen sich dazu veranlasst, denn trotz gesetzlicher Verbesserungen ebben die Anfragen in den Beratungsstellen nicht ab.
Fragliche Vertragsgrundlagen und uneinheitliche Gebühren
Bei den untersuchten Beschwerden stammte fast jede fünfte Forderung von einem Telekommunikationsanbieter. Aber auch Gewinnspiel-Anbieter, E-Mail-Dienste, Dating-Portale und Versandhändler versuchten ihre Ansprüche geltend zu machen. In 56 Prozent der Fälle gab es gar keine Vertragsgrundlage für die Forderung. Inkassodienste sind nicht verpflichtet, die Ansprüche, die sie eintreiben, auf ihre Richtigkeit zu überprüfen
https://www.verbraucherzentrale.de/inkassodienste

Inkasso: so haben Inkassobüros keine Chance

Inkassounternehmen: Branche mit vielen schwarzen Schafen
Stand: 26.04.2016
Ein Inkassounternehmen, auch Inkassobüro genannt, ist ein Dienstleister, der Gläubigern dazu verhilft, geschuldetes Geld einzutreiben. In der Branche tummeln sich leider auch viele schwarze Schafe.

So gibt es Inkassofirmen, die mit zwielichtigen Dienstleistungen Kasse machen wollen. Sie bauen eine Drohkulisse von Mahnbescheid über Zwangsvollstreckung bis hin zum Gerichtsvollzieher auf, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Mit unseren Antworten auf häufig gestellte Fragen versuchen wir, die Spreu vom Weizen zu trennen und Ihnen Tipps zu geben, wie Sie auf Inkasso-Forderungen reagieren können.
Eintreiben von Forderungen
Sind alle Inkassounternehmen seriös?
Woran erkenne ich ein (un)seriöses Inkassounternehmen?
Welche Gebühren(höhe) darf das Inkassounternehmen verlangen?
Erfolgt ein Schufa-Eintrag?
Kommen große wuchtige Männer und/oder werde ich verurteilt?
Wie verhalte ich mich richtig?
https://www.verbraucherzentrale.de/inkassounternehmen

Und hier:
Verbraucherzentrale Niedersachsen über Inkasso

 

 

Miese Masche Kaffeefahrt – Doku über fiese Betrüger 

Veröffentlicht am 06.10.2016

Video:
Über fünf Millionen Deutsche nehmen jährlich an „Kaffeefahrten“ teil. Die Veranstalter machen dabei rund 500 Millionen Euro Umsatz durch den Verkauf meist minderwertiger Produkte.

Endlich mal raus
Über fünf Millionen Deutsche nehmen jährlich an Kaffeefahrten teil. Die Veranstalter machen dabei rund 500 Millionen Euro Umsatz durch den Verkauf meist minderwertiger Produkte (Quelle: http://www.zdf.de v.05.10.06)
Senioren haben einen großen Bedarf an Kommunikation. Deshalb nehmen sie besonders gerne an Tagesfahrten teil. zum Bericht

Nutzen Sie die Angebote der Polizei
Dort gibt es Sicherheitsbroschüren. Die Sicherheitsberater der Polizei informieren auch in Seniorenvereinen, auf Straßen und Wochenmärkten über Sicherheit im Alter. Sie können auch eine kostenlose persönliche Beratung der Polizei im Haus oder in Ihrer Wohnung vereinbaren, um Sicherheitsmängel aufzudecken.
Polizei-Broschüre Sicher Leben, Schutz vor Kriminalität im Alltag,
http://www.polizei-beratung.de


Vorsicht Abzocke WDR enthüllt Tricks der Telekom 

So funktioniert Kapitalismus/Neoliberalismus pur – Abzocker = Kriminelle Machenschaften !
Leider müssen die Mitarbeiter durch evtl.Rausschmiss diese Situation ausbügeln, während die Führungs Etage ihre Hände selbstverständlich in Unschuld wäscht.
Vorschlag: Telekom abwickeln, zumindest hätten wir in Bonn dann reichliche Unterkünfte für Flüchtlinge.

„AUFGEDECKT“
Der WDR hat Verkaufstricks der Telekom enthüllt.
Unter der Fragestellung, wie gut Kunden bei der Telekom beraten werden, haben Reporter hinter den Kulissen des Unternehmens recherchiert – und sind dabei auf frustrierte Kunden und Mitarbeiter gestoßen, die sich über die Verkaufstaktiken der Telekom beschweren.

Im Gegenzug, die Steuerliche Belohnung:

LKW-MAUT
Geschacher um Toll Collect
*Von*TIMOT SZENT-IVANYI

Mautbrücke von Toll Collect: Anteilseigner des Konsortiums sind Daimler und die Telekom. *Foto:*imago stock&people
Verkehrsminister Dobrindt erwägt ein Milliardengeschenk an den Betreiber des Mautsystems. Die Opposition kritisiert: Die großen Verlierer seien die Steuerzahler.
Nachrichten aus Deutschland und der Welt*- Frankfurter Rundschau

Keyless Go-Systeme
Autodiebstahl in Sekunden
Marktcheckt klärt auf

Keine zehn Sekunden und Kriminelle haben das Auto aufgebrochen und gestartet. Für betroffene Autobesitzer ein Schock. Vor allem, da die Täter keinerlei Spuren hinterlassen. Aber fast noch schlimmer: Die Autohersteller wissen um diese Sicherheitslücke, spielen das Diebstahlrisiko aber herunter. Die Schattenseiten von Keyless Go – Marktcheckt klärt auf.
http://www.youtube.com/watch?v=rZ2w-Zgmvvk&w=1280&h=720

Stellen Sie sich vor, Sie wollen am Morgen mit dem Auto zur Arbeit fahren, doch es  ist spurlos verschwunden. Das passiert im Südwesten immer häufiger: Von Januar bis Mai 2016 wurden allein in Baden-Württemberg mindestens 30 mit dem Schließsystem Keyless Go ausgestattete Autos auf diese Weise gestohlen. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat deshalb eine Sonderkommission gegründet.

Mit der Keyless Go-Technik werben die Autohersteller. Doch die komfortable Technik macht es auch Dieben leicht: Der Funk-Schlüssel sendet ständig Signale aus. Diese Signale werden von einem Kriminellen beispielsweise vor der Haustüre abgefangen. Mit Hilfe eines Reichweitenverlängerers wird das Schlüssel-Signal zu einem zweiten Täter geschickt. Und der öffnet damit die Tür, startet den Motor und fährt davon. Das Ganze dauert nur wenige Sekunden. Und läuft der Motor einmal, bleibt er auch ohne Schlüssel so lange in Betrieb, wie Sprit im Tank ist. Tankt ein Dieb dann noch bei laufendem Motor nach, kann er das gestohlene Auto auch weite Strecken entführen.
Geht das wirklich so einfach?
Sicherheitsexperte Udo H.

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Wir machen das Experiment mit dem Sicherheitsexperten Udo H. Er sieht große Mängel an diesem Schließsystem und ist überzeugt, dass er jedes Keyless-Fahrzeug innerhalb von wenigen Sekunden aufmachen und starten kann, ohne Spuren am Fahrzeug zu hinterlassen. Alles was er dafür braucht, sind ein Komplize und zwei Taschen mit Laptop und Elektronik.

Der Besitzer eines Ford, Baujahr 2012 macht mit. Er überprüft extra, ob sein Fahrzeug wirklich verriegelt ist. Ist es, doch noch ehe er sich versieht ist sein Auto geknackt, die Türen sind offen.  Diebe könnten das Auto sofort ausräumen. Der Besitzer ist schockiert, vor allem als der Experte das Auto sogar startet und losfährt.
Auch der Fahrer eines Range Rovers glaubt zunächst an die Sicherheit seines Autos. Doch wieder hat Experte Udo Hagemann das Auto blitzschnell offen und gestartet. Der Range-Rover-Fahrer ist ebenso schockiert wie unser drittes „Opfer“: Ein BMW-Fahrer, dessen 40.000-Euro-Auto ebenfalls in Sekundenschnelle gestohlen wäre.
Ihr Auto ist davon nicht betroffen?

Von diesem Problem sind die meisten Automobilhersteller betroffen. Wir fragen beim Verband der Automobilindustrie nach. Dort heißt es: Das organisierte Verbrechen versuche „(…) mit hoher krimineller Energie, diese Sicherheitsmechanismen zu überwinden. Die Autohersteller entwickeln die Schutzmechanismen daher ständig weiter.“

Tatsächlich? Der ADAC hat in Tests bereits mehr als 30 Autos verschiedener Hersteller überlistet. Darunter sind unter anderem (Stand 14.04.2016):
Audi A3 (Erstzulassung 10/2015)
BMW 318i (Erstzulassung 10/2015)
Ford Galaxy (Erstzulassung 05/2014)
Hyundai Santa Fé (Erstzulassung 08/2015)
KIA Optima (Erstzulassung 11/2015 )
Renault Kadjar (Erstzulassung 05/2015)
Mazda CX-5 (Erstzulassung 03/2015)
Skoda Superb 1,6TDi (Erstzulassung 12/2015)
Toyota Verso (Erstzulassung 07/2015)
VW Touran 5T (Erstzulassung 12/2015 )

Auf der Internetseite des ADAC zu Keyless finden Sie die komplette Liste, die ständig fortgeführt und aktualisiert wird:
„Untersuchung von Fahrzeug-Keyless-Schließsystemen auf Öffnung mittels Reichweiten-Verlängerer/Transmitter“
Informationen und Fahrzeug-Liste des ADAC

Und obwohl das Problem laut Harry Keller vom ADAC seit 2011 bekannt ist, sei in der Zwischenzeit nichts passiert. Der ADAC erwarte aber von den Herstellern, dass nachgebessert und diese Sicherheitslücke geschlossen werde.
Mangelhafte Informationspolitik

Werden Kunden beim Kauf denn zumindest über die Sicherheitslücken informiert? Marktcheck macht den Test. Stichprobenartig lassen wir uns in Autohäusern der fünf großen deutschen Hersteller beraten.

Bei Audi und BMW erzählt man uns im Beratungsgespräch, Keyless Go sei sicher.
Der Verkäufer bei Opel ist überzeugt, dass nur derjenige, der den Schlüssel hat oder ein unmittelbar Danebenstehender, das Auto öffnen könne. Sobald man mit dem Schlüssel weggehe, gehe auch das Auto nicht mehr auf. Keyless Go sei auf jeden Fall sicher.

Bei Volkswagen und Mercedes haben die Verkäufer uns immerhin auf ein gewisses Risiko durch Keyless Go hingewiesen.
Wir haken nach direkt bei den Herstellern, denen die Gefahr bewusst ist, und wollen wissen, wie man sich schützen kann. Die meisten reagieren ausweichend, einige überraschen uns aber mit seltsamen Tipps:

Porsche schreibt: Das Auto solle „(…) in einer abgeschlossenen Garage geparkt (..) werden“.

Und Daimler schreibt: Für Autofahrern gäbe es die Option, „(…) am Schlüssel die Keyless Go-Funktion auszuschalten.“

Gefahr bei Funkschlüsseln
Für alle, für die es keine Option ist, sich erst ein teures Komfortsystem anzuschaffen, um es dann wieder abzuschalten, gibt es noch ein paar weitere Tipps. Allerdings gilt auch für diese: Die Komfort-Funktion wird ein stückweit wieder eingeschränkt.
Schlüssel mit Alufolie isolieren: Sie können Ihren Schlüssel drei- bis vier Mal mit Alufolie umwickeln. Dann kann er keine Funkwellen mehr aussenden. Ist die Folie allerdings beschädigt, kommen doch wieder Funkwellen durch. Und: Bei jeder Benutzung muss die Folie erst abgewickelt werden und danach wieder drumgewickelt werden.
Schlüsseletuis mit eingebauter Abschirmfolie: Inzwischen werden  – als vorgeblich elegantere Lösung – spezielle Schlüsseletuis mit Abschirmfolie angeboten. Doch Vorsicht: Nicht alle funktionieren. Auch hier empfiehlt sich also ein Eigen-Test und zwar in regelmäßigen Abständen.

Schlüssel in Metallbox isolieren: Auch eine Metallbox kann vergleichbar eines faradayschen Käfigs einen Schlüssel abschirmen. Um herauszufinden, ob eine Dose dafür geeignet ist, packen sie den Schlüssel in die Metalldose und stellen sich neben das Auto. Wenn sich die Tür nicht öffnet, können Sie die Dose verwenden.
Wem das alles zu viel Aufwand ist, der sollte zumindest zu Hause den Schlüssel nicht direkt hinter der Eingangstür deponieren oder ihn in einer Metalldose aufzubewahren.
http://www.swr.de/swr4/rp/ratgeber/autodiebstahl-durch-keyless-go-sicherheitsluecke/

Die Lösung mit dem SecuKey 2.0
http://www.bundpol.de

Kriminelle mit einem Reichweitenverlängerer haben uns dazu veranlasst, endlich eine sichere Methode zu entwickeln, da die Autohersteller leider nichts an ihren Keyless Systemen ändern wollen.
Mercedes Benz hat bisher als einziger Hersteller reagiert und sein Keyless System ab der neusten Baureihe deaktivierbar gemacht. Zumindest hier ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Allerdings gilt dies nicht für alle MB-Fahrzeuge der letzten Baureihen und auch nicht für Keyless-Fahrzeuge anderer Hersteller.

Deshalb haben wir für diese Fahrzeugbesitzer den SecuKey zum Nachrüsten entwickelt. Wenn der SecuKey eingebaut wurde, kann das Fahrzeug nicht mehr mit einem Reichweitenverlängerer überlistet werden. Trotzdem können Sie Ihr eigenes Keyless-System ohne Komforteinschränkung weiter nutzen.
Der SecuKey ist ausgestattet mit Rolling Codes, genaue Laufzeitmessung sowie weiteren Sicherheitsmerkmalen. Diese Tatsachen machen es jedem Dieb unmöglich in Ihr Auto, mittels eines Reichweitenverlängerers, elektronisch einzudringen.

Funktionsbeschreibung:
Der SecuKey besteht aus dem eigentlichen Gerät und 2 kleinen Hochsicherheitsschlüsseln. Sobald Sie sich mit dem Hochsicherheitsschlüssel vom Fahrzeug entfernen, erkennt dies der SecuKey und schaltet Ihre Keyless Funktion (oder wenn gewünscht Ihre gesamte Schließanlage) automatisch aus.
Somit kann das Fahrzeug mit dem Originalschlüssel keine Daten mehr austauschen, da dass Keyless System durch den SecuKey ausgeschaltet wurde. Das Prinzip ist ganz einfach:

Wo nichts funkt – kann auch nichts mehr verlängert werden.

Sobald Sie Ihr Fahrzeug mehr als 10 Meter verlassen, deaktiviert der SecuKey in einem speziellen Verfahren das Keyless System.
Wenn der Fahrzeugbesitzer sich dem Fahrzeug nun wieder nähert, erkennt dies der SecuKey in einem Bereich von 10 Metern und schaltet die Keyless Anlage unbemerkt wieder ein. Die Keyless Funktion im Fahrzeug funktioniert wieder, sobald der Fahrzeugbesitzer sein Fahrzeug ereicht hat.
http://www.bundpol.de/schliesstechnik/secukey.htm

 

BAD GODESBERG
Eine Stadt driftet auseinander
Von INGRID MÜLLER-MÜNCH

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Während der Bonner Republik war Bad Godesberg eine feine Adresse. Doch heute treffen hier zwei Welten aufeinander, beherrscht von Gewalt und Vorurteilen.

In St. Marien war jeder Platz besetzt. 700 Menschen waren in das Bad Godesberger Gotteshaus gekommen, um Abschied von Niklas P. zu nehmen. Der Trauergottesdienst begann ungewöhnlich – mit einem Sound, der sonst eher auf Straßen und Plätzen zu hören ist. „Nie wieder gut zu machen, nie wieder gut zu machen, nein nie mehr nie mehr nie mehr …..“ Der Rapper Djasporap erfüllte die Kirche mit seinem Sprechgesang. Womit deutlich wurde: diese Beerdigung hier ist etwas Besonderes. Etwas besonders Trauriges. Denn Niklas P., ein 17-jähriger Realschüler, der hier Mitte Mai zu Grabe getragen wurde, war das Opfer eines brutalen Überfalls. So brutal, dass „wir nicht mehr wegschauen können“, sang Djasporap.
Die Nacht vom 6. auf den 7. Mai war lau. Niklas P. chillte mit Freunden in der Rheinaue. Auf dem Rückweg wurde er von einer Gruppe junger Männer attackiert, niedergeschlagen, schon am Boden liegend gegen den Kopf getreten. Eine Woche später erlag der 17-jährige Realschüler seinen schweren Verletzungen.
An der Ecke Rheinallee/Rüngsdorfer Straße – genau an der Stelle , an der Niklas P. überfallen wurde – schaut ein junger Mann auf die verwelkenden Blumensträuße, die am Tatort niedergelegt wurden. Er zögert mit der Antwort auf die Frage, ob er Angst habe, jetzt, nachdem so etwas geschehen ist. „Ich bin 18. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man da entlang geht“. Ein paar Mädchen, die sich ebenfalls die Blumensträuße und Kondolenzkarten anschauen, fühlen sich abends in Godesberg nicht mehr wohl. „Sind jetzt ja schon öfters Vorfälle gewesen.“ Deshalb rufen sie nach Partys oder Treffen mit Freunden ihre Eltern an. Die holen sie dann ab.
Niklas P. wurde genau an der Stelle überfallen, an der sich Bad Godesberg in zwei Welten teilt. Nirgendwo in der Republik stoßen Arm und Reich so dicht aufeinander wie hier. Auf der einen Seiten erstreckt sich, zwischen Rhein und Eisenbahntrasse, ein Villenviertel mit prachtvollen Gründerzeitbauten, großzügigen Gärten, Alleen, Wohlstand. Wer die Unterführung nimmt, vor der Niklas P. ins Koma geprügelt wurde, landet im ehemaligen sogenannten Knolleviertel, in dem einst kleine Handwerker ihre Betriebe hatten. An ihrer Stelle entstanden vor allem arabische Geschäfte und Kneipen. Handyshops, Shisha-Stuben, Ramschläden, Dönerbuden, Schnellimbisse.
Das Stadtbild hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Nicht unbedingt zum Guten, wie es die alteingesessenen Godesberger empfinden. Und wenn Politik und Polizei nicht höllisch aufpassen, dann kippt die Stimmung bald. Unterschwellig gärt es hier schon lange.
Eigentlich waren die Bad Godesberger Ordnungskräfte stolz darauf, dass sie ein paar Jugendgangs, die noch vor Jahren ihren Stadtteil tyrannisiert hatten, zerschlagen konnten. Doch dann kam Anfang Mai die Schreckensmeldung über den tödlichen Überfall auf Niklas P. Zuvor schon hatten sich Überfälle, Diebstähle und Sexattacken im Bereich des Kurparks gehäuft.

Polizeipräsenz soll erhöht werden

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Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan hat Konsequenzen angekündigt. Ein Runder Tisch „Jugendgewalt“ traf sich zum ersten Mal und entschied: Die Präsenz von Polizei und Stadtordnungsdienst soll vor allem an dunklen, häufig frequentierten Ecken wie dem Tatort erhöht werden. Außerdem soll ein Gesamtkonzept gegen Gewalt an Bonner Schulen erarbeitet werden. Früher, als Bad Godesberg noch die gute Stube Bonns war, gab es hier Polizei zuhauf. Für die Ortsansässigen war normal, dass an fast jeder Straßenecke irgendetwas bewacht wurde, eine Botschaft oder eine Politikerresidenz. Mit dem Wegzug der Bundesregierung nach Berlin wurde die Polizeipräsenz extrem zurückgefahren.
Bad Godesberg ist ein Stadtbezirk im Umbruch. „Ein Stadtbezirk, der auch sehr stiefmütterlich nach dem Wegzug der Bundesregierung behandelt worden ist. Da haben wir keinen Fisch extra gekriegt auf unseren Teller“. Nein, die Godesberger haben nicht nur keinen Fisch extra bekommen, wie es Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke (CDU) formuliert. Im Gegenteil. Sie wurden mit dem Wegzug der Bundesregierung um die Jahrtausendwende ihrer Identität beraubt.
„Mir sinn nich aus Godesberg, mir sinn was Besseres“. Diesen Spruch hat das ehemalige Mitglied des Bonner Theaterensembles, Schauspieler Rolf Mautz, als Kind oft gehört. Damals, als sein Geburtsort noch fein und vornehm war. Und man in den edlen Boutiquen Botschaftergattinnen begegnete oder „Frauen aus Togo, großen schwarzen Frauen, die in bunte Gewänder gekleidet waren. Das“, so Mautz, „war sehr beeindruckend. Es machte immer einen exotischen, reichen, begüterten Eindruck.“
Ein Kreuz steht an der Stelle, an der Niklas P. zu Tode geprügelt wurde.  Foto: picture alliance / dpa
Inzwischen ist das anders. Zwar zogen in die edlen Botschaftsresidenzen Manager der umliegenden Großkonzerne. Telekom ist nicht weit. UN-Behörden siedelten sich an. Einige Ministerium sind noch geblieben. Doch vieles ist anders. Das einstige so zwanglose Multikulti-Nebeneinander ist verschwunden. Heute trifft man in Bad Godesberg vor allem auf Menschen aus der islamischen Welt. Männer in langen weißen Gewändern, Frauen, allesamt hochverschlossen, das Gesicht verdeckt hinter dichten Hijabs, umhüllt von schwarzen Burkas. Was viele Alt-Godesberger stört, weil deren Erscheinungsbild inzwischen den städtischen Alltag dominiert.
Godesberger fühlen sich verdrängt, nicht mehr zu Hause in ihrem Stadtteil. Außerdem haben sie Angst. Vor Überfällen. Vor Gewalt. Diese Angst ist nicht unbegründet. Auch die Polizei beklagt, dass der Umgang in Bad Godesberg rauer geworden ist. Laut Kriminalstatistik wurden 2014 an die 200 Gewalttaten registriert. Im vergangenen Jahr waren es knapp 20 Prozent mehr. „Natürlich hat es hier große Konflikte gegeben“, sagt Schauspieler Mautz. Und dann zählt er auf: Vorwiegend marokkanische Schüler überfallen andere Jugendliche. Handys werden abgegriffen. Leute mit Waffen bedroht. Geldautomaten gesprengt. „Das Problem, das wir haben, ist, dass es hier etliche Jugendgangs gibt. Die sich also überwiegend aus jungen Menschen mit Migrationshintergrund zusammensetzen.“
Wer mehr über ihre Befindlichkeit erfahren will, muss nur in die Kammerspiele gehen. „Ich bin in Deutschland geboren. Meine Eltern in der Türkei“, schreit dort ein Sprechchor aus Laienschauspielern mit Migrationsgeschichte in den Zuschauerraum. „Meine Großeltern mütterlicherseits sind mazedonische Einwanderer. Und väterlicherseits: Mein Opa ist in Syrien geboren und meine Oma im Libanon. Ich bin sowohl türkisch als auch islamisch aufgewachsen. Meine Mutter ist sunnitisch, mein Vater alevitisch. Meine Oma gehörte zu den ersten Gastarbeitern. In der Schule war ich die einzige Türkin. Ich habe nie gewusst, wo ich hingehöre… Das erste, worauf die Leute gucken, wenn du dich bewirbst, ist das Aussehen. Und wenn du anders als Meier oder Schmidt heißt, dann hast du kaum eine Chance…. Mittlerweile, wenn man einen Vollbart hat, na gehst du morgen nach Syrien?“

Zukunftschancen driften auseinander

In Bad Godesberg gibt es nicht nur eine räumliche Distanz zwischen Villen- und Knolleviertel. Hier spalten sich Lebenswege, driften Zukunftschancen auseinander. Hier wird scharf getrennt, zwischen Kindern nordafrikanischer Migranten, die mit ihren Familien in vernachlässigten Vierteln um Bad Godesberg herum leben. Und den Gymnasiasten aus den vornehmen Wohngegenden. „Wir haben vier Privatschulen in Bad Godesberg. Davon sind drei in kirchlicher Trägerschaft. Das heißt, dass muslimische Jugendliche sehr selten diese Schulen besuchen. Was wiederum diese Schulen attraktiv für Deutschdeutsche macht“, erklärt Magdalena Winchenbach, Lehrerin an einer hiesigen Realschule. „Dadurch sammeln sich Schüler mit Migrationshintergrund sehr stark an anderen Schulen.“ Vor allem an Real- und Hauptschulen. Was zu einer „Trennung von Schülern hier in dem Stadtteil führt, die nicht gesund ist. Es fehlt einfach die alltägliche Begegnung im Schulalltag.“
Die Folge davon ist, dass Migrantenjugendliche und Gymnasiasten kaum noch Berührungspunkte miteinander haben. Und wenn sie dann aufeinandertreffen, knallt es häufig. „Dass man grundlos angemacht wird, angepöbelt wird, dass da jemand ist, der Streit sucht, das kennen die Jugendlichen“, so Winchenbach. „Das passiert ihnen im Bus, auf der Straße. Damit leben sie.“ Der Schritt von der verbalen Auseinandersetzung zur tätlichen Auseinandersetzung ist ihrer Erfahrung nach sehr klein. „Wenn einer den anderen beleidigt, dann ist das ein Grund zuzuschlagen.“
In und um Bad Godesberg gibt es Wohnviertel, in die sich selbst die Polizei nur mit Verstärkung traut. Gegenden, wo einst die kleinen Angestellten der Ministerien oder Botschaften lebten. Mit ihrem Wegzug nach Berlin wurden ihre Apartments frei. Nordafrikaner kauften oder mieteten sie. Die Kinder dieser Arbeitsmigranten chillen am liebsten im Bad Godesberger Kurpark. „Bei uns in Pennefeld, Sittersdorf oder Heiderhof“, allesamt Viertel im Godesberg herum, „gibt’s keine Plätze, wo es so schön ist“, meint ein Jugendlicher „Ja wir chillen“, lächelt mich ein anderer an und bereitet seine Lederjacke auf der verdreckten Parkbank aus, damit ich mich nicht schmutzig mache.
Sie haben sich in Godesberg kennengelernt, treffen sich regelmäßig. Wirken auf Spaziergänger bedrohlich. Dieser Pulk junger Männer in schwarzen Lederjacken, Kappen mit Schirm im Nacken. Einige gehen noch zur Schule, einer macht eine Ausbildung als Hotelfachmann. Ein anderer arbeitet übergangsweise in einer Bäckerei. Wo sie herkommen? Na Godesberg! Nein, ich meine, ursprünglich. Ach so: „Ich bin Kurde. Ich Italiener. Ich bin deutsch. Ich komme aus Albanien, Ägypten. Der da ist Russe.“
In Godesberg prallen diese unterschiedlichen Nationalitäten aufeinander. Das geht nicht immer gut. Die Politik weiß das. Doch allzu lange hat sie weggeschaut, gehofft, dass sich die Probleme von selbst lösen. Einige der Alteingesessenen haben deshalb aus Frust eine eigene Partei gegründet. Juppi Schäfer, ein Uralt-Godesberger, ist Vorsitzender der Partei „Die Godesberger“. Er wohnt auf der Bonner Straße. „Und die Bonner Straße wird im Volksmund auch Bagdad-Allee genannt, weil hier halt so viele arabische Leute wohnen.“ Juppi Schäfer lacht. Er hätte längst wegziehen, sein Haus an einen Araber verkaufen können. „Ich lass mich nicht vertreiben“, sagt er und wohnt weiterhin auf dieser Bonner Straße, die ihn dazu zwingt, selbst tagsüber seine Rollläden geschlossen zu halten. Sonst wird der Lärm zu groß. Vor seiner Haustür treffen sich die Araber, plauschen auf der Straße, amüsieren sich. „Und jede Nacht höre ich dann vor meinem Tor: Machhalla halla halla. Und wenn man dann nachts das Fenster aufmacht und sagt, könnt ihr mal ein bisschen leiser sein, ich will schlafen, mittlerweile ist es zwölf oder ein Uhr nachts, dann heißt es nur, willst du vor die Fresse, komm runter. Das ist also live von der Bagdad-Allee, äh Bonner Straße.“
Schauspieler Rolf Mautz ärgert vor allem, dass Bad Godesberg inzwischen als Salafisten-Hochburg gilt. Als zentrales Agitationsfeld der Fanatiker. Und dass die Stadtverwaltung seiner Meinung nach dem Treiben untätig zuschaut. Wie im Fall der Initiative „Lies“. Deren Gründer Abou Nagie ist laut Verfassungsschutz ein salafistischer Prediger. Samstags stellt er sich häufig auf den Theaterplatz und verteilt kostenlos den Koran an Passanten. Mautz wollte das nicht einfach so hinnehmen, hat ihn in ein Gespräch verwickelt. Ein aggressives Gespräch. Anschließend hat er das Ordnungsamt angerufen und gesagt, „hier wird der Koran verkauft von der Initiative Lies, die nachweislich dafür bekannt ist, dass sie Leute für den Dschihad anwerben. Wie verhalten Sie sich dazu? Da haben sie gesagt, ja, wenn die’ne Erlaubnis dafür haben….“
Es sind drei verschiedene Gruppen arabisch aussehender Menschen, die das Straßenbild von Bad Godesberg prägen: Zum einen die nordafrikanischen Migranten, die dauerhaft seit dem Wegzug der Bundesregierung in Bad Godesberg und den umliegenden Stadtteilen leben. Hinzu kommen seit kurzem Flüchtlinge, die Godesberg aufgenommen hat. Insgesamt 1,5 Prozent der 73.000 Stadtteilbewohner. Darüber hinaus gibt es eine dritte Gruppierung. Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke (CDU) nennt sie, wie fast alle Godesberger, die „Gesundheitstouristen, die in der Regel aus den arabischen Ländern kommen.“ Patienten der umliegenden Kliniken.
1993 kam Detlev Schröder nach Bad Godesberg, übernahm die Leitung des Waldkrankenhauses. „Damals hatten wir hier ein faszinierendes Umfeld“. Allein etwa 175 Botschaften hatten sich seiner Erinnerung nach in Godesberg niedergelassen. Und aus diesem Milieu kamen viele seiner ausländischen Patienten. Sie blieben gerne, denn Bad Godesberg hat bis heute einiges zu bieten. „Wir haben im Umkreis von sechs Kilometern neun chirurgische Häuser. Ich glaube, dass Bad Godesberg nach Tel Aviv die Stadt mit der größten Arztdichte ist“.

Gesundheitstourismus

Der Medizintourismus ist Bad Godesberg deshalb auch erhalten geblieben. Ein Reizthema für die einen, eine willkommene Einnahmequelle für die anderen. Detlev Schröder weiß aus eigener Erfahrung, wie dieser sogenannte Gesundheitstourismus entstand und wie er abläuft: „Die Länder, die Geld haben, schicken Familien mit dem kranken Patienten hierher. Also ein Kranker, fünf, sechs Angehörige.“ Wer das bezahle? Der Staat natürlich. „Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Saudi Arabien“. Er erklärt das Procedere: „Die Gesundheitsabteilungen der Länder geben, nach vorhergehender Expertise, den Patienten eine sogenannte Kostenübernahmeerklärung mit. Die wurde dann hier über die Botschaft eingereicht.“ Doch seitdem die meisten Botschaften wegzogen, funktioniert das System nicht mehr reibungslos. Deshalb gehen immer mehr Kliniken dazu über, sich noch vor der Behandlung des Patienten Vorschüsse in bar geben zu lassen. Aber noch immer sind diese Patienten keineswegs arm, wie Schröder weiß. „Heute kriegt ein Angehöriger, der seine Frau aus Kuwait zur Behandlung nach Bad Godesberg begleitet, 10 000 Euro im Monat Taschengeld.“
Die Godesberger stehen dieser Art Touristen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Zum Beispiel der pensionierte Berufsfeuerwehrmann Hans-Werner Schmidt, in dessen Eigentumswohnanlage von 170 Wohneinheiten inzwischen 33 an Medizintouristen vermietet wurden. Und deren Lebensrhythmus ist, so beklagt er , einfach nicht mit dem Lebensstil deutscher Rentner, die hier vornehmlich wohnen, zu vereinbaren. „Nicht der Medizintourismus ist das Problem, sondern das Verhalten der Touristen.“ Gegen 22 Uhr, wenn die deutschen Nachbarn sich langsam bettfertig machen, wachen ihre neuen Mitbewohner erst richtig auf. Dann bleiben die Türen offen, unterhält man sich über den Fluren, wird gekocht, die Kinder toben herum.
Bezirksbürgermeisterin Stein-Lücke kennt das Problem. Weiß um die zahlreichen Vermieter, „die schlecht oder gar nicht renovierte Wohnungen aus den sechziger, siebziger Jahren dazu verwenden, in kurzer Zeit unglaubliches Geld zu machen. Es geistern Zahlen von 6000, 7000 Euro pro Monat für eine durchschnittliche 08/15-Mietwohnung durch Godesberg.“
Ein erster Schritt zur Befriedung wurde inzwischen getan. Ein klitzekleiner Schritt angesichts von über 1000 Gesundheitstouristen pro Jahr. Im Zentrum von Bad Godesberg wird derzeit ein „Boardinghaus“ gebaut, ganz auf die Bedürfnisse dieser Klientel zugeschnitten. Das soll entzerren, aber auch die Verdrängungseffekte durch Mietwucher eindämmen.
Die Kritiker der derzeitigen Situation in Bad Godesberg wehren sich entschieden gegen den Vorwurf, Rassisten zu sein. Ihre Bedenken, ihre Klagen, ihre Anliegen deuten auch eher auf Frust hin, auf nicht kompatible Lebensgewohnheiten, auf Fremdheitsgefühle und Unverständnis von beiden Seiten.
Der Tod von Niklas P. hat das Augenmerk von Politik, Polizei und Medien verschärft auf die Schwachpunkte in Godesberg gelenkt. Schwachpunkte, auf die die Bonner Integrationsbeauftragte Coletta Manemann immer wieder aufmerksam macht. Ihr ist es wichtig, „dass im Stadtteil die gegenseitige Ausgrenzung und der abfällige Umgang miteinander aufhören.“ Nach Anschlägen wie in Paris oder Brüssel müssen sich muslimische Jugendliche anhören: „Was haben Eure Leute da wieder gemacht? Haste ’ne Bombe im Rucksack? Mensch, wir sind es satt mit euch Muslimen!“ Das, so erlebt es Manemann in ihren Sprechstunden, halten diese jungen Leute kaum noch aus. „Da liegen die Nerven ziemlich blank. Das Wir und das Ihr, das ist in Bad Godesberg noch nicht behoben.“http://www.fr-online.de/panorama/bad-godesberg-eine-stadt-driftet-auseinander,1472782,34349036.html

 

 

STEUEROASEN
„Die größte Steueroase der Welt sind die USA
Von ARNO WIDMANN

Eine Steueroase erkennt man nicht an der Palme. Am schlimmsten, schreibt Experte Nicholas Shaxson, ist es in der City of London.  Foto: rtr
Die wahren Steueroasen sind keine exotischen Inseln, sondern die großen Industriestaaten. Alleine in Deutschland werden jährlich mehr als einhundert Milliarden Euro gewaschen. Darum wird alles so bleiben, wie es ist.

Vor wenigen Tagen wurde eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass im Jahr wohl mehr als einhundert Milliarden Euro in Deutschland gewaschen werden. Das sind die Zahlen, die sich ergeben, wenn man zu den Aktionen im Finanzsektor auch die Bewegungen auf dem Immobilienmarkt, im Auto- und Kunsthandel, in der Gastronomie oder im Glücksspiel analysiert. Die Autoren weisen darauf hin, dass Deutschland aufgrund seiner Wirtschaftskraft für die Wäsche von illegal erworbenen Vermögen besonders interessant ist.
Diese Studie wurde für das Bundesfinanzministerium erstellt. Wir werden also schon in ein paar Tagen nie wieder etwas über sie hören. Obwohl die Wissenschaftler die bisherigen Schätzungen des Ministeriums verdoppelt haben.
Man muss diese Zahlen im Zusammenhang sehen mit denen, die wir zum Beispiel aus den Aktivitäten der in Panama residierenden Kanzlei und Investment-Beratungs-Firma Mossack Fonseca kennen. Beim sogenannten Offshore-Geschäft, das machte die Veröffentlichung der gekaperten Daten wieder deutlich, geht es um Geheimhaltung. Es geht darum, sich nicht in die Bücher schauen zu lassen. Von niemandem und schon gar nicht vom Finanzamt. Aber natürlich auch nicht von den Strafverfolgungsbehörden, nicht von der Konkurrenz, nicht von der Ehefrau oder den Erben. Es gibt also die unterschiedlichsten Gründe, sich und sein Geld in einer Verschachtelung von Offshore-Gesellschaften zu verstecken. Gerade darum, so wird oft gesagt, wäre es nichts als ein von Neid gespeistes Vorurteil, immer gleich kriminelle Handlungen anzunehmen.
Nicholas Shaxson hat sich in einem Artikel in der „Washington Post“ vom 15. April mit „Fünf Mythen über Steuerparadiese“ auseinandergesetzt. Er weist darauf hin, dass die Steuerparadiese nicht vom Finanzamt ausgepressten Steuerzahlern Schutz bieten vor gierigen, despotischen Regierungen, sondern dass es im Gegenteil die gierigen, despotischen Regierungen sind, die Milliarden außer Landes schaffen und in Briefkastenfirmen verschwinden lassen.
Als die Schweizer Kreditanstalt 1966 erklärte, das Bankgeheimnis habe dazu gedient, jüdischen Vermögen Schutz zu bieten vor den Nazis, hatten die ehrbaren Kaufleute ganz vergessen, dass sie weit mehr Nazi-Geld als jüdischem Vermögen einen sicheren Hort geboten hatten. Es sind die Reichen und Superreichen, die die Angebote von Mossack Fonseca nutzen können. Für Kleinanleger haben sie keine Firma parat.
Steueroasen beflügeln nicht den Wettbewerb
Die Steueroasen beflügeln auch nicht den Wettbewerb und bewirken, dass die Hochsteuerländer nachgeben. Es gibt dazu, so Shaxson, auch keinen Grund. Schweden, Dänemark und Finnland – allesamt Hochsteuerländer – geht es wirtschaftlich besser als vielen anderen. Dass es den Steueroasen gut geht, ist ein weiterer Mythos. Das Geld fließt aber nur zu einem winzigen Teil in die Wirtschaft des Landes, und dieser winzige Teil arbeitet natürlich besessen daran, das Geld auch immer wieder schnell hinauszubewegen in lukrative Geschäfte.
Oft heißt es: Man muss die Unternehmenssteuern senken, damit die Firmen nicht zu Briefkastenfirmen werden. Shaxson hält dagegen: „In den frühen Neunzigern zahlten US-Firmen etwa 35 Prozent Steuern. Damals waren die Finanzabflüsse in die Offshore-Gefilde kaum ein Problem. Jetzt liegen die Steuern für Unternehmen unter zwanzig Prozent, und man muss davon ausgehen, dass etwa 100 Milliarden Dollar pro Jahr – Tendenz steigend – dem Fiskus entzogen werden.“
Ein hartnäckig sich haltender Mythos lautet: Abgesehen von der Schweiz handelt es sich bei den Steueroasen um kleine tropische Inseln. Shaxson hält dagegen: Die größte Steueroase der Welt sind die USA. Nicht nur Delaware und Nevada erlauben Mantelgesellschaften, Briefkastenfirmen, deren Eigentümer nicht genannt werden müssen. Über solche Adressen werde riesige Summen durch die USA geschleust, ohne dass irgendjemand den Weg verfolgen könnte.
Fast noch schlimmer, meint Shaxson, ist die Lage in Großbritannien. Von dort aus werden die größten Offshore-Plätze, von den Cayman Islands über Bermuda bis Jersey, gemanagt. In offiziellen Ranking-Listen der größten Steueroasen der Welt stehen die USA an dritter Stelle nach der Schweiz und Hongkong. Würde man die City of London, in den Zusammenhang stellen, in den sie gehört, in den der genannten Plätze nämlich, Großbritannien stünde an erster Stelle.

Der britische Journalist Nicholas Shaxson beobachtet seit vielen Jahren die Rolle der „Schatzinseln“. 2011 erschien im Züricher Rotpunkt Verlag sein Klassiker „Schatzinseln – Wie Steueroasen die Demokratie untergraben“. Er kennt die Einzelheiten. Er weiß also, wie man das Geld verschiebt, wie Firmen in Firmen geparkt werden. Er kennt jeden Baum. Vor allem aber sieht er den Wald und zeigt ihn dem Leser. Es gibt eben nicht auf der einen Seite die Weltwirtschaft und dann einen Bruchteil, der sich ins Offshore-Milieu verdrückt. „Mehr als die Hälfte des Welthandels fließt (zumindest auf dem Papier) durch Steueroasen. Über die Hälfte aller Bankvermögen sowie ein Drittel der ausländischen Direktinvestitionen multinationale Konzerne werden ins Offshore-System geleitet. Der Internationale Währungsfonds schätzte 2010, dass sich die Bilanzen der kleinen Insel-Finanzzentren allein auf bis zu 18 Billionen Dollar belaufen, eine Summe, die etwa einem Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entspricht. In Deutschland unterhielten sechs der größten Banken zusammen 1636 Zweigunternehmen in Steueroasen, von denen allein 1064 der Deutschen Bank gehörten.“

Wir haben es nicht mit einer Schattenwirtschaft zu tun, nicht mit Nebenerwerbszweigen, von denen die Banker, die die wirkliche Arbeit machen, nichts wissen. Die Bewegung des Geldes ist wesentlich die Bewegung ins Offshore-Geschäft und wieder hinaus. Das ist ganz elementar die Arbeit der Banken. Um diese Kompetenz geht es, um sie konkurrieren sie. Einfach gesagt, geht es darum, dafür zu sorgen, dass Geld dort verdient wird, wo nur wenige Steuern zu zahlen sind, während in Hochsteuerländern Verluste aufgeschrieben werden müssen. Das ist kein Geheimwissen, sondern nichts als ein solides Studium der unterschiedlichen Gesetzgebungen, was vor allem die Offenlegung von Konten angeht und eine – freilich nur mittels vieler Erfahrungen zu gewinnenden – intime Kenntnis der diese Gesetzgebung immer wieder auch konterkarierenden Praktiken.
Die Politik spielt eine zentrale Rolle dabei. Es gibt nicht hier einen freien Markt und dort den Staat. Nirgendwo auf der Welt. Es gibt immer nur beide zusammen. Es gab immer nur beide zusammen. Wie sie zusammenarbeiten, das zeigt Nicholas Shaxson. Besonders eindrucksvoll in dem Kapitel, das sich mit den Auseinandersetzungen beschäftigt, die Ende der sechziger Jahre begannen, und die dazu führten, dass es für ein paar Jahrzehnte amerikanischen Banken erlaubt war, Geld aus Menschenschmuggel, aus Betrug, Leibeigenschaft und Sklaverei anzunehmen. Vorausgesetzt, diese Verbrechen wurden außerhalb der USA begangen.

Nebenwirkung bestimmter Gesetze
Dazu kam es nicht, weil man mit Nebenwirkungen bestimmter Gesetze nicht gerechnet hatte. Dazu kam es, weil man das Blutgeld wollte. Dafür schaffte man Melde- und Kontrollpflichten ab, dafür schuf man gesetzliche Grundlagen. Im Mutterland der modernen Demokratie, mit den Mitteln der modernen Demokratie. Vor unser aller Augen.
Gabriel Zucman lehrt Wirtschaftswissenschaften an der London School of Economics. Sein kleines Buch „Steueroasen – wie der Wohlstand der Nationen versteckt wird“ erschien 2014 in deutscher Übersetzung bei Suhrkamp. Es ist nicht nur eine konzise Darstellung der Situation. Es ist vor allem auch ein Vorschlag, was zu tun ist. Ein weltweites Finanzkataster, eine Quellensteuer sind nötig. Wenn man das hinschreibt, denkt man: unmöglich. Wer hat ein Interesse daran? Wir alle, antwortet die Vernunft. Aber das ist nicht die Stimme konkreter Interessen. Wieder einmal gilt: Ohne geballte Unvernunft lässt sich nichts Vernünftiges durchsetzen.
Aber natürlich ist es falsch, die Flinte ins Korn zu werfen, bevor man auch nur einen Versuch unternommen hat, sie zu benutzen. Die Tatsache, dass man globale Probleme nur global lösen kann, ändert nichts an der anderen Tatsache, dass auch die globalste Lösung an einem einzigen, konkreten Ort begonnen werden muss.

Das wird wohl eher nicht in Deutschland sein. Unter einem Finanzminister Wolfgang Schäuble, der mindestens beobachten konnte, wie die CDU mit schwarzen Konten verdeckt, also illegal ihre Kassen füllte? Aber es gibt noch ganz andere Gründe, warum Deutschland kaum die Initiative im Kampf gegen die Steueroasen ergreifen wird. 2015 erschien von Markus Meinzer „Steueroase Deutschland – Warum bei uns viele Reiche keine Steuern zahlen“ (C. H. Beck). In Großbritannien, wo der Zugang zu den Grundbüchern offener ist, als in Deutschland, konnte man zeigen, dass Luxusimmobilien gerne von Briefkastenfirmen erworben werden. In Deutschland geht das nicht. Hier hat man auch beim Immobilienankauf Verfahren angewandt, die die Grunderwerbssteuer ausfallen lassen. 2013 wurden schon 32 Prozent des Transaktionsvolumens auf dem Frankfurter Immobilienmarkt so abgewickelt. So wird dafür gesorgt, dass denen, die haben, noch mehr gegeben wird.
2012 haben zweimal Immobilienmakler den Verdacht geäußert, es mit illegalen Geschäftemachern zu tun zu haben. Von dort droht der Geldwäsche keine Gefahr. Auch nicht von der Politik. Als im September 2013 Abgeordnete der Linken fragten, was man dagegen zu tun vorhabe, antwortete die Regierung, diesbezüglich seien keine Änderungen geplant. Man kann das fast verstehen, wenn man sich klarmacht, was man alles hatte ändern müssen, um diese Praktiken möglich zu machen.

AUTOR
Arno Widmann
Autor

Panama Papers: Doku mit Liste und Namen im Stream bei ARD

Die Panama Papers sorgen weltweit für Aufregung: Journalisten haben rund 11 Millionen Dokumente einer Anwaltskanzlei in Panama ausgewertet und damit die schmutzigen Geldgeschäfte von Politikern, Prominenten und Staatschef aufgedeckt. Schon jetzt steht fest: Bei den Panama Papers könnte es sich um einen der größten Enthüllungsskandale überhaupt handeln – heute Abend zeigt die ARD eine Dokumentation, die die Hintergründe beleuchtet.

ARD Live-Stream mit Magine TV streamen*
Skandale mit Steuerhinterziehung gab es schon einige – die Panama Papers dürften aber alles bisher da gewesene in den Schatten stellen. Bereist vor einem Jahr hatte die Süddeustcdhe Zeitung bekanntgegeben, dass sie im Besitz einer gewaltigen Menge Kundendaten einer Anwaltskanzlei aus Panama besitze. Jetzt hat die Zeitung die Dokumente veröffentlicht und könnte damit für eine der größten Enthüllungen der jüngeren Vergangenheit sorgen.

Die Panama Papers zeigen, dass weltweit zahlreiche Prominente, Staatschefs, Politiker und andere bekannte Persönlichkeiten in schmutzige Geldgeschäfte im Zusammenhang mit Briefkastenfirmen verwickelt sind. Auf der Liste der Panama Papers finden sich Namen wie der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, Personen aus dem Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie der weltbekannte Fußballstar Lionel Messi.
Zum Thema: Panama Papers – Liste mit Namen
In den Panama Papers finden sich die Namen zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Hier eine kleine Auswahl der Liste:
• Mauricio Macri, Präsident Argentiniens
• Sigmundur David Gunnlaugsson, Islands Premierminister
• König Salman von Saudi-Arabien
• Petro Poroschenko, ukrainischer Präsident
• Scheich Khalifa bin Zayed al-Nahyan, Emir und Premierminister des Emirates Abu Dhabi
• Lionel Messi, Fußballer
• Sergej Roldugin, Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin
• Hafez und Rami Machluf, Cousins von Syriens Machthaber Baschar al-Assad
• Ian Cameron, Vater des britischen Premierministers David Cameron
• Alaa Mubarak, Sohn des 2011 gestürzten ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak

Panama Papers – Doku im Live-Stream bei der ARD
Bleibt die Frage: Wie funktioniert das System der Panama Papers eigentlich? Genau das zeigt eine ARD-Dokumentation, die heute Abend um 23.20 Uhr im Ersten läuft und Aufklärung verspricht. Reporter Christoph Lütgert hat sich für die Sendung auf die Suche nach den Geldverstecken dieser Welt begeben und zeigt wie die Steuerhinterzieher ihr Geld jahrelang vor den Augen des Staates verborgen haben. Ihr könnt euch die Story im Ersten: PanamaPapers heute Abend im TV oder im ARD-Livestream anschauen.
Wenn ihr unterwegs seid oder der Fernseher anderweitig belegt ist könnt ihr mit dem Streaming-Anbieter Magine TV das Programm der ARD (und vielen anderen Sendern) auf dem Computer, Tablet oder Smartphone streamen.
Panama Papers: Liste der Namen im Internet
Bei den Panama Papers handelt es sich um einen der größten Datensätze, der jemals ausgewertet wurde: 400 Journalisten aus rund 80 Ländern haben in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit die internen Dokumente der der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca ausgewertet. Die Kanzlei hat sich auf den Verkauf anonymer Briefkastenfirmen weltweit spezialisiert – und bietet ihren Kunden damit eine bequeme Möglichkeit anonyme Konten und Aktiendepots zu führen und Wertgegenstände wie Yachten, Kunstwerke, Autos oder Immobilien vor den Augen des Staates zu verstecken.

Mossack Fonseca gehört weltweit zu den Marktführern unter den Anbietern von Offshore-Gesellschaften bzw. Scheinfirmen. Der Erwerb einer solchen Briefkastenfirma ist nicht per se strafbar – Ermittler sehen in ihrer Nutzung jedoch ein starkes Indiz auf illegale Aktivitäten. Mit den Scheinfirmen wurden den Journalisten zufolge die wahren Besitztümer von Politikern und Prominenten verschleiert. Insgesamt handelt es bei den Panama Papers um 11,5 Millionen Dokumente: Vor einem Jahr wurden dieses Dokumente zunächst der Süddeutschen Zeitung verschlüsselt zugespielt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, z.B. der britischen Zeitung “The Guardian” oder dem NDR wertete die Süddeutsche Zeitung die Unterlagen aus und veröffentlichte jetzt die Ergebnisse.

Hier könnt ihr die Panama Papers online ansehen
Koordiniert wurde die Recherche der Panama Papers vom Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ). Auf der Webseite  des ICIJ findet ihr einen  umfassenden Einblick in die Papiere, z.B. Statistiken über die Entwicklung der Offshore-Geschäfte und könnt euch zudem die darin verstrickten Personen und die zugehörigen Briefkastenfirmen anzeigen lassen.
Panama Papers online ansehen*
Weitere Daten zur Recherche der Panama Papers will das Konsortium dann im Mai veröffentlichen.
Bildquelle Artikelbild: shutterstockhttp://www.giga.de/webapps/ard-live-stream/specials/panama-papers-doku-mit-liste-und-namen-im-stream-bei-ard/#utm_source%3Dgiga%26utm_medium%3Dfeed%26utm_term%3Dfilm-main-feed

 

Bürgerwehr: Wenn die Angst auf Streife geht

von Frida Thurm

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Einige wollen für Sicherheit sorgen, andere sind mehr als Protest angelegt: Nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht bilden sich in ganz Deutschland neue Bürgerwehren – auch in Norddeutschland.
In Hamburg, wo es in der Silvesternacht ebenfalls Übergriffe gegeben hatte, wollten Kiez-Türsteher mit einer Patrouille für mehr Sicherheit sorgen. Allerdings folgte auf die Ankündigung im Januar: nichts. Auf Facebook gründete sich eine „Hamburger Bürgerwehr“, die allerdings noch nicht real in Erscheinung getreten ist.

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7 Tage… Bürgerwehr
7 Tage – 14.02.2016 15:30 Uhr Autor/in: Frida Thurm / Hans Jakob Rausch
Im kleinen Ort Lawitz in Brandenburg geht Nacht für Nacht eine Gruppe Dorfbewohner auf Streife. Ein Film über Menschen, die versuchen, Kontrolle zurückzugewinnen.

Exakte Zahlen zu Bürgerwehren oder Bürgerstreifen gibt es nicht, weder für das Bundesgebiet, noch für einzelne Länder – denn sie müssen sich nirgendwo anmelden oder registrieren. Durch die Straßen spazieren und Ausschau halten, das darf jeder. Manche gehen vielleicht ganz unbemerkt auf Streife, andere gründen eine Facebook-Gruppe und sammeln Tausende Mitglieder, gehen aber nie auf die Straße.
Rund zehn Bürgerwehren in Niedersachsen

Polizei will Uelzener Bürgerwehr zurückpfeifen
Selbsternannte Bürgerwehren sprießen aus dem Boden – auch in Uelzen gibt es eine. Die Mitglieder müssten verstehen, dass sie keine gesonderten Rechte haben, warnt die Polizei. (09.02.2016) mehr
In Niedersachsen, so schätzt das Innenministerium, gebe es etwa zehn Bürgerwehren, von denen aber nicht alle wirklich aktiv seien. „Ebenso liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass von den häufig aus dem bürgerlichen Spektrum und aus Facebook-Gruppen heraus gebildeten ‚Bürgerwehren‘ extremistische Aktivitäten ausgehen“, erklärt eine Sprecherin. Es existierten jedoch Hinweise darauf, dass inzwischen auch Rechtsextremisten Aktionen dieser Gruppen mitorganisieren. Von Bürgerwehren verübte politisch motivierte Straftaten seien bisher nicht bekannt geworden.

Bürgerwehr in Schwanewede marschiert vor Flüchtlingsheim
Schon im Herbst hatte jedoch eine Bürgerwehr in Schwanewede bei Bremen für Aufsehen gesorgt, als sie vor einem Flüchtlingsheim aufmarschierte. Eine Sprecherin des Bremer Innensenators sagte, der Verfassungsschutz gehe davon aus, dass unter den Mitgliedern gewaltbereite Neonazis seien. „Gerade diese Organisationsform einer sogenannten Bürgerwehr ist ein ideales Einfallstor für rechte Akteure“, sagt der Düsseldorfer Sozialwissenschaftler und Extremismusforscher Alexander Häusler dem Deutschlandfunk. Rechtsextremen biete das die Möglichkeit, „sich als Ordnungsmacht aufzuspielen und ihre eigenen Gewaltfantasien und Vorurteile gegenüber Minderheiten ausleben zu können, indem man sich als Anwalt des Volkes oder als Ordnungsmacht selber fühlt“.
Bürgerwehren in Mecklenburg-Vorpommern vermitteln „Kümmerkompetenz“

Polizei nimmt „Bürgerwehr“ in Güstrow ins Visier

Mit Sprengkörpern für mehr Sicherheit? 27 Personen sind am Wochenende durch Güstrow patrouilliert. Die Polizei stellte bei der selbsternannten „Bürgerwehr“ prompt verbotene Gegenstände sicher. (07.04.2015) mehr
Das bestätigt auch die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern: Das Thema „Bürgerwehren“ sei für die rechtsextremistische Szene dort durchaus attraktiv, sagt eine Sprecherin. Die Rechten versprächen sich dadurch eine Anschlussfähigkeit in die breite Bevölkerung. Auch, indem sie eine gewisse „Kümmerkompetenz“ vermittelten. „Immer mit dem Anspruch, staatliche Institutionen durch ihre angebliche Schwäche infrage zu stellen und damit das System ‚Demokratie‘ als solches“, sagt die Sprecherin.
Auch Mecklenburg-Vorpommern erfasst die Zahl der Bürgerwehren nicht. Gruppen mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen stünden jedoch unter Beobachtung, darunter die Bürgerwehren in Güstrow und Waren. Letztere wurde gegründet von den „Nationalen Sozialisten Waren“.

Bürgerwehren in Schleswig-Holstein eine Seltenheit

In Schleswig-Holstein sind nur zwei Gruppen der Polizei überhaupt bekannt geworden, sagt ein Sprecher des Landespolizeiamts. Eine in Flensburg, die sich gegen Einbrecher wandte. Und dann noch eine Ankündigung in Kiel, wo jedoch niemand tatsächlich patrouilliere. Zusammenschlüsse von Bürgern, die auf Streife gehen, seien in Schleswig-Holstein eine Seltenheit. „Das ist kein großes Problem bei uns“, sagt der Sprecher.
Von der Polizei werden die Bürger auf Streife breit kritisiert, auch von Bundesjustizminister Heiko Maas: „Es ist nicht die Aufgabe von ‚Bürgerwehren‘ oder anderen selbsternannten Hobby-Sheriffs, Polizei zu spielen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

In Brandenburg arbeiten Bürgerwehren und Polizei zusammen

Allerdings gibt es schon seit Langem Bürgerwehren, etwa entlang der polnischen Grenze, die sich zum Schutz vor Einbrechern gegründet haben. Und vielerorts ist die Polizei ganz offiziell froh über die Unterstützung durch die aufmerksamen Bürger. In sogenannten Sicherheitspartnerschaften arbeiten Bürgerwehren und Polizei etwa in Brandenburg zusammen. Auch hier haben die Mitglieder keine zusätzlichen Rechte, bekommen aber eine Aufwandsentschädigung und sind mit Namen bei der Polizei registriert.

Bürgerwehren können sich leicht strafbar machen
Der Rechtsanwalt Udo Vetter weist aber darauf hin, dass sich die Bürgerwehren schnell strafbar machen könnten: Wenn sie sich nicht darauf beschränken, durch die Straßen zu gehen, sondern zum Beispiel Passanten ansprechen, oder gar anhalten und ihnen Vorschriften machen, wie sie sich verhalten sollen. Das kann laut Vetter als Nötigung strafbar sein. Und auch das Festnahmerecht birgt ein Risiko: Hält eine Bürgerwehr einen vermeintlichen Straftäter fest, obwohl der gar keine Straftat begangen hat, wird daraus schnell Freiheitsberaubung. Und für gemeinschaftliches Handeln – also zum Beispiel in einer Bürgerwehr – gelten höhere Strafen.http://www.ndr.de/nachrichten/Buergerwehren-in-Norddeutschland,buergerwehr114.html

WEITERE INFORMATIONEN
„Frida Thurm sitzt mit Wolfram Philipps im Auto. © NDR/Hans Jakob Rausch , honorarfrei
mit Video
7 Tage… Bürgerwehr
14.02.2016 15:30 Uhr
7 Tage
Im kleinen Ort Lawitz in Brandenburg geht Nacht für Nacht eine Gruppe Dorfbewohner auf Streife. Ein Film über Menschen, die versuchen, Kontrolle zurückzugewinnen. mehr

Report Mainz

Auf Raubzug durch Deutschland
Wie georgische Einbrecherbanden das Asylrecht missbrauchen

Angst, Alpträume so geht es vielen, die Opfer eines Einbruchs geworden sind. Man fühlt sich nicht mehr sicher, nicht mal mehr in den eigenen vier Wänden.

O-Ton, Gundi Stierand:
„Ich habe immer Angst und ich träume nachts. Mich verfolgt immer jemand und dann schreie ich: Hilfe!“
Moderation Fritz Frey:
Guten Abend zu REPORT live aus MAINZ!
Angst, Alpträume so geht es vielen, die Opfer eines Einbruchs geworden sind. Man fühlt sich nicht mehr sicher, nicht mal mehr in den eigenen vier Wänden.
Die Recherchen zu diesem Fall haben unsere Reporter bis ins Bundeskriminalamt geführt. Dort erklärte ihnen der Leiter des Referates Organisierte Kriminalität, was die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen mit dem Missbrauch unseres Asylrechts zu tun hat.

Gundi Stierand, Betroffene
RSPEAK_START
O-Ton, Gundi Stierand:
„Die haben die Haustür aufgebrochen und haben dieses normale Schutzblech hochgehebelt und dann war schon auf, obwohl wir haben zwei Mal versperrt, aber es war zu einfach. An dem Schrank, der war dann auf, da haben sie alles rausgeholt und da haben sie ein bisschen Geld gefunden. So in etwa 300 Euro. Im Schlafzimmer, da war der Schmuckkasten, der war total ausgeräumt, offen und leer.“
Bargeld und Schmuck im Wert von 10.000 Euro haben die Einbrecher hier erbeutet.
Sie kamen als das Rentner-Ehepaar Gundi und Hans Stierand im Urlaub war. Seitdem fühlen sich die Stierands im eigenen Haus in Erlangen nicht mehr sicher.

Hans Stierand, Betroffener
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O-Ton, Hans Stierand:
„Seit dem Einbruch sind wir nicht mehr ruhig, sind wir einfach immer angespannt, abschalten können wir in dem Bereich nicht mehr.“
O-Ton, Gundi Stierand:
„Ich habe immer Angst und ich träume nachts. Mich verfolgt immer jemand und dann schreie ich: Hilfe! Ich bin auch schon aus dem Bett gefallen, weil mich jemand verfolgt hat und ich habe immer Angst.“
Wer die Täter in Erlangen waren, konnte anhand dieser Uhr festgestellt werden. Die Polizei in München fand sie im Auto einer georgischen Bande wieder – versteckt in einer Herrensocke. Der Rest der Beute aber tauchte nicht wieder auf. Das Verfahren gegen die Täter musste eingestellt werden, weil sie verschwunden waren.
Bundesweit stoßen Ermittler immer häufiger auf georgische Banden.
O-Ton, Polizist:
„Abend, Kriminalpolizei!“
Wir sind unterwegs mit der Sonderermittlungsgruppe „EK Casa“ im Märkischen Kreis, im Sauerland.
Die Ermittler rund um Thomas Werner warnen die Anwohner vor osteuropäischen Einbrecherbanden. Denn die würden deutliche Spuren im Märkischen Kreis hinterlassen.

Thomas Werner, Kriminalpolizei Märkischer Kreis

O-Ton, Thomas Werner, Kriminalpolizei Märkischer Kreis:
„Ja, wir lagen vor fünf Jahren noch bei ca. 600 Einbrüchen im Jahr, also Wohnungseinbrüchen, und diese Zahl ist jetzt deutlich über 900 gegangen und das ist einfach zu viel.“
Vor einiger Zeit haben die Ermittler eine georgische Bande ausfindig gemacht, die sich als Flüchtlinge getarnt hatte, um die Wartezeit des Asylverfahrens für Einbrüche zu nutzen.
O-Ton, Thomas Werner, Kriminalpolizei Märkischer Kreis:
„Das war eine Gruppe, hauptsächlich männliche Täter, die hier eingereist waren und die Infrastruktur, sagen wir mal, der Asylbewerberheime genutzt haben, um dann da Bekannte aufzusuchen und dann sich Tipps geben zu lassen und so weiter und so fort. Das ging teilweise von Bremen bis nach Frankreich.“
Über neun Monate dauert das Asylverfahren bei Georgiern im Durchschnitt. Dabei werden am Ende nur 0,3 Prozent anerkannt.
Wir treffen Michael Nagel, er leitet das Referat Organisierte Kriminalität im BKA. Er erzählt uns, dass bundesweit Ermittler zum gleichen Ergebnis kommen: Georgische Kriminelle reisen vermehrt als Flüchtlinge ein, stellen einen Asylantrag, um während der Asylprüfungszeit auf Diebestour zu gehen.

Michael Nagel, BKA Leiter Referat Organisierte Kriminalität

O-Ton, Michael Nagel, BKA Leiter Referat Organisierte Kriminalität:
„Wir haben im Asylantragsverfahren seit 2011 eine Versechsfachung der georgischen Asylantragssteller, wir haben gleichzeitig eine Reduzierung der Anerkennungsquote auf nahezu Null und wir haben explodierende Zahlen im Eigentumskriminalitätsbereich zwischen 50 und über 100 Prozent von einem auf das andere Jahr, georgische Tatverdächtige und da liegt ganz einfach die Annahme nahe, dass gezielt das Asylverfahren genutzt wird, um hier Diebeszüge in Deutschland durchzuführen.“
Wir bekommen vom BKA exklusiv Zahlen, die das Problem verdeutlichen:
2014 entstand durch georgische Banden ein volkswirtschaftlicher Schaden von geschätzt 370 Millionen Euro.
Außerdem gab es 2014 im Vergleich zum Vorjahr fast eine Verdoppelung an georgischen Tatverdächtigen auf insgesamt: 4.000 Personen.
Wer steckt hinter den Banden? Im Internet finden wir eine Seite der „Diebe im Gesetz“. Zu dieser Organisation sollen die meisten der georgischen Banden gehören. Auf der Seite prahlen die Täter mit ihren Straftaten. Sie sind eine klar durchstrukturierte mafiöse Bande, die es schon seit der Stalinzeit gibt.
O-Ton, Michael Nagel, BKA Leiter Referat Organisierte Kriminalität:
„Oben stehen die Diebe im Gesetz als sogenannte Autoritäten, dann gibt es die Statthalter-Ebene, die wiederum regionale Beauftragte der Diebe im Gesetz sind und darunter die ausführende Ebene, die nennt sich Brigadiere bzw. Soldaten, das sind diejenigen, die dann tatsächlich die Straftaten dann organisiert begehen.“
Zurück zur Sonderermittlungskommission „EK Casa“ im Märkischen Kreis. Mittlerweile ist es hell geworden. Die Ermittler durchsuchen eine Gruppe von Personen, die ihnen verdächtigt vorkommt.
O-Ton, Polizist:
„Was ist da drin, guck da mal rein. Do you speak English?“
Nach kurzer Zeit: Entwarnung. Es sind Rumänen, die betteln wollten. Einbrüche haben sie wohl nicht begangen.
Es ist schwer, den georgische Banden auf die Schliche zu kommen, erzählt uns Michael Nagel vom BKA. Um die Tätern besser in den Griff zu kriegen, müsste die Dauer des Asylverfahrens für Georgier dringend verkürzt werden.
O-Ton, Michael Nagel, BKA Leiter Referat Organisierte Kriminalität:
„Ein georgischer Tatverdächtiger hat hier mindestens ein Jahr Zeit seine Delikte, seine Diebstähle, seine Wohnungseinbrüche zu begehen. Jede Verkürzung wäre aus unserer Sicht hilfreich, um einfach die Möglichkeiten für diese organisierten Diebesbaden zu reduzieren.“
Was sagt der Bundesinnenminister dazu? Schriftlich heißt es, man arbeite an einer Beschleunigung der georgischen Verfahren, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge werde personell weiter aufgestockt.
O-Ton, Polizist:
„Ja, ich melde mich, ok!“
Thomas Werner kämpft gegen eine fast täglich wachsende Zahl von gut organisierten Tätern.
Kriminelle, unter denen nicht nur deutsche Einbruchsopfer leiden. Sie bringen auch das Asylrecht in Verruf, das für andere Flüchtlinge lebensnotwendig ist.
Abmoderation Fritz Frey:
Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden: Nein, dieser Film taugt nicht als Argument, um jetzt eine weitere Verschärfung des Asylrechts zu fordern. Aber dass die Dauer von Asylverfahren derart lange dauert, dass Kriminelle in dieser Zeit munter auf Beutezug gehen können – das ist ein Missstand, der abgestellt werden muss.
Stand: 3.2.2016, 9.45
http://www.report-mainz.de


Markus Meinzer: Steueroase Deutschland

Am 7. Dezember 2015 luden Etika und Attac Luxemburg zu einem Vortrag zur Steueroase Deutschland ein. Unten ist ein Video des ca. 1-stündigen Vortrags und des anschließenden Gesprächs.
Quelle: Markus Meinzer via YouTube

Video Staatsgeheimnis Bankenrettung:
Harald Schumann

Buch: Wer regiert das Geld ?
Banken,Demokratie,Täuschung
Paul Schreyer

 

Sicherheitslücke bei Mercedes, BMW und Co.:

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Schlüssellos, Auto los

Von Sandra Sperber, Robert Ackermann und Christoph Stockburger

SPIEGEL ONLINE
Mit sogenannten Keyless-Systemen können Autobesitzer ihre Fahrzeuge öffnen und starten, ohne den Schlüssel aus der Hosentasche zu nehmen. Das ist komfortabel – vor allem auch für Diebe.

Wer einen Neuwagen kauft, kann bei vielen Modellen die Sonderausstattung Keyless Go wählen. Der Wagen lässt sich dann öffnen, ohne dass man den Schlüssel in die Hand nehmen muss. Es genügt, ihn einfach bei sich zu tragen. Nicht mal zum Starten wird er benötigt: Man drückt eine Taste, schon springt das Auto an. Die Signale werden über Funkwellen übertragen. Klingt praktisch? Ist es auch. Das Extra kostet je nach Hersteller allerdings bis zu 800 Euro Aufpreis – ein teures Vergnügen

Hinzu kommt: Wenn man es sich gönnt, freuen sich außer dem Fahrzeughändler vor allem Kriminelle. Denn für sie sind Autos mit Keyless-Go-Systemen leichte Beute. Eine Sicherheitslücke ermöglicht es Dieben, den Wagen innerhalb von Sekunden zu öffnen und damit abzuhauen.

Funksignale werden eingefangen und verlängert
Wie der geräuschlose Diebstahl funktioniert, demonstriert der Kriminologe Udo Hagemann am Beispiel eines von uns gemieteten Renault Espace mit Keyless-Entry-Funktion. Die Vorführung findet auf einer Straße in Berlin statt. Hagemann hat sich eine Laptop-Tasche umgehängt. Darin befindet sich die Gerätschaft für den Klau. Ein Redakteur von SPIEGEL ONLINE trägt ebenfalls eine Laptop-Tasche, die mit Technik vollgestopft ist. Zu zweit knacken sie den französischen Familienwagen.
Die Funktechnologie des Schlüssels dient Udo Hagemann als Einfallstor. „Die Signale lassen sich sogar durch Wände hindurch abfangen und bis zu 400 Meter weit übertragen“, sagt er. Das Prinzip funktioniert so: Die Autoknacker stellen sich mit einem Empfänger einfach vor die Haustüre des Fahrzeugbesitzers, fangen das Signal des Schlüssels dort ein und leiten es an einen Komplizen weiter, der am Wagen steht. Oder sie setzen sich im Café neben die Person mit dem Schlüssel. Durch die Anfälligkeit des Keyless-Go-Systems ist der Wagen dann schneller verschwunden, als der Besitzer seinen Espresso gekippt hat – obwohl der Schlüssel an Ort und Stelle bleibt.

Wenn das gestohlene Fahrzeug erst einmal in einem Versteck untergebracht ist, zapfen die Diebe über die Datenschnittstelle – die sogenannte OBD-Buchse, die beispielweise auch beim Service in der Werkstatt genutzt wird – die Software des Autos an. So können sie alle nötigen Fahrzeuginformationen auf einen leeren Schlüssel ziehen und das Auto fortan ganz normal öffnen, schließen und starten. Diese Schlüssel – laut Hagemann bekommt man sie „über Ebay oder in China und Südosteuropa“ – werden „angelernt“, heißt es im Jargon.

Hunderte Autobesitzer waren im vergangenen Jahr betroffen

Was genau in seinen beiden ominösen Laptop-Taschen steckt, verrät Hagemann nicht. Nur so viel: „Für rund 35.000 Euro kriegt man die Technik in Südosteuropa.“ Nach einem einzigen Autoklau hat man die Investition also wieder drin. Nicht nur Renault-Modelle lassen sich damit überlisten: „Es gibt keinen Hersteller, der ein hundertprozentig sicheres Keyless-Go-System bietet“, sagt Hagemann.
Als ihm das Magazin „Autobild“ vor Kurzem zehn verschiedene Modelle hinstellte – darunter eine Mercedes C-Klasse, ein VW Passat und ein Audi A4 -, konnte er mit seiner Methode jedes einzelne öffnen und starten. „Bei manchen Systemen unterscheiden sich zwar die Frequenzen, aber darauf kann ich meine Geräte einstellen.“
Bei Autodieben hat sich die Sicherheitslücke längst herumgesprochen. Offizielle Zahlen, wie viele Fahrzeuge im vergangenen Jahr über das Keyless-Go-System gestohlen wurden, gibt es nicht. „Die Fälle werden in den Statistiken nicht gesondert ausgewiesen; außerdem ist die Art eines Diebstahls oft schwer nachzuprüfen“, sagt eine Sprecherin des Bundeskriminalamts.


Diebstahlhochburgen im Osten und Norden /Süden relativ sicher

Doch es gibt Beispiele für spektakuläre Diebstahlserien, die das Ausmaß erahnen lassen: Im Main-Kinzig-Kreis wurden etwa allein im ersten Halbjahr 2015 mehr als 40 Autos geknackt. Die Täter hatten es dabei vor allem auf teure Modelle von BMW, Audi und Range Rover abgesehen. Der zuständige Kriminalhauptkommissar sprach dabei von „konkreten Hinweisen“ darauf, dass eine „neue Methode“ zum Einsatz kam: „Sogenannte Funkwellenverstärker.“ In Mecklenburg-Vorpommern führte die Polizei den Klau von insgesamt 115 Autos ebenfalls auf die Anfälligkeit des Keyless-Go-Systems zurück.
Für Hagemann ist diese „neue Methode“ eher ein alter Hut. „Ich habe schon vor acht Jahren mit solchen Geräten experimentiert“, sagt er. Am Rande eines Seminars über Sicherheitslücken bei elektronischen Systemen, das Hagemann vor Polizisten hielt, habe ihn ein Beamter auf das Risiko von Keyless Go aufmerksam gemacht. „Das hat meinen Ehrgeiz geweckt.“
Hagemann ist Gründer und Chef der Firma Bundpol Security Systems, er hat sich auf die Schulung von Behördenmitarbeitern und die Entwicklung von Sicherheitssystemen spezialisiert. Das
http://www.bundpol.de/news.htm
Wissen um die Sicherheitslücke von Keyless Go hat er nach eigenen Angaben schon früh mit den Autoherstellern geteilt.

Das sagen die Hersteller
Wie die Tests zeigen, hat sich dabei aber nicht viel getan. Die Reaktionen der Autohersteller würden in einem Arbeitszeugnis wohl so zusammengefasst werden: Sie haben sich stets bemüht.

▪ „Wir nehmen das Problem sehr ernst und arbeiten laufend an der Verbesserung unserer Schutzsysteme“, heißt es bei Renault. Auf Wunsch sei es auch möglich, die Keyless-Entry-Funktion auszuschalten.

▪ Ohne auf das Keyless-Problem direkt einzugehen, versichert BMW in einem Statement, „die Schutzmechanismen konstant weiter“ zu entwickeln. Nach eigener Ansicht zähle ihr Schutzkonzept „zu den führenden in der Industrie“. Eine ziemlich selbstzufriedene Meinung – schließlich tauchen in der jüngsten Diebstahlstatistik gleich drei BMW-Modelle in den Top-Ten auf.

▪ Mercedes teilt mit, dass sich bei Schlüsseln „neuerer Generation“ die Keyless-Go-Funktion vom Nutzer ausschalten lasse.

▪ Audi stehe zu diesem Thema „mit den Behörden in Kontakt“, sagt ein Pressesprecher. „Illegale Verwendung von Systemen zur Funkstreckenverlängerung“ nehme man „sehr ernst“.

▪ In einem Schreiben, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, teilt Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), beflissentlich mit: „Sicherheitsvorkehrungen gegen Fahrzeugdiebstahl (…) haben für die deutsche Automobilindustrie seit Jahren höchste Priorität.“ Wissmann spricht von einem „Wettlauf der Technologien ‚Fahrzeug gegen Einbruchswerkzeug'“.
Wer dabei derzeit die Nase vorn hat, zeigt Udo Hagemann mit seinen Laptop-Taschen.

Der 54-Jährige ist alles andere als ein Fortschrittsverweigerer, doch die aktuelle Entwicklung in der Autobranche stimmt ihn nachdenklich. „Je interaktiver die Fahrzeuge, desto verwundbarer ist ihre Sicherheit“, sagt Hagemann. „Spätestens wenn die Autos von selbst fahren, wird es endgültig Zeit für vernünftige Firewalls.“
Was Keyless Go betrifft: Wer in Zukunft noch viel Geld für ein hohes Diebstahlrisiko ausgibt, ist wohl selbst schuld. Und denjenigen, die sich bereits ein solches System eingebrockt haben, gibt Hagemann folgenden Tipp: „Wickeln Sie ihren Schlüssel in drei Lagen Alufolie ein, dann können die Funksignale nicht mehr abgefangen werden.“ Beim Renault Espace funktionierte der simple Trick.
Wenn man den Schlüssel bei jeder Fahrt wie eine Butterstulle ein- und auspacken muss, kann von Komfort allerdings keine Rede mehr sein.

Zusammengefasst: Keyless-Go-Sy steme, durch die sich Autos automatisch öffnen, schließen und starten lassen, sind eine Sicherheitslücke. Gegen den elektronischen Diebstahltrick von Kriminellen ist derzeit kein Hersteller immun. Deshalb sollte man auf das meist teure extra verzichten – oder man muss seinen Schlüssel mit Alufolie umständlich gegen das Risiko schützen.
http://www.spiegel.de

Diebstahlstatistik 2014: Das sind die meistgeklauten Autos

2014 wurden knapp fünf Prozent weniger Pkw geklaut als im Vorjahr. Kein Grund zum Jubeln: Die Schadenssumme blieb die gleiche. Die Diebe sind offenbar einfach wählerischer geworden.

Diebe haben rein rechnerisch in Deutschland im vorigen Jahr alle 30 Minuten ein kaskoversichertes Auto geklaut. Besonders beliebt bei den Autoknackern waren teure Geländewagen der Marke Land Rover sowie sportliche S-Modelle von Audi. Das geht aus der Kfz-Diebstahlstatistik 2014 hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht hat.
http://www.spiegel.de

 

Umfrage: Gefühlte Sicherheit nimmt ab

Die Menschen in Deutschland fühlen sich weniger sicher als im Vorjahr – das hat eine Emnid-Befragung im Auftrag der ‚BILD am Sonntag’ ergeben. 54 Prozent fühlen sich nicht ausreichend vor…[mehr lesen Die Kriminalpolizei]

Ist die Deutsche Bank eine kriminelle VereinigungMafiosi begehen Morde. Banker machen Bankgeschäfte. Politiker arbeiten für das Gemeinwohl. Und alles wird gut.
Wiederholt man solche Sätze oft genug, werden sie zu tragenden Säulen der modernen Klischeekulisse. Schließlich glauben am Ende viele, dass alle organisiert handelnden Verbrecher gewalttätig sind und Politiker aus altruistischer Gesinnung regelmäßig Recht und Gesetz respektieren. Jeder weiß aber, dass Gangster eines gewissen Kalibers der Magie von Spielcasinos erliegen, u. a. weil sie sich ganz gut auch für Geldwäsche eignen. Und allgemein bekannt ist, dass sich der „Bankbeamte“ schützend vor die Spargroschen seiner Kunden stellt, solange er sie nicht in Geschäfte investiert, von denen er keinen blassen Schimmer hat und deren Risiken er noch nicht einmal annähernd abschätzen kann. 
Was aber passiert, wenn sich auch Banken in Spielcasinos verwandeln, in denen ohne deren Wissen und Wollen mit dem Vermögen der Anleger gezockt wird? 
Vielleicht ändert sich gar nicht viel. In Spielcasinos wie in Banken gilt der gleiche Grundsatz:
„Die Bank gewinnt immer.“
Oder auch nicht. Angeblich hat die Gier von Mitarbeitern in den Handelsabteilungen internationaler Großbanken dazu geführt, dass über Jahre äußerst schadensträchtige Finanzoperationen durchgeführt wurden, welche die Manipulation wichtiger internationaler Referenz – Zinssätze („Euribor“, „Libor“) zum Ziel hatten. Deshalb verhängte die Europäische Kommission Anfang Dezember 2013 gegen sechs große internationale Finanzinstitute Bußgelder in Höhe von insgesamt 1,71 Milliarden Euro.
Die Deutsche Bank ist mit 725 Millionen Euro dabei. Das ist die höchste Strafe von allen. Zwei Händlerringe und insgesamt acht Banken hatten sich über mehrere Jahre mit verschwörerischen Mitteln und in Bereicherungsabsicht abgesprochen. Zwei Banken blieben verschont, weil sie sich als Kronzeugen zur Verfügung gestellt hatten.
Quelle: Die Kriminalpolizei

Die Riester-Lüge – Riester Renten-Lüge

Selbst wer 32 Jahre durchgehend zum Durchschnittslohn gearbeitet hat, wird künftig im Alter Sozialhilfe benötigen.

 


Einbrecherparadies NRW?: Dieter Könnes spricht über Täterprofile und moderne Fahndungsmethoden.

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Könnes kämpft
(00:30)
Video: „Sendungsprofil“ (00:30) abspielen

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Montag, 24. November 2014, 20.15 – 21.00 Uhr

Rund 55.000 mal wurde im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen eingebrochen. Mehr als in jedem anderen Bundesland. Nur etwa 14 Prozent dieser Einbrüche werden aktuell aufgeklärt. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner sind besonders die Städte Bonn, Köln und Oberhausen betroffen. Die wenigsten Einbrüche geschehen laut Statistik in Höxter, Siegen und dem Hochsauerlandkreis.
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NRW ein Einbrecherparadies? Oder sind diese Zahlenspiele nur Panikmache?
Immer öfter werden die Täter aber auch in ländlichen Gegenden aktiv. Besonders Orte mit guter Autobahnanbindung sind dabei gefährdet, denn das garantiert den Einbrechern eine optimale Fluchtmöglichkeit.
Was muss man beim Thema Einbruch über Täter und deren Vorgehen wissen?
• Die meisten Einbrüche passieren freitags und samstags
• Haupteinbruchszeit sind die Stunden zwischen 15 und 18 Uhr
• Die dunkle Jahreszeit ist Haupteinbruchszeit (November bis März)
• Besonders gefährdet bei Einfamilienhäusern sind Terrassentüren und Fenster
• Bei Mehrfamilienhäusern sind die Wohnungstüren der obersten Etagen am gefährdetsten
• Einbruchswerkzeug Nummer eins: Ein einfacher Schraubenzieher
• Die Einbrecher suchen nach Schmuck, Bargeld, teurer Elektronik – alles was einfach weggeschafft werden kann
• Der gewöhnliche Einbrecher ist laut Sicherheitsexperte Volker Schirrmacher „schnell, faul und feige“
• Die Täter halten sich selten länger als einige Minuten in den Häusern und Wohnungen auf
• Der normale Einbrecher ist in der Regel kein Gewalttäter
• Wenn Sie merken, dass sich ein Einbrecher in Ihrer Wohnung aufhält, dann machen Sie Licht an und machen sich bemerkbar. Benachrichtigen Sie die Polizei. Versuchen Sie keinesfalls, den Einbrecher selbst zu stellen!

• Video: „Thomas Schulte, Kriminaloberrat – Polizei Köln über „Spuren am Einbruchsort““ in höherer Bildqualität
Auf die Frage, ob Nordrhein-Westfalen ein Einbrecherparadies ist, antwortet Jürgen Kleis von der Gewerkschaft der Polizei: „Ja, wenn man es so plakativ ausdrücken will.“ Angesichts der niedrigen Aufklärungsquoten steht besonders die Polizei im Fokus. Beim Thema Einbruch haben es die Beamten allerdings besonders schwer. Selbst mit mehr Polizeipräsenz erhöht sich die Chance, Einbrüche zu verhindern nämlich kaum. Aber der anhaltende Personalabbau erschwert die Ermittlungen von Einbruchsfällen.
Und gerade die werden immer komplizierter, da viele Täter mittlerweile nur noch wenige Spuren am Tatort hinterlassen. Der heutige Einbrecher geht wesentlich professioneller an seine Taten heran als früher. Ein Großteil der Täter trägt mittlerweile Handschuhe. Die Hebelspuren von Schraubenziehern – dem Haupteinbruchswerkzeug – lassen sich selten genau zuordnen.
Deswegen hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen reagiert und setzt bereits jetzt Ermittlungsmethoden ein, die bis vor einigen Jahren nur Verbindung mit organisierter Kriminalität genutzt wurden. Klar ist: Ohne Hinweise aus der Bevölkerung können Täter so gut wie nie auf frischer Tat geschnappt werden.

• Video: „Joachim Meier, Kriminalhauptkommissar – Polizei Köln über „Vorgehen und Festnahme der Täter““ in höherer Bildqualität
Von den rund 55.000 Einbrüchen in Nordrhein-Westfalen sind fast 40 Prozent lediglich Einbruchsversuche, auch diese fließen in die allgemeine Statistik. In diesen Fällen scheiterten die Täter in aller Regel an vorhandener Sicherheitstechnik. Ein mechanischer Schutz, wie zum Beispiel eine sogenannte „Pilzkopfverriegelung“ an Fenstern und Türen, erschwert den Täter die Arbeit enorm. Um solche Sicherungen zu überwinden, brauchen die Einbrecher viel Kraft und vor allem Zeit. Und genau die haben sie in aller Regel nicht. Schaffen sie es innerhalb weniger Minuten nicht, sich Zugang zum Haus oder der Wohnung zu verschaffen, ziehen die Täter weiter.
Sicherheitstechnik ist aber nicht immer günstig. Um sein Geld wirklich sinnvoll in die Nachrüstung zu investieren, bietet die Polizei in Nordrhein-Westfalen kostenlose Beratung für Mieter und Hausbesitzer an. Hierbei wird individuell überlegt, welche Sicherung sich für Ihr Zuhause am besten eignet.

• Video: „Volker Schirrmacher, Experte für Sicherheitstechnik über „Kosten einer mechanischen Sicherung““ in höherer Bildqualität
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Mehr zum Thema
• Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen
• Polizeiliche Kriminalstatistik 2013
(Landeskriminalamt NRW)
• Polizei NRW – Polizeiaktion „Riegel vor!“
• Kölner Studie – Modus Operandi beim Wohnungseinbruch
• Vorsicht! Einbrecher [Die Multimedia-Reportage von HIER UND HEUTE]

http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/koenneskaempft/sendungen/einbrecherparadies102.html

 

Aktuell Eine Multimedia Reportage über ein neues Konzept der Polizei Oberhausen:http://reportage.wdr.de/einbruch-pravention#6503

Alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen
Im Jahr 2013 war die Zahl der Wohnungseinbrüche so hoch wie seit 15 Jahren nicht. Versicherer mussten fast eine halbe Milliarde Euro Schadenersatz zahlen. Am schlimmsten ist die Situation in Bonn
. Von Martin Lutz http://www.welt.de/politik/deutschland/article128587984/Alle-drei-Minuten-wird-in-Deutschland-eingebrochen.html

Kampf gegen Kriminalität: In NRW gibt es die meisten Wohnungseinbrüche
Bonn, Aachen, Köln – in diesen drei NRW-Kommunen waren Einbrecher 2013 besonders aktiv. Laut einem Medienbericht ist Nordrhein-Westfalen bundesweit der Haupt-Tatort, wenn es um Haus- und Wohnungseinbrüche geht. Die Aufklärungsquote dieser Straftaten ist niedrig. [mehr]

Die meisten Einbrüche gibt’s in Bonn [tagesschau.de]

Einbruchstatistik für München
Schön, chic, skrupellos

Von Susi Wimmer
Innerhalb von Sekunden knacken sie Schlösser, hebeln Türen auf und stehlen Schmuck und Bargeld: Die Zahl der Einbrüche steigt in München kontinuierlich. Die Experten der Polizei warnen besonders vor einer neuen Tätergruppe: Junge Frauen.
Die Damen sind meist chic gekleidet, jung, attraktiv, und sehen so aus, als ob sie gerade zum Shoppen gehen würden. In guten Münchner Wohngegenden fallen sie nicht weiter auf. Allerdings sind sie durchaus ausgekocht: Innerhalb von Sekunden knacken sie Schlösser, hebeln Türen auf und stehlen Schmuck und Bargeld. „Es wird immer öfter untertags in Mehrfamilienhäuser eingebrochen, und wir haben Frauen als Täter“, sagt Kriminaldirektor Thomas Fichtner. Jetzt, zu Beginn der Pfingstferien, rechnet die Polizei wieder mit steigenden Einbruchszahlen.
URL: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/einbruchstatistik-fuer-muenchen-schoen-chic-skrupellos-1.1988594

Drei Einbrüche in Beuel
Zeugin beobachtet mutmaßlichen Täter

BEUEL. Gleich dreimal ist am Montag in Beuel eingebrochen worden. Wie die Polizei mitteilte verschafften sich die Täter in der Zeit zwischen 8.15 und 19 Uhr in der Marchstraße, in der Feldstraße und in der Rheinaustraße gewaltsam Zutritt zu Wohnungen.

Nach einem Einbruch in der Marchstraße sah eine Nachbarin eine fremde Person im Treppenhaus. Foto: dpa
Nach einem Einbruch in der Marchstraße sah eine Nachbarin eine fremde Person im Treppenhaus. Foto: dpa

In einem Fall, nämlich in der Marchstraße, konnte eine Zeugin eine verdächtige Person beschreiben. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

In der Marchstraße öffnete ein Mann offenbar gegen 10.30 Uhr gewaltsam die Tür zu einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Laut Polizei entwendete der Tatverdächtiger ein Netbook und eine Digitalkamera. Der Sach- und Beuteschaden beträgt rund 700 Euro. Eine Nachbarin sah eine fremde Person im Treppenhaus, die mit mehreren Tüten das Haus verließ. Die Zeugin beschreibt den Mann als etwa 35 bis 40 Jahre alt, 1,60 bis 1,70 Meter groß. Er soll eine leicht untersetzte Figur haben, kurze dunkle Haare und einen Dreitagebart tragen.

In der Feldstraße wurde in ein Zimmer einer Wohngemeinschaft eingebrochen. Nähere Angaben zum möglichen Diebesgut liegen der Polizei noch nicht vor. Ebenso fehlen Täterhinweise. In der Rheinaustraße durchsuchte ein Einbrecher eine Wohnung eines oberen Stockwerks. Die Wohnungstür wurde aufgebrochen. Aus dieser Wohnung wurde Bargeld im unteren dreistelligen Wert entwendet.

Die Kriminalpolizei prüft nun, ob die drei Taten in Zusammenhang stehen. Die Ermittler bitten um Hinweise zu Personen, auf die die Beschreibung der Zeugin passt, unter der Telefonnummer 0228/15-0.
Artikel vom 20.05.2014

Drei Einbrüche in Beuel: Zeugin beobachtet mutmaßlichen Täter | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/beuel/beuel-mitte/Zeugin-beobachtet-mutmasslichen-Taeter-article1353990.html#plx1951361539

Kriminalität in Beuel
Den Anzahl der Delikte ist gestiegen

Von Axel Vogel
BEUEL. Fast flächendeckend waren die Fallzahlen bei der Gewaltkriminalität im Beritt der Bonner Polizei im vergangenen Jahr rückläufig. Eine unrühmliche Ausnahme bildet Beuel.
Auch die Zahl der Einbrüche stieg in Beuel stark an, und zwar um 11,4 Prozent. Foto: dpa
Auch die Zahl der Einbrüche stieg in Beuel stark an, und zwar um 11,4 Prozent. Foto: dpa

Hier sank zwar ebenfalls die Gesamtzahl der Straftaten wie in Bonn, Bad Godesberg und einer Reihe linksrheinischer Kommunen aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Und zwar genau um 7,8 Prozent auf insgesamt 4524 Fälle. Doch die registrierten Gewalttaten stiegen um satte 38,7 Prozent auf insgesamt 165 registrierte Fälle. Um über 71 Prozent legen dabei Raubdelikte zu.

Welche Gründe es für die Entwicklung gab, erklärten Polizeidirektor Hans-Willi Kernenbach, Leiter der zuständigen Direktion 1, und Kriminalitätsexperte Dirk Schuster gestern anlässlich der Vorstellung der Beueler Kriminalstatistik im Ramersdorfer Polizeipräsidium.
Weitere Links

Gesamtzahl der Straftaten in vielen Kommunen rückläufig
Polizei veröffentlicht positive Zahlen

Es war gleich eine ganze Serie von Straftaten, verübt von einer einzigen Gruppe Heranwachsender. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Kriminalitätsstatistik“, führte Kernenbach aus. Dabei handelte es sich laut Kollege Schuster um eine lose Gruppierung Jugendlicher, deren Treffpunkt der Konrad-Adenauer-Platz war. Von dort aus hätten die Täter entlang der Linie 66 bis nach Königswinter Personen beraubt, Handys, Bargeld und Zigaretten gestohlen, so Schuster weiter.

Aufgefallen war der Polizei das Treiben der Gruppe bereits Ende 2012/Anfang 2013, weshalb die Kripo auch eine eigene Ermittlungsgruppe namens „Konrad“ ins Leben rief. Die Ermittlungsgruppe machte bis zum Mai 2013 zwölf Tatverdächtige aus, denen insgesamt 52 Raubstraftaten zur Last gelegt wurden. Mittlerweile sind die Täter zu Sozialstunden beziehungsweise Haftstrafen verurteilt.

Was aus Sicht von Schuster im vergangenen Jahr ebenfalls „nicht zufriedenstellend“ war: Die hohe Zahl der Wohnungseinbrüche in Beuel. Mit registrierten 401 Fällen wurde 2013 um 11,4 Prozent mehr in Wohnungen und Häuser zwischen Bechlinghoven und Oberkassel eingebrochen als noch im Jahr davor.

Dabei verringerte sich die Aufklärungsquote um 3,4 Prozent auf 12,7 Prozent. Das führen die Kriminalisten auch darauf zurück, dass Tätern nicht im großen Stil Serieneinbrüche nachgewiesen werden konnten. Die Zunahme der Einbrüche ärgert die Polizei umso mehr, als man im vergangenen Jahr allein 60 Schwerpunkteinsätze während der dunklen Jahreszeit in Beuel durchgeführt hatte.

Dabei war auch Bereitschaftspolizei beteiligt. Zudem gab es laut Schuster mehrere Tage lang Kontrollkonzepte sowie begleitende Flyer-Aktionen. Auch das Gespräch mit den Bürgern habe man gezielt gesucht. Dass die Appelle der Polizei durchaus Gehör finden, zeigen aus Sicht von Dirk Schuster die Präventionsveranstaltungen mit Experten der Kriminalpolizei: „Die sind alle ausgebucht.“

Artikel vom 02.04.2014

Kriminalität in Beuel: Den Anzahl der Delikte ist gestiegen | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/beuel/beuel-mitte/Den-Anzahl-der-Delikte-ist-gestiegen-article1314391.html#plx1792937813

Aufklärungsquote in NRW
Polizei kommt Einbrechern selten auf die Spur

Von Wilfried Goebels
KÖLN/BONN. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen kommt Wohnungseinbrechern im Rheinland nur selten auf die Spur. Während die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser 2013 landesweit um 1,5 Prozent auf knapp 55 000 Delikte weiter anstieg, sank die Aufklärungsquote erneut, jetzt auf 13,6 Prozent (minus 0,2 Prozent).

Aufklärungsquote in NRW: Polizei kommt Einbrechern selten auf die Spur | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/themen/einbrueche/Polizei-kommt-Einbrechern-selten-auf-die-Spur-article1304887.html#plx1332966453

Kontrollen in Bonn
Polizei stellte nichts Verdächtiges fest


neu
BONN. Die Bonner Polizei hat in den vergangenen Tagen die zielgerichteten Kontrollen fortgeführt, um Einbruchskriminalität entgegenzuwirken. Ziel ist es, Tatverdächtige zu erkennen und neue Ermittlungsansätze zu gewinnen. Einbrechern sollen dadurch abgeschreckt werden.
In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochkonjunktur: Auch in Bonn ist das immer wieder ein Thema. Foto: dpa
In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochkonjunktur: Auch in Bonn ist das immer wieder ein Thema. Foto: dpa

Die Polizeibeamten kontrollierten am Donnerstag vor allem die Wohngebiete in Bornheim, Swisttal und Bonn-Nord. Insgesamt überprüften die sie dabei mehr als 60 Personen und rund 40 Fahrzeuge.

Bei ihren Maßnahmen traf die Polizei auch auf Personen, die in der Vergangenheit wegen Eigentumsdelikten in Erscheinung getreten sind. Aktuell war diesen Personen jedoch nichts vorwerfbar.

Die Bonner Polizei wird ihre Kontrollaktionenen zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen in Zukunft fortsetzen. Weiterhin appelliert die Polizei, sich vor Einbrüchen zu schützen. Wohnungen sollen gesichert werden und verdächtige Wahrnehmungen können jederzeit über den Notruf 110 gemeldet werden.

Informationen und eine komplette Beratung erhalten Interessierte kostenlos vom Kommissariat unter der Service-Rufnummer 0228/157676. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Bonner Polizei unter http://www.polizei.nrw.de/bonn.

Artikel vom 21.02.2014
Kontrollen in Bonn: Polizei stellte nichts Verdächtiges fest | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/bonn-zentrum/Polizei-stellte-nichts-Verdaechtiges-fest-article1273249.html#plx548456556

Ps.Polizei zum 24.03.14 (nächster Sperrmülltermin VSS.) einladen?

 

Landtag befasst sich mit Bürgerwehren: Anwohner auf Einbrecherjagd

Von Maike Jansen

Der Innenausschuss des NRW-Landtags befasst sich am Donnerstag, 06.02.2013, mit sogenannten „Bürgerwehren“ – Zusammenschlüsse von Bürgern in verschiedenen Gemeinden NRWs, die auf eigene Faust etwas gegen Einbrecher unternehmen wollen. Die Polizei warnt vor Selbstjustiz.
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Mehr zum Thema
• Diskussion um Bürgerwehr: Aktuelle Stunde vom 06.02.2014 [Mediathek]
Kurz vor Weihnachten 2013 beschlossen die Junggesellen von Mechernich-Harzheim zu handeln: Diebe waren ins Haus der Ortsvorsteherin eingestiegen, es war nicht der erste Einbruch im Ort. Ausgerüstet mit Taschenlampen und Ferngläsern legten sich die Männer auf die Lauer, fuhren „Streife“ in Harzheim. Ihr Ziel: Mögliche Einbrecher sollten abgeschreckt und der Polizei gemeldet werden.
So steht es im Bericht der Landesregierung, der am Donnerstag (06.02.2014) im Innenausschuss vorgestellt wird. Unter dem Titel „Bürger greifen zur Selbsthilfe: Bürgerwehren zum Schutz von Einbrecherbanden aufgestellt“, greift der Innenminister dort ein Thema auf, über das in den letzten Monaten immer wieder berichtet wurde: In Radevormwald verabredeten sich Bürger im Internet zu abendlichen Spaziergängen mit Warnwesten und Taschenlampen, um mögliche Einbrecherbanden abzuschrecken, in Mönchengladbach engagierten besorgte Anwohner sogar einen Sicherheitsdienst.

„Bürger begeben sich in Gefahr“
Für Innenminister Jäger haben solche Zusammenschlüsse allerdings nichts mit dem Begriff Bürgerwehr zu tun. Denn die seien „im Duden als ‚Gesamtheit der von Bürgern einer Gemeinde gebildete bewaffnete Einheiten‘ definiert“, heißt es im Bericht. Die Junggesellen von Harzheim aber würden lediglich die Gegend beobachten, nicht die Einbrecher selbst stellen. Es lägen „keine Erkenntnisse vor, dass es zu Anhaltevorgängen gekommen wäre“, sagt das Innenministerium.
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Einbrecher hebelt Fenster auf
Anders ist das in Mönchengladbach, wo ein privater Sicherheitsdienst nach potenziellen Einbrechern Ausschau hält. 72 Anwohner zahlen der Sicherheitsfirma monatlich einen „Obolus“, dafür spazieren Geschäftsinhaber Bodo Schmitz und seine Kollegen ab dem späten Nachmittag durch die Straßen, teils in Zivil, teils klar als Sicherheitsfirma erkennbar: „Wenn da jemand rumläuft, der offensichtlich nicht in eine Villengegend gehört, sprechen wir den auch schon mal an“, sagt Schmitz, „sehr höflich natürlich, wie fragen dann, was er sucht und ob wir ihm weiterhelfen können.“
Mönchengladbach sei wegen seiner guten Verkehrsanbindungen nach Holland und Belgien ein besonders beliebtes Einbruchsziel. „Aber seit wir dort Ausschau halten, ist nichts mehr passiert“, so Schmitz. Vorsorglich notieren er und seine Kollegen Kennzeichen von verdächtigen Fahrzeugen und melden sie an die Polizei: „Das hat eine abschreckende Wirkung auf Diebe“, ist sich Schmitz sicher.
Wolfgang Spieß, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, sieht das private Engagement kritisch. „Die Bürger begeben sich damit unter Umständen selbst in Gefahr“, warnt Spieß. „Die Hemmschwelle bei professionellen Einbrecherbanden gewalttätig zu werden, sinkt. Privatleute haben überhaupt nicht die Ausbildung, sich zu wehren.“
Problem Selbstjustiz
Nicht die Ausbildung, in vielen Fällen aber auch nicht das Recht: Denn auch private Sicherheitsdienste und selbst ernannte Bürgerwehren unterliegen dem „Jedermannrecht“: „Wenn Sie jemanden auf frischer Tat ertappen, dürfen Sie ihn festhalten“, erklärt Spieß. „Aber ich darf nicht seine Taschen durchsuchen oder Gewalt anwenden.“ Stelle sich der Verdacht später als falsch heraus, mache man sich schnell der Freiheitsberaubung schuldig. „Das geht dann schnell in Richtung Selbstjustiz, das finde ich sehr gefährlich“, so Spieß. Aber trotzdem rät Spieß zu Wachsamkeit: „Wenn Anwohner regelmäßig nach dem Rechten schauen, wenn ihre Nachbarn verreist sind, ist das sicherlich gut und richtig.“ Alles andere solle man aber der Polizei überlassen.
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Stand: 06.02.2014,
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Mehr zum Thema
• Sicher gegen Einbrecher: Fenster und Türen können in Sekundenschnelle aufgehebelt werden (18.11.2013) [NRW-Studios]
• Vorsicht Einbruch!: Mit Apps und Fake-TV gegen Einbrecher (25.10.2013) [WDR 5]
• Fragen und Antworten zu „Bürgerwehren“: Was darf die Nachbarschaft auf Streife? (06.02.2014) [Aktuelle Stunde]
http://www1.wdr.de/themen/politik/buergerwehr100.html

 

Einbrüche in NRW
Landesinnenminister Jäger warnt Bürger vor eigenmächtiger Jagd

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Von Wilfried Goebels
DÜSSELDORF. Nur jeder siebte der 58.000 Wohnungseinbrüche in NRW 2013 wurde aufgeklärt. In Städten wie Euskirchen, Mönchengladbach und Radevormwald laufen verängstigte Bürger inzwischen selbst „Streife“ oder haben private Sicherheitsdienste beauftragt. Die Diskussion über die Aufstellung eines privaten Sicherheitsdienstes gab es zeitweise auch in Bad Honnef.

Die Zahl der Einbrüche in NRW nimmt zu. Innenminister Jäger warnt die Bürger aber vor eigenmächtiger Verbrecherjagd. Foto: dpa

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) räumt Probleme mit osteuropäischen Einbrecherbanden ein, warnt aber Anwohner, eigenmächtig auf Verbrecherjagd zu gehen. Bisher gibt es nach Erkenntnissen des Ministeriums in NRW auch „keine Bürgerwehren“.

In einem Bericht für den Innenausschuss des Landtags greift der Innenminister Vorgänge im Kreis Euskirchen auf. Dort hatte sich der Junggesellenverein Edelweiß Harzheim 1912 nach einem Einbruch bei der Ortsvorsteherin im Dezember 2013 entschlossen, mit Taschenlampen und Ferngläsern ausgerüstet, bis zum Ende der Winterzeit täglich „private Überwachungsgänge“ durchzuführen. Inzwischen haben sich Bürger der Ortschaft Mechernich-Harzheim angeschlossen. „Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass es zu Anhaltsvorgängen gekommen wäre“, heißt es im vorliegenden Bericht.
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Mehrere Einbrüche am Wochenende
Täter nahmen Notebooks und Schmuck mit
Täter klingelten vorher bei Nachbarin

In Mönchengladbach haben 72 Anwohner eine private Sicherheitsfirma beauftragt, in zivil oder in Sicherheits-Uniform durch eine Villengegend zu laufen. Fremde werden angesprochen, verdächtige Autokennzeichen notiert. In Radevormwald treffen sich Bürger mit Hunden zu abendlichen Spaziergängen, um Einbrecher abzuschrecken.

Nach dem „Jedermannsrecht“ dürfen auf frischer Tat ertappte Täter gewaltlos festgehalten werden, bis die Polizei eintrifft. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt aber vor Aktionen auf eigene Faust, weil die Banden schnell gewalttätig werden können.

Minister Jäger bestätigt in dem Bericht, dass als Täter zunehmend „mobile überörtliche Einbrecherbanden festgestellt“ werden, die vor allem Regionen mit guter Verkehrsanbindung und Ballungsräume für ihre Anfahrts- und Fluchtwege nutzen.

Seit 1980 ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Nordrhein-Westfalen um 50 Prozent angewachsen. Jäger verweist darauf, dass Polizei und Ordnungsämter ihre Aktivitäten nicht nur im Kreis Euskirchen verstärkt haben. Durch landesweite Aktionen konnten seit August 2013 in NRW 61 Intensivtäter gestellt werden.

Die Opposition im Landtag sieht in der Eigeninitiative der Anwohner aber einen Beleg für die wachsenden Ängste vor Einbrecherbanden. Innenminister Jäger verwies kürzlich darauf, dass heute 40 Prozent der Wohnungseinbrüche scheitern, weil Nachbarn wachsam sind oder Gebäude gesichert werden.

Artikel vom 07.02.2014

Einbrüche in NRW: Landesinnenminister Jäger warnt Bürger vor eigenmächtiger Jagd | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
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Ittenbach und Oberpleis
Einbrechern auf der Spur – Polizei führte Verkehrskontrollen durch

Von Dennis Betzholz
ITTENBACH/OBERPLEIS. Die rote Kelle unterbricht die Heimfahrt von Peter Troska. Er fährt rechts ran, vorbei an sechs rot-weißen Pylonen, kurbelt das Fenster hinunter und kramt den Führerschein heraus. Er ist geradewegs in eine Verkehrskontrolle der Bonner Polizei gefahren, die sich auf die Aufklärung von Einbrüchen spezialisiert hat.

In Ittenbach richtete die Polizei eine Kontrollstelle ein.

Es ist 15 Uhr. Das ist nicht nur Feierabendzeit. Für die Polizei beginnt die „tatrelevante Zeit“. Wer Böses im Schilde führt, reist jetzt an. Oftmals, so zeigt es die Statistik, sind es auswärtige Personen, die in Wohnungen oder Häuser einsteigen.

Und meist kommen sie daher von der Autobahn. Also stehen die 20 Polizisten der Einsatzgruppe an diesem bibberkalten Dienstagnachmittag unmittelbar hinter dem Kreisverkehr in Ittenbach, der die Abfahrt von der Autobahn 3 mit der Landesstraße 331 verknüpft. Zeitgleich läuft dasselbe Prozedere auch auf der L331 in Oberpleis ab.
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Peter Troska ist tatsächlich verdächtig – verdächtig geduldig. Anders als manch anderer an diesem Nachmittag. Das hat einen Grund: Neulich brachen Kriminelle sein Auto auf. „Es passiert ja so viel. Ich bin deshalb froh über stärkere Kontrollen“, sagt er, kurbelt die Fensterscheibe wieder hinauf und fährt weiter.

Die Zahl der Einbrüche nimmt zu. Gerade hier oben in der Höhenregion des Siebengebirges, gerade in der dunklen Jahreszeit. 169 Einbrüche wurden in Königwinter im Jahr 2012 registriert. Im vergangenen Jahr war ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Anders war es laut Polizei in Bad Honnef: Dort wurden im vorletzten Jahr 126 Einbrüche angezeigt, 2013 sollen es weniger gewesen sein. Die konkreten Zahlen würden jedoch erst im März veröffentlicht werden, teilt die Polizei mit. Einbrüche gehören zu den am schwersten aufzuklärenden Straftaten. Die Bonner Polizei löst in ihrem Zuständigkeitsbereich etwa jeden fünften Fall – ein Spitzenwert in Nordrhein-Westfalen.

Diese Verkehrskontrolle soll dazu beitragen, dass die Quote noch besser wird. „Wir wollen Präsenz zeigen, den Tätern zeigen: ‚Wir sind hier. Das Entdeckungspotenzial ist hoch'“, sagt Gerd Mainzer, Leiter der Wache Ramersdorf. Derartige Kontrollen sollen nun regelmäßig und stets an wechselnden Orten stattfinden.

Bis in die späten Abendstunden winken die Polizisten Fahrzeuge von der Straße. Meist sind es kleine Lieferwagen, die Diebesgut geladen haben könnten. Oder Wagen mit auswärtigen Kennzeichen. Oder Autos, in denen mehrere Personen sitzen. Die Beamten erwischen Autofahrer mit Handy am Ohr, 3,5-Tonner mit ungesicherter Ladung oder nicht angeschnallte Fahrzeugführer.

Die Halbzeitbilanz sieht auf den ersten Blick nicht spektakulär aus: 78 Autos hat die Polizei in drei Stunden überprüft. Zwei Personen waren tatsächlich bereits wegen Eigentumsdelikten polizeibekannt. Eine aktuelle Straftat konnte ihnen aber nicht nachgewiesen werden. Aber eines bleibt: das gute Gefühl, dass Einbrecher verfolgt werden.

Artikel vom 28.01.2014

Ittenbach und Oberpleis: Einbrechern auf der Spur – Polizei führte Verkehrskontrollen durch | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
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Polizeigewerkschaft warnt vor Osteuropäern
Von Jutta Rippegather

Die Zahl der Zuwanderer aus Rumänien steigt.
Der hessische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft sieht in der Zuwanderung von Osteuropäern eine „Gefahr für die innere Sicherheit“ in Deutschland und verweist auf die Verbrechensstatistik. Das hessische Innenministerium relativiert jedoch die Zahlen.

Wiesbaden. – Der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft hat sich in die Diskussion um die Zuwanderung aus Osteuropa eingeschaltet. Landesvorsitzender Heini Schmitt erklärt, dass die Diskussion „verwässert“ werde und „die Zuwanderer nur als Opfer“ betrachtet würden. Nach seiner Darstellung sind Osteuropäer vor allem Täter, die die Sicherheit der Republik gefährdeten.

Futter für die Stammtische
Als Beleg führt der Landesvorsitzende die Kriminalstatistik für Hessen: Die weise von 2005 bis 2012 einen Anstieg der tatverdächtigen Rumänen um 286 Prozent aus. Bei den Bulgaren sei die Zahl der Tatverdächtigen von 2010 bis 2013 um 48 Prozent gestiegen. „Eine hohe Anzahl davon sind Mehrfachtäter“, so Schmitt. Die Delikte gingen „quer durch das Strafgesetzbuch bis hin zu Roheitsdelikten“. Und die Erfahrung der Polizei bei Kontrollen auf Autobahnen bestätigten, „dass viele Osteuropäer, die mit Eigentumskriminalität in Verbindung zu bringen sind, bei uns auf der Durchreise sind“. All dies sind nach Auffassung des Landesvorsitzenden Gründe, vor den Auswirkungen „auf die innere Sicherheit und den sozialen Frieden“ zu warnen. „Hessens und Deutschlands Bürger zahlen den Preis“, sagt er. Sie als Steuerzahler seien Kriminalitätsopfer. Ihre Lebensqualität werde eingeschränkt, Parallelgesellschaften und Angsträume entstünden. Schmitt: „Der soziale Zündstoff darf nicht unterschätzt werden.“
Zuwanderung: Das leisten die Kommunen in Hessen
Lebensunterhalt: Nach EU-Recht haben Arbeitssuchende in den ersten drei Monaten zwar keinen Anspruch auf finanzielle Hilfe des aufnehmenden Landes. Doch viele Kommunen sagen: «Wir können eine Familie, die plötzlich in unsere Stadt kommt, nicht einfach auf der Straße stehen und verhungern lassen». Es gibt Geldhilfen – unterhalb des Hartz-IV-Existenzniveaus von derzeit 391 Euro monatlich, oder auch Sachmittel – wie Lebensmittel und Kleidung. Häufig müssen Arztkosten übernommen werden, insbesondere die Kinder sind oft nicht krankenversichert.
http://www.fr-online.de/zuwanderung-in-rhein-main/zuwanderung-osteuropaeer-polizeigewerkschaft-warnt-vor-osteuropaeern,24933504,25968224.html

Erika Steinbach Einbrecher stehlen Schmuck von Steinbach

Unbekannte Täter sind in das Haus von CDU-Politikerin Erika Steinbach eingedrungen und haben Schmuck in noch unbekannter Schadenshöhe gestohlen. Die Täter seien mit „brachialer Gewalt“ vorgegangen, sagte Steinbach.

Erika Steinbach (70), CDU-Bundestagsabgeordnete und Chefin des Bundes der Vertriebenen, ist Opfer von Einbrechern geworden. Unbekannte hätten am Montag eine kurze Abwesenheit genutzt, um mit brachialer Gewalt in ihr Haus in Frankfurt einzudringen, berichtete die Politikerin am Dienstag.
Nach Angaben der 70-Jährigen griffen sich die Unbekannten ihren Schmuck, darunter Geschenke ihres Mannes. Die Schadenshöhe konnte Steinbach zunächst nicht beziffern. „Für mich ist der höchste Wert der ideelle Wert“, sagte sie. Das Geschmeide spiegele mehr als 40 Ehejahre wider.
„Unser Haus ist eigentlich sehr gut gesichert – so, wie die Polizei uns das empfohlen hat“, sagte Steinbach, die auch auf ihrer Facebook-Seite über den Fall berichtete. Vor jedem Fenster sei ein Gitter angebracht, zudem gälten die Scheiben als einschlagssicher. Die Täter hätten aber an der Seite zum Garten hin das Gitter herausgerissen und das Fenster „mit Brachialgewalt“ zertrümmert. „Als wir kamen, müssen sie noch im Haus gewesen sein“, mutmaßte sie. Denn die Täter hätten in der Eile den gestohlenen Hausschlüssel und einen Manschettenknopf ihres Mannes verloren. Steinbachs Fazit: „Ich werde mir noch eine Alarmanlage zulegen.“ (dpa)
http://www.fr-online.de/frankfurt/erika-steinbach-einbrecher-stehlen-schmuck-von-steinbach,1472798,25953236.html

Einbrüche im Rhein-Sieg-Kreis
Täter schlugen elf Mal zu


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RHEIN-SIEG-KREIS. Ein arbeitsintensives Wochenende hat die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis hinter sich. Allein elf Mal wurden die Beamten zu Wohnungseinbrüchen gerufen. Fünf Vorfälle ereigneten sich in Hennef.

Alle Einbrüche fanden zwischen Freitag, 17. Januar, und Sonntag, 19. Januar, statt. In Hennef waren Ein-und Mehrfamilienhäuser an der Waldstraße, der Schützenstraße, der Dickstraße, in Weldergoven an der Hubertusstraße und in Uckerath an der Ackerstraße. Meist hebelten die Täter Balkon- oder Terrassentürenauf.

Zur Beute gehörten Schmuck, Bargeld und Laptops. In Troisdorf-Spich, an der Straße „Am Hang“, kletterten Einbrecher an einem Mehrfamilienhaus auf einen Balkon und brachen die Balkontür auf. Aus der Wohnung wurde ein Tablet PC gestohlen. In Spich, an der Bonner Straße, wurde an einem Mehrfamilienhaus ein Fenster im Erdgeschoss aufgebrochen. Dort erbeuteten die Einbrecher drei Laptops.

So kundschaften Einbrecher Häuser aus
So häufig wird in die Wohnungen der Region eingebrochen
So schützen Sie sich vor einem Einbruch

In Niederkassel suchten sich Einbrecher ein Reihenhaus an der Straße „In den Schnittlingen“ aus und hebelten eine zum Garten gelegene Glastür auf. Aus dem Schlafzimmer nahmen sie Schmuck mit. In Ruppichteroth-Niederlückerath waren die Täter auf noch unbekannte Weise in das Obergeschoss eines Mehrfamilienhaus gelangt und stahlen zwei Kameras.

In Neunkirchen-Seelscheid wählten Einbrecher ein Mehrfamilienhaus an der Bonner Straße als Zielobjekt aus und nahmen eine teure Armbanduhr mit. In Siegburg wurde aus einem Einfamilienhaus an der Litzmannstraße nach Aufbrechen der Terrassentür ein Apple MacBook gestohlen.

Die Polizei nimmt sachdienliche Hinweise zu den Einbrüchen unter 02241/5410 entgegen. Außerdem bittet sie die Bevölkerung, verdächtige Wahrnehmungen unmittelbar über Polizeiruf 110 zu melden.

Anmeldungen zu kostenlosen Beratungsabenden des Kriminalkommissariates für Kriminalprävention/Opferschutz zum Thema technische Einbruchssicherung unter 02241/5414777. Polizeiliche Informationen zum Schutz vor Einbrechern gibt es auch im Internet unter http://www.riegelvor.nrw.de.

Einbrüche im Rhein-Sieg-Kreis: Täter schlugen elf Mal zu | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/themen/einbrueche/Taeter-schlugen-elf-Mal-zu-article1247034.html#plx1437508281

Siebengebirge
Polizei geht offensiv gegen Einbrecher vor

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SIEBENGEBIRGE. Die Polizei Linz konnte erste Erfolge bei der Aufdeckung von Wohnungseinbrüchen verbuchen. Auch ein Bad Honnefer geriet ins Visier der Ermittler.

Polizeikontrolle auf der B42 an der Ausfahrt Unkel: Der Polizei ging am Freitagnachmittag ein Verdächtiger ins Netz. Foto: Frank Homann

Einbrecher nutzen die dunkle Jahreszeit vermehrt für ihre Beutezüge. Deshalb hat die Polizei ihre Aktionen seit dem vergangenen Mittwoch nochmals intensiviert. Von dieser Offensive ist besonders das Grenzgebiet zu Nordrhein-Westfalen, der nördliche Kreis Neuwied, betroffen.

Am Freitagnachmittag führten Polizeikontrollen, bei denen bis zu 20 Beamte im Einsatz waren, zu einer deutlich sichtbaren Polizeipräsenz. Über mehr als fünf Stunden hinweg waren die Beamten in Unkel und Rheinbreitbach aktiv. Alle Verkehrsteilnehmer auf der B42 wurden einer Sichtkontrolle unterzogen und gegebenenfalls selektiv intensiv kontrolliert.

Gestern berichtete die Polizei Linz von ersten Erfolgen: So fuhr in Unkel ein 27-jähriger tunesischer Staatsangehöriger in die Polizeikontrolle. Er wurde von der Staatsanwaltschaft gesucht, weil er im Rahmen zahlreicher Strafverfahren mehrfach seine Erreichbarkeit verschleiert hatte. Ihm werden unter anderem Raubdelikte und Wohnungseinbrüche vorgeworfen.

Am Tag zuvor waren Anwohner zudem auf einen in Litauen zugelassenen Wagen aufmerksam geworden, deren Insassen sich auf verdächtige Weise in einem Wohngebiet in Erpel aufhielten. Bei der Kontrolle zeigte sich, dass sie im Verdacht stehen, Mitglieder einer internationalen Diebesbande zu sein.

In der Nacht zu Sonntag wurde in Rheinbreitbach ein junger Mann aus Bad Honnef kontrolliert. Er hatte eine Softair-Waffe dabei, die einer echten Schusswaffe täuschend ähnelt, und Utensilien, die auch für einen Einbruch verwandt werden können. Außerdem wurden bei ihm Betäubungsmittel gefunden.

Ein zweiter Mann – vermutlich gehörten beide Personen zusammen – konnte zunächst flüchten. Er wurde laut Polizei später als ein 19-jähriger Gewalttäter aus Koblenz identifiziert, der bereits aus 22 Strafverfahren bekannt ist. Weil die Kontrolle in örtlicher und zeitlicher Nähe zu einem Einbruch erfolgte, könnte eventuell ein Zusammenhang bestehen.

Die Ermittlungen dazu dauern an. Die Polizei Linz will den Kontrolldruck weiterhin aufrechterhalten. Ähnliche Aktionen kündigte sie für die nächsten Tage und Wochen an.

Artikel vom 21.01.2014

Siebengebirge: Polizei geht offensiv gegen Einbrecher vor | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
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Stadt Bonn
Einbruchszahlen weiterhin zu hoch

Von Andreas Baumann
BONN. Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität brennt der Polizei auf den Nägeln: Zwar sei der starke Anstieg der Fälle gebremst, erklärte Polizeisprecher Robert Scholten, aber die Zahl der Einbrüche sei „weiterhin zu hoch“.

Das geht auch aus einem Vergleich unter 120 deutschen Städten hervor, den das Internetportal preisvergleich.de kürzlich veröffentlichte. Gemessen an der Zahl der Wohnungen hat Bonn demnach bundesweit die zweithöchste Belastung durch Einbrüche. Ob das so stimmt, kann die Bonner Polizei derzeit nicht bewerten. Die Kriminalstatistik für 2013 liege noch nicht vor – und damit fehlten auch die vergleichbaren „Häufigkeitszahlen“.

Was Polizeisprecher Scholten trotzdem schon sagen kann: Die Zahl der Einbrüche im Präsidiumsbereich sei nahezu auf Vorjahresniveau geblieben. 2012 war sie um 25,6 Prozent auf 2648 hochgeschnellt. Zum Vergleich: 2009 waren es 1971 Fälle. Auch im ersten Halbjahr 2013 gab es laut Scholten noch einmal einen starken Anstieg bei den Einbrüchen.
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So häufig wird in die Wohnungen der Region eingebrochen
So schützen Sie sich vor einem Einbruch

Nachdem der Polizei etliche Festnahmen gelungen seien, registrierten die Ermittler im zweiten Halbjahr jedoch einen „deutlichen Rückgang“ der Wohnungseinbrüche, vor allem an Brennpunkten wie Bad Godesberg und Meckenheim.

Scholten sieht das als Bestätigung für die Strategie der Polizei, die neben der klassischen Ermittlungsarbeit auch auf Präsenz- und Kontrollen an Brennpunkten sowie auf die Mitwirkung wachsamer Bürger setzt. „Mit diesem Konzept sind wir auf dem richtigen Weg“, betont Scholten. „Wir werden nicht locker lassen.“

Zugenommen haben im Vorjahresvergleich die Fallzahlen in der Bonner Innenstadt und in benachbarten Stadtteilen bis hin nach Endenich, in die Südstadt und nach Tannenbusch. Aktuell verzeichnet die Polizei vermehrte Einbrüche in Wachtberg sowie im Stadtbezirk Beuel. Scholten: „Dort haben wir unsere Aktivitäten nochmals deutlich verstärkt.“

Artikel vom 31.12.2013

Stadt Bonn: Einbruchszahlen weiterhin zu hoch | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
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16. Dezember 2013
120-Städte-Studie Wohnungseinbruch: Jede 178. bewohnte Wohnung ausgeraubt / Über 450 Mio. Euro Schaden / Organisierte Kriminalität überzieht das Land
Über 144.000 Delikte / 9,3% mehr Einbrüche / Jede vierte Minute ein Einbruch / 45% der Delikte zwischen November und Februar / Bis zu 75% ausländische Tatverdächtige / Polizei machtlos: 84% der Delikte werden nicht aufgeklärt
http://presse.preisvergleich.de/preisvergleich-artikel/120-stadte-studie-wohnungseinbruch-jede-178-bewohnte-wohnung-ausgeraubt-uber-450-mio-euro-schaden-organisierte-kriminalitat-uberzieht-das-land/

Kampf gegen A1-Bande Jetzt jagen die Eifeler die Einbrecher selbst
Von ALEXANDER KUFFNER

Rainer Strasser (39, l.) und Christoph Arentz (34) patrouillieren mit Nachtsichtgerät und Funk in ihrem Heimatort Harzheim.
Foto: Privat
Eifel –
Sie sitzen stundenlang in ihren kalten Autos, haben Walkie-Talkies und Nachtsichtgeräte am Mann: In immer mehr Eifeldörfern greifen Bürger zur Selbsthilfe.
Die Einbruchszahlen steigen massiv, die Polizei ist unterbesetzt. Über Dörfer wie Harzheim (Stadt Mechernich) oder Pesch (Gemeinde Nettersheim) wacht jetzt eine Bürgerwehr.
Die beiden Orte mit jeweils rund 500 Seelen bedienen das Beuteschema der Klau-Banden perfekt: kleine Dörfer in direkter Nähe zur A1. Man ist schnell drinnen und schnell wieder draußen, bevor Polizei da ist.
„Es ist krass, was in der letzten Zeit bei uns abgeht“, sagt Jochen Welschmid (29) vom Jungesellenverein Harzheim. „So viele Einbrüche hatten wir hier noch nie.“
Vor Weihnachten habe man sich entschlossen, in den Abend- und Nachtstunden die Dorfstraßen zu überwachen, so Welschmid. „Zehn bis 20 Mann sind immer dabei“, sagt er.
Mittlerweile sei man mit ähnlichen Gruppen in Nachbarorten wie Pesch vernetzt, halte sich gegenseitig auf dem Laufenden. Erst einen Einbruch haben die Harzheimer seit dem Einsatz ihrer Bürgerwehr zu beklagen. Welschmid: „Der war um 17 Uhr, seitdem patrouillieren wir schon früher.“
Wilfried Pracht (57), Bürgermeister der Gemeinde Nettersheim, kennt das Problem: „In unseren Dörfern in Autobahnnähe haben sich die Einbrüche verdoppelt!“ Von Dezember bis heute seien ihm rund 30 Fälle bekannt. Eine Bürgerwehr sieht er problematisch, fürchtet Konflikte.
Pracht hatte eine andere Idee: „Wir haben rund 200 freiwillige Feuerwehrleute in der Gemeinde.“ Diese müssten sowieso regelmäßig „Bewegungsfahrten“ mit ihrem Fuhrpark durchführen. „Das tun sie jetzt bevorzugt abends und in den betroffenen Orten, halten dabei die Augen offen“, erklärt Pracht.
Sein Amtsnachbar Dr. Hans Peter Schick (52), Bürgermeister der Stadt Mechernich, kritisiert die Bürgerwehren ebenfalls. „Das Risiko, dass jemand verletzt wird, ist zu hoch.“
Fast noch schlimmer sei die Gefahr, dass die Idee Schule mache und auf noch mehr Dörfer überspringe. „Das gäbe eine Welle, die nicht mehr zu kontrollieren ist.“ Selbst die Idee seines Kollegens mit der Feuerwehr-Streife kommt bei ihm nicht an: „Ich kann doch meine Feuerwehr nicht als Hilfspolizei instrumentalisieren“, sagt Schick.
Landrat Günter Rosenke (63) würde seinem Kreis Euskirchen als Leiter der Kreispolizeibehörde gerne weitere Polizisten zur Verfügung stellen: „Aber ich bekomme einfach nicht mehr.“
Bürgerwehren verurteilt er massiv, er setzt auf da lieber auf aufmerksame Nachbarn. Rosenke: „Dass hier draußen bei uns sowieso nichts passiert, gilt längst nicht mehr. Im Gegenteil!“
Das sagt die Bonner Polizei
In Bonn gab es 2013 etwa so viele Einbrüche wie in 2012, sagt Daniela Lindemann, Sprecherin der Bonner Polizei. Die offizielle Statistik wird im März genaue Zahlen liefern. In den vergangenen Monaten seien die Einbrüche im Stadtgebiet zurückgegangen.
Interessant: Im Nachbarkreis Euskirchen stiegen sie zur gleichen Zeit. Die „reisenden Banden“ scheinen lieber dort zu arbeiten, wo wenig Polizei droht. Lindemann: „Wir arbeiten eng mit den umliegenden Kreisen zusammen, um mobile Banden zu fassen.“
Bei der Frage, was die Bonner Polizei von der Idee einer Bürgerwehr hält, wird rumgeeiert: „Eine Mitwirkung der Bürger ist uns wichtig“, so Kriminalrat Dirk Schuster, Leiter der Kriminalinspektion 3.
Man appelliere, bei verdächtigen Beobachtungen sofort die 110 zu wählen. „In vielen Fällen konnten wir nach einer schnellen Alarmierung Einbrecher vor Ort festnehmen oder Ausspähversuche aufdecken“, so Schuster. Heißt: Lieber die Polizei-Experten einschalten als selber aktiv werden!
Auch interessant
http://www.express.de/bonn/kampf-gegen-a1-bande-jetzt-jagen-die-eifeler-die-einbrecher-selbst,2860,25910288.html

Brutale Gangster A 1-Bande: 2500 € Kopfgeld ausgesetzt
Von IRIS KLINGELHÖFER

So soll einer der Täter aussehen.
Foto: Phantomfoto: Polizei
Bonn/Kreis Euskirchen –
Sie rissen ihre betagten Opfer nachts aus dem Bett, schlugen sie krankenhausreif und warfen sie gefesselt in den Keller: Die brutale A1-Bande – jetzt hat Bonns Staatsanwaltschaft auf sie ein „Kopfgeld“ von 2500 Euro ausgesetzt!
Seit Mitte Juni verbreitet die Bande Angst und Schrecken. Die zwei Maskenmänner schlagen immer in kleinen Orten entlang der A 1 zu, wo sie schnell über die Autobahn flüchten können (EXPRESS berichtete). Und das ist ein Problem für die Fahnder.
Es gibt so gut wie keine Zeugenhinweise. Von einer heißen Spur ganz zu schweigen. Zwar wurde in Nettersheim-Pesch einer der Täter gesehen und danach ein Phantombild erstellt – doch auch das brachte die Ermittler nicht weiter.
Jetzt locken 2500 Euro! Die Belohnung gibt es für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung eines der oder beider Täter führen. Die betroffenen Rentnerpaare hoffen sehr, dass die Bande so endlich gefasst wird – damit sie zu Hause wieder ihren Frieden finden. Alle Opfer sind seit den Taten stark traumatisiert.
Wie Kurt (79) und Eva S. (75, Namen geändert) aus Mechernich-Kommern. In der Nacht zum 22. Juni wurden sie von den Räubern so grausam zugerichtet, dass eine Bonner Mordkommission ermittelt. Hinweise zu der Bande bitte an die Polizei unter 0228/150.

Die Chronologie der Überfälle:
12. Juli, Leverkusen-Schlebusch: Ein Täter tarnt sich als Postbote, verschafft sich und seinem Komplizen so Einlass in ein Einfamilienhaus, Opladener Straße. Die Frau (69), die arglos die Tür geöffnet hat, bekommt einen Schlag auf den Kopf und wird im Keller gefesselt.
17. Juni, Nettersheim-Pesch: 17. Juni, 13.55 Uhr: Die Bande überfällt ein Ehepaar (beide 81), als es im Vorgarten seines Hauses (Jakob-Kneipp-Straße) sitzt. Die Frau sitzt im Rollstuhl! Den Täter ist das egal, sie sperren beide gefesselt in den Keller. Beute: Schmuck, Geld.
22. Juni, Mechernich-Kommern: 22. Juni, vier Uhr: Die maskierten Täter brechen durch ein Fenster in ein Haus, Mittelstraße ein, stürmen ins Schlafzimmer eines Rentnerpaares (75, 79). Sie schlagen auf beide ein, bringen sie in den Keller. Dabei stürzt der 79-Jährige die Treppen runter, verletzt sich schwer.
11. Juli, Zülpich-Ülpenich: Das Duo bricht in ein Einfamilienhaus (Pfarrer-Jägers-Straße) ein, überrascht die Bewohner (58, 68) im Schlafzimmer. Die Täter bedrohen das Paar, erzwingen die Herausgabe von Geld, Schmuck. Sie sperren ihre gefesselten Opfer in den Keller, schlagen den Mann.

Vorsicht „Enkeltrick“: Die „Familie“ ruft an
von Angelika Henkel, NDR Fernsehen

Im großen Stil werden beim „Enkeltrick“ alte Menschen angerufen und dann bestohlen. (Themenbild) In Wolfenbüttel waren sie im Februar: 20.000 Euro auf einen Schlag erbeuteten sie bei einem Opfer. In Hannover gelang es Betrügern, an einem einzigen Tag Ende Mai gleich zweimal abzuzocken: 30.000 und 40.000 Euro, ergaunert von Rentnern. Fast täglich werden dem Landeskriminalamt (LKA) aus allen Ecken Niedersachsens neue „Enkeltrick“-Fälle gemeldet. Unter Hunderten Versuchen gelingt alle paar Tage ein Treffer. Oft wird das Ausmaß erst nach der Testamentsvollstreckung sichtbar, weil sich Großvater oder -mutter schämen, auf den Trick hereingefallen zu sein.
Täter nutzen Einsamkeit und Überforderung aus

Doch niemandem muss es peinlich sein. Die Täter gehen geschickt vor. Der Tatablauf ist schnell erklärt: Angerufen werden gezielt ältere Menschen. Ihnen spielt der Täter vor, ein Verwandter zu sein, der dringend Geld braucht. Originalmitschnitte aus Telefonüberwachungen zeigen: Die Täter nutzen die gemischte Gefühlslage ihrer Opfer aus Einsamkeit, Hilfsbereitschaft und Überforderung aus. Hinzu kommt, dass hier kriminelle Profis am Werk sind. Hinter dem „Enkeltrick“ stecken Netzwerke, die nach Informationen von Hallo Niedersachsen dem organisierten Verbrechen zugerechnet werden.
So läuft der „Enkeltrick“ ab

Die Betrüger rufen alte Menschen an und melden sich am Telefon mit Formulierungen wie „Rate mal, wer hier spricht!“. Sie geben sich als Verwandte, zum Beispiel Enkel, oder als gute Bekannte aus und erzählen, sie bräuchten dringend und schnell Bargeld. Als Grund wird eine finanzielle Notlage angegeben – als Folge eines Unfalls, eines Auto- oder Computerkaufs. Oft wird das Opfer mit wiederholten Anrufen unter Druck gesetzt. Gibt der oder die Angerufene nach, behauptet der Betrüger, er könne das Geld nicht selbst abholen. Ein Bote werde kommen, sich mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweisen und das Geld in Empfang nehmen.
Netzwerke agieren von Polen aus

Die „Zentrale“ der Betrüger hat ihren Sitz in Polen. Von hier aus rufen vorwiegend junge Männer systematisch Menschen in ausgesuchten Städten an. Sie orientieren sich dabei an Vornamen, die typisch klingen für die Generation über 80. „Die Täter sind organisiert wie Call-Center“, beschreibt Ulf Küch, niedersächsischer Vorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BdK), das Vorgehen. „Angerufen wird wie am Fließband. Und das Netzwerk arbeitet längst europaweit. Manche haben sich auf italienische Opfer spezialisiert, andere auf englische.“
Ein stramm organisiertes System

Fällt jemand auf den Trick herein, übergibt der Anrufer die Daten an einen Komplizen. Ermittler schreiben ihm die Rolle des „Logistikers“ zu. Auch er arbeitet von Polen aus und dirigiert Teams quer durchs Land hin zu den lukrativen Adressen jener Rentner, die zur „Hilfe“ bereit waren. Diese Teams sind bereits in der Nähe postiert. Eine Person fungiert als „Abholer“ – der Anrufer sagt, er könne nicht persönlich kommen. Mindestens ein weiterer Betrüger steht Schmiere, um sicherzugehen, dass nicht doch die Polizei eingeschaltet wurde. Das Geld wird bar nach Polen gebracht. Spuren durch Banküberweisungen oder Kontoverbindungen hinterlassen die Täter so nicht.
Das rät die Polizei:

– Wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen, ist Misstrauen angebracht.
– Geben Sie dem Anrufer auf keinen Fall Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen.
– Sprechen Sie mit Angehörigen, wenn Sie am Telefon jemand um Geld gebeten hat.
– Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte.
– Informieren Sie nach einem verdächtigen Anruf die Polizei unter der Notruf-Nummer 110.
Ermittlungsschwierigkeiten für Polizei und Justiz

Anke Smug vom LKA spricht von einem „abgeschlossenen Zirkel“, der die Betrügereien steuert. Nach Erkenntnissen der Polizei handelt es sich bei den Trickbetrügern um mehrere Gruppierungen. Auf den „Enkeltrick“ hat sich eine Familie spezialisiert, die sich selbst laut Ermittlern der Gruppe der Roma zurechnet. Sie umfasst rund 1.500 Angehörige. „Es handelt sich um einen abgeschlossenen Zirkel. Sie sprechen einen eigenen Dialekt, die Bande untereinander sind sehr stark“, erklärt Anke Smug vom LKA Niedersachsen. Das mache es für die Polizei schwierig, Ansätze zu finden.
Keine überregionale Kooperation der Ermittler

Im LKA gab es zeitweise eine eigene Ermittlungsgruppe zum Phänomen „Enkeltrick“. Doch obwohl zu vermuten ist, dass das Netzwerk deutschlandweit agiert, gibt es keine bundes- oder europaweiten Ermittlungen aus einer Hand. Der BdK kritisiert genau das. Zwar gebe es einzelne Ansätze. Doch mangele es bei Staatsanwaltschaften oft am Interesse, komplexe Verfahren an sich zu ziehen. Der Erfahrung nach würde jeder bekannte „Enkeltrick“-Fall von der örtlich zuständigen Staatsanwaltschaft bearbeitet, der Blick auf das übergeordnete Netzwerk fehle.
Justizministerium: Vorratsdatenspeicherung notwendig

„Wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass die einzelnen Staatsanwaltschaften sich nicht solch umfangreiche Ermittlungen ans Bein binden wollen“, so Ulf Küch. Ein Vorwurf, dem das Justizministerium widerspricht. Die „Enkeltrick“-Fälle würden sehr wohl von den Fachabteilungen für organisierte Kriminalität bearbeitet, so ein Sprecher auf Anfrage des NDR. Er verweist auf ein anderes Defizit: Will man den Hintermännern weiter auf die Spur kommen, so müsse die Telekommunikation zwischen den Tatbeteiligten nachvollzogen werden. „Das scheitert oft an der fehlenden Vorratsdatenspeicherung“, heißt es im Justizministerium mit Blick auf die schwelende Debatte um einen Gesetzentwurf.
Ein Geschäft mit Zukunft

Mit dem perfiden „Enkeltrick“ werden vor allem demenzkranke Menschen um ihre Ersparnisse gebracht. (Themenbild) Fakt ist, die Betrüger können zurzeit offenkundig in eine lukrative Zukunft blicken. Immer mehr alte Menschen, das heißt auch: immer mehr Menschen mit Demenz. Im Jahr 2010 ergaunerten Täter bundesweit mehr als sechs Millionen Euro. Und das sind nur die Fälle, die bekannt sind. Bis Oktober wurden im niedersächsischen LKA mehr als 450 „Enkeltrick“-Versuche aus dem ganzen Land gemeldet. Erfolgreich waren die Betrüger in fast 40 Fällen. Sie kassierten mehr als 370.000 Euro – für den einzelnen Rentner meist der finanzielle Ruin.

Bonner Ex-Oberstaatsanwalt
„Man darf die Fakten nicht verschweigen“

BONN. Mehr als 30 Jahre lang verfolgte Egbert Bülles als Staatsanwalt in Köln Verbrecher. In seinem Buch „Deutschland Verbrecherland?“ zieht der Bonner eine ernüchternde Bilanz: Wenn die Politik nicht gegensteuere, schreibt er, sei der Kampf gegen die organisierte Kriminalität nicht mehr zu gewinnen. Mit Egbert Bülles sprach der GA. mehr…
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bad-godesberg/Man-darf-die-Fakten-nicht-verschweigen-article1223752.html

Unbequeme Wahrheiten
Organisierte Kriminalität macht nicht an Grenzen Halt
Lagebild 2012 des LKA

BONN. Laut Lagebild 2012 des LKA sind Osteuropäer bei Eigentumsdelikten stark vertreten. Deutsche begehen vor allem Wirtschaftsstraftaten mehr…
Nachrichten aus Bonn | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/#plx1392074485

Einbrüche in Bayern Jagd auf Mister Unbekannt

Einbrecher brauchen in der Regel nur Sekunden, bis sie es in ein Haus oder eine Wohnung geschafft haben.
(Foto: Nicolas Armer/dpa)
Die Diebe kommen in der Dunkelheit und zerwühlen schnell die ganze Wohnung: In einigen Regionen Bayerns ist die Zahl der Einbrüche dramatisch gestiegen. Landesregierung und Polizei wollen nun eine Strategie entwickeln, um das Problem in den Griff zu kriegen.

Manchmal, auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, überkommt Sonja Weber wieder dieses mulmige Gefühl. Was, wenn die Wohnungstür wieder offensteht – aufgebrochen mit einem Brecheisen? Was, wenn wieder die Schränke zerwühlt sind? „Man ist dann tatsächlich eher überrascht, wenn nichts passiert ist“, sagt die junge Frau, die eigentlich anders heißt. Vor wenigen Wochen wurde in ihre Münchner Wohnung eingebrochen – und die Erinnerung daran ist noch längst nicht verblasst. Immer wieder stellt Sonja Weber sich vor, wie „Mister Unbekannt“, wie sie ihn nennt, in der Wohnung herumschleicht, Schubladen aufzieht und alles antatscht, während sein Kumpel unten im Flur Schmiere steht.

Die Meldungen von Einbrüchen häufen sich. Herbstzeit war schon immer Einbruchszeit: Weil es dunkel wird, bevor die Menschen aus der Arbeit kommen, sind die Bedingungen für Einbrecher ideal. Doch dieses Jahr scheint es besonders schlimm zu sein. Allein bis einschließlich Oktober gab es 5127 Einbrüche im Freistaat – das sind gut neun Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In München erwartet die Polizei sogar einen Anstieg von 20 Prozent. Auch in Unterfranken ist die Zahl der Einbrüche stark angestiegen. In Mittelfranken und Schwaben Nord ist dagegen sogar etwas seltener eingebrochen worden als im Vorjahr.
http://www.sueddeutsche.de/bayern/einbrueche-in-bayern-jagd-auf-mister-unbekannt-1.1841675

Bonn,Einbrecherbande festgenommen 02.12.2013:http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/themen/einbrueche/

Bilanz des Wochenendes
Vier Einbrüche und vier Einbruchsversuche in Beueler Stadtteilen
cla
BONN. In der Zeit von Donnerstag (28.11.), 10.30 Uhr, und Samstag (30.11.), 7 Uhr, kam es in Limperich, Geislar, Schwarzrheindorf, Holzlar , Ramersdorf und Niederholtdorf zu Einbrüchen und Einbruchsversuchen.

In der Region wird häufig eingebrochen. Foto: dpa
In Holzlar wurde am Donnerstag vergangener Woche, in der Zeit von 10.30 bis 13.50 Uhr, in ein Mehrfamilienhaus auf dem Bergmeisterstück eingebrochen. Die Terrassentür ist gewaltsam geöffnet worden, anschließend durchsuchten die Einbrecher die Wohnung. Es entstand ein Sachschaden von mehreren hundert Euro. Entwendet wurde offensichtlich Bargeld im unteren dreistelligen Bereich.
In Schwarzrheindorf hebelten Unbekannte am Freitag zwischen 7 und 18.30 Uhr eine Terrassentür an einem Einfamilienhaus in der Grabenstraße auf. Der Sachschaden beträgt etwa 1000 Euro, und der Beutschaden (Schmuck und Elektro-Artikel) beträgt rund 500 Euro.
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In der Hammstraße in Geislar suchten unbekannte Tatverdächtige ebenfalls am Freitag – zwischen 7.30 und 18.45 Uhr – ein Einfamilienhaus auf. Auch hier drangen die Täter über die zuvor geöffnete Terrassentür ins Haus ein. Die Täter waren im Haus, wurden aber vermutlich gestört. Es wurde nichts durchwühlt und ebenfalls nichts entwendet. Sachschaden an der Tür etwa 1500 Euro.

Am Samstag – zwischen 16.30 und 17 Uhr – gelangten unbekannte Täter über eine offen stehende Balkontür in Limperich in eine Wohnung. Dort entwendeten sie einen Computer und verließen den Tatort wieder über den Balkon. Das Diebesgut hatte einen Wert von etwa 150 Euro.

Zu vier Einbruchsversuchen kam es in Niederholtdorf (Guardinistraße), Schwarzrheindorf (Werdstraße), Limperich (Küdinghovener Straße) und in Ramersdorf (An der Umkehr). Hier versuchten Einbrecher vergeblich, über die Terrassentür oder Wohnungstüren in die Wohnungen zu gelangen. Die Türen hielten offensichtlich aufgrund vorhandener Sicherungen stand. Ohne Beute zogen sich die Tatverdächtigen zurück, der Sachschaden beträgt über 1000 Euro.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und Spuren gesichert. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung und fragt: „Wer hat seit Donnerstag in den genannten Wohngebieten und Straßen verdächtige Personen feststellen können und Fahrzeuge bemerkt, die sonst nicht dort fahren?“ Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0228/150 entgegen.
Artikel vom 02.12.2013

Bilanz des Wochenendes: Vier Einbrüche und vier Einbruchsversuche in Beueler Stadtteilen | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/themen/einbrueche/Vier-Einbrueche-und-vier-Einbruchsversuche-in-Beueler-Stadtteilen-article1211119.html#plx476650728

Aktuell 16.11.2013:
Warnung vor Einbrechern: Minister: Lieber einmal mehr die Polizei anrufen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt in NRW. Innenminister Ralf Jäger startet deshalb am Montag eine Info-Kampagne. Beratungsteams der Polizei informieren Bürger, wie sie sich gegen Einbrüche schützen sollen.

Einbrecher bricht mit einem Brecheisen eine Haustür auf
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Um vier Prozent stieg die Zahl der Einbrüche zuletzt an

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Einbruch: Worauf Sie achten müssen: Servicezeit vom 24.10.2013 [Mediathek]

Die Kampagne steht unter dem Motto „Riegel vor! Sicher ist sicherer“. Ab Montag (18.11.2013) werde es erstmals eine landesweite Beratungswoche gegen Wohnungseinbruch geben, teilte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Samstag (16.11.2013) mit. Beratungsteams der Polizei seien zu diesem Zweck überall in NRW unterwegs, beispielsweise bei Bürgervereinen und auf Wochenmärkten. Sie informieren die Menschen kostenlos, wie sie ihre vier Wände gegen Einbrecher sichern können. „Jeder kann etwas tun, damit Einbrecher nicht in seine Privatsphäre eindringen. Das wollen wir in dieser Woche so vielen Menschen wie möglich vermitteln“, sagte der Minister.
Über 30.000 Einbrüche im ersten Halbjahr
http://www1.wdr.de/themen/panorama/einbrecher142.html

Aktionswoche Einbruchschutz: Post von der Polizei auf dem Sofa
Der Winter sei die „Jahreszeit der Einbrecher“, meint die Polizei in NRW und startet am Montag (18.11.13) eine „Aktionswoche Einbruchschutz“. Im ganzen Land können sich Bürger bei der Polizei beraten lassen – und werden teils auch unfreiwillig beraten. Die Aktion ist umstritten.
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Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt kontinuierlich zu
Gut möglich, dass in der nächsten Woche manch einer, der sein Fenster zur Straße auf Kipp ließ, plötzlich einen Zettel im Wohnzimmer findet, auf dem steht „Das hätte auch ein Einbrecher sein können!“. In Münster, St. Augustin oder Bonn beispielsweise sollen Polizisten solche Flyer durch geöffnete Fenster werfen. In zahlreichen Städten will die Polizei an Infoständen aufklären, in Kamen wird es eine Ausstellung zum Thema geben, Vorträge oder spezielle Verkehrskontrollen sollen Bürger darüber aufklären, wo es sich lohne, wachsam zu sein.
Wohnungseinbrüche nehmen zu
Die Zahl der Wohnungseinbrüche, sagt das Landeskriminalamt (LKA), sei im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um rund 7,54 Prozent auf 54.167 Fälle angestiegen. Damit setze sich ein Trend fort, der sich bereits seit Jahren abzeichnete. Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen waren nach LKA-Angaben Erwachsene, insgesamt knapp 16 Prozent waren Kinder und Jugendliche.
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Kommen nicht nur nachts: Einbrecher
Dadurch, dass die Täter meist mobil sind, gebe es kaum Schwerpunkte, vermeldet die Polizei NRW, betroffen seien fast alle Städte und Gemeinden. Entgegen landläufiger Meinung würde nicht nur nachts oder in Urlaubszeiten eingebrochen. Sehr häufig kämen Einbrecher gerade dann, wenn die Bewohner „nur mal kurz“ weg sind. Fast die Hälfte der Wohnungseinbrüche des vergangenen Jahres geschahen am Tag. Die Täter würden meist schnell vorgehen. Sind Fenster oder Türen mit guten Riegeln verschlossen, würden Einbrecher eher davon absehen, sie aufzubrechen, denn jede Verzögerung erhöhe das Risiko, entdeckt zu werden.
Polizei kommt mit Ermittlungen nicht nach
Die Gewerkschaft der Polizei in NRW (GdP) sieht die Aktionswoche zum Teil kritisch. Insgesamt sei das eine gute Idee, sagt GdP NRW-Vorsitzender Arnold Plickert, sie sei aber nicht ausreichend. Bei der Einbruchsprävention mangele es vor allem an Personal. Derzeit kämen die Beamten bei der Aufklärung von Einbrüchen kaum hinterher. Das bestätigt auch eine LKA-Statistik über die vergangenen fünf Jahre: Während die Zahl der gemeldeten Einbrüche von 38.000 auf rund 54.000 anstieg, dümpelte die Zahl der aufgeklärten Fälle zwischen rund 6.100 und 7.400.
Vor allem müsse es mehr unangemeldete Polizeikontrollen geben, meint Plickert. Bei stichprobenartigen Autodurchsuchungen auf Autobahnen würden Kollegen immer wieder zufällig auf Diebesgut stoßen. Auch mehr DNA-Analysen könnten nach Meinung des Polizeigewerkschafters häufiger dazu führen, dass Einbrecher gefasst werden.
Kritik aus der CDU
Kritik an der Aktionswoche, vor allem an der Idee des Flyereinwurfs, kam bereits aus der Landespolitik: Als „weiteren überflüssigen PR-Gag“ bezeichnet der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Theo Kruse, die Aktion, „die Polizei soll nicht unbescholtene Bürger überwachen, sondern Straftaten aufklären“.
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Stand: 18.11.2013, 06.00 Uhr
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Mehr zum Thema
• WDR 2 Quintessenz – Mit Apps und Fake TV gegen Einbrecher: Vorsicht Einbruch! (25.10.2013) [WDR 2]
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WDR 2 Quintessenz – Mit Apps und Fake TV gegen Einbrecher: Vorsicht Einbruch!
Von Franziska Noriega
Wenn die Tage kürzer werden, werden die Einbrecher dreister: Herbstzeit ist Einbruchszeit – die Kriminalstatistik belegt’s. Viele Menschen machen es den Dieben sogar sehr leicht, in ihre Wohnräume einzudringen. Dabei gibt es genügend Maßnahmen und Mittel, den Langfinger zu vertreiben. Es muss nicht immer die klassische Alarmanlage sein. Wie Eigentümer und Mieter das Haus oder die Wohnung schützen können – wir geben Tipps.
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Einbrecher hebelt Fenster auf
Die Tage werden kürzer und die Diebe deshalb dreister: Herbstzeit ist Einbruchzeit – das belegt die Kriminalstatistik. Anders als angenommen, kommen Langfinger oft schon in der Dämmerung. Haupteinbruchszeit ist zwischen 16 und 22 Uhr. Das Problem: Viele Menschen machen es den Dieben oft sehr leicht, in ihre Wohnumgebung einzudringen. Dabei gibt es genügend Maßnahmen und Mittel, das zu vermeiden. Dabei muss es nicht immer die klassische Alarmanlage oder die robuste Schließtechnik sein. Neben rein mechanischen Sicherungen gibt’s jede Menge elektronischer und digitaler Lösungswege – wir geben Tipps.
Mit Smartphone und Tablet gegen Einbrecher
Haus- und Wohnungseigentümer haben die Möglichkeit, von unterwegs zu erfahren, ob Zuhause alles in Ordnung ist. Moderne Funkalarmanlagen in Verbindung mit App-Zugriff können auch dieses Sicherheitsbedürfnis erfüllen. Sie sind relativ einfach zu bedienen und man kann sofort reagieren. via iPhone, iPad oder iPod Touch. Und so funktioniert’s: Nötig ist eine zertifizierte Funkalarmanlage. Diese lässt sich via App mit dem Smartphone oder Tablet vernetzen. Diese App funktioniert dann wie eine Fernbedienung. Das Alarmsystem kann dann beispielsweise scharf oder unscharf geschaltet werden. Auch der Zustand der Anlage lässt sich aus der Ferne jederzeit überprüfen. Die App ermöglicht zudem den direkten Zugriff auf eine angeschlossene Netzwerkkamera und überträgt sowohl Audio- als auch Videodaten.
Technische Spielereien als Attrappe
Eine Geschäftsreise, der Urlaub, oder das Familienwochenende – bei Abwesenheit gilt: Leben in die Bude bringen. Neben klassischen Mitteln wie der Zeitschaltuhr oder elektronischen Rollläden, gibt es vielerlei technische Spielereien. Nicht unbedingt notwendig, aber unter Umständen nützlich, denn die eine oder andere Attrappe verscheucht vielleicht wirklich den Dieb. Eine Möglichkeit: das so genannte Fake TV. Ein mit LED-Lampen ausgestattetes Gerät, das sich bei Dämmerung automatisch einschaltet. Wie eine Lichtorgel projiziert der falsche Fernseher täuschend echt die Film- und Szenenwechsel einer richtigen Flimmerkiste in den Raum. Kostenpunkt etwa 35 Euro. Ebenfalls interessant: Der elektronische Wachhund. Funktioniert via Bewegungsmelder und liegt preislich ähnlich.
Gefährliche Post in Netzwerken
Nutzer von Facebook, Twitter und Co. verkünden gerne im Netz, an welchem Ort sie sich aktuell befinden. Einbrecher haben das registriert und halten sich zunehmend in diversen Netzwerken auf, um nach potentiellen Einbruchmöglichkeiten zu suchen. Wer gerne viel von sich im Internet preis gibt, sollte entsprechend die Privatsphäre-Einstellungen der Foren einschränken. Bei Facebook könnten das beispielsweise die Einstellungen einer Gruppe sein.
Weitere Audios zum Thema
• Audio: Kriminologe: Die emotionale Belastung eines Einbruchs wiegt meist schwerer als der finanzielle Verlust (25.10.2013)
• Audio: Einbruchsopfer erzählen: „Es war ein Einbruch in mein Leben“ (25.10.2013)
• Audioplayer schließen: X Audio: Private Sicherheitsdienste boomen in NRW (25.10.2013)
Moritz Börner / Stefan Vogt, WDR 2
• Audio: Gewerkschaft der Polizei: Aufstockung des Personals könnte größere Erfolge bringen (25.10.2013)
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Stand: 25.10.2013, 00.00 Uhr

Einbrüche im Rhein-Sieg-Kreis
Polizei bietet Schulungen an

Von Ulrike Sinzel
RHEIN-SIEG-KREIS. Sie bohren mitten in der Nacht das Türschloss auf und räumen stundenlang Schubladen und Schränke aus: Wer das über Einbrecher denkt, liegt in den meisten Fällen ziemlich daneben. Das weiß Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Hoppe, der auf Schulungen oder in Einzelberatungen Bürger zum Thema Einbruchprävention berät.

Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Hoppe demonstriert, wie schnell ein nicht zusätzlich abgesichertes Fenster aufgehebelt werden kann. Foto: Ulrike Sinzel

Mit der dunklen Jahreszeit schnellen jährlich auch die Einbruchszahlen in die Höhe: um 30 Prozent. In Bornheim und Swisttal gab es jüngst wieder eine Serie von Einbrüchen. Die Polizei reagierte diese Woche mit Schwerpunktkontrollen in Bornheim, Rheinbach, Meckenheim, und Swisttal. Die Beamten überprüften mehr als 30 Fahrzeuge und rund 60 Personen – auch Fußgänger, Radfahrer und Bahnfahrer.

„Wir haben sowohl ortsansässige als auch immer mal wieder überörtlich agierende Täter, wegen der guten Autobahnanbindung“, beschreibt Pressesprecherin Polizeihauptkommissarin Daniela Lindemann die Situation in Bornheim.
Weitere Links

Ursula Brohl-Sowa stellte sich den Fragen der Bürger

Es gebe ein breites Maßnahmenpaket: „Nach jedem Einbruch gibt es eine Spurensuche durch Spezialisten und Bezirksdienstbeamte befragen das Umfeld, um so schnell wie möglich Hinweise zu erhalten.“ Mit den Präsenz- und Kontrolleinsätzen wolle die Polizei ein deutliches Signal setzen und potenzielle Täter erkennen.

Den einen typischen Täter gebe es aber nicht: „Das ist ein Spiegelbild der Bevölkerung“, sagt Hoppe. Anders als in vielen Filmen suggeriert, kommen die meisten Einbrecher aber nicht mitten in der Nacht, sondern zwischen 16 und 20 Uhr, verrät die Statistik: Weniger als fünf Prozent aller Einbrüche in Wohnungen und Mehrfamilienhäuser ereignen sich demnach in der Zeit zwischen Mitternacht und 6 Uhr.

„In dieser Zeit gibt es eher Einbrüche in Gewerbegebieten.“ Das liege daran, dass in Privatwohnungen nachts meist jemand zu Hause sei. „Und jemanden anzutreffen, das wollen Einbrecher auf jeden Fall vermeiden.“

Lange brauchen sie nicht, um ein ganz normales Fenster zu öffnen, selbst, wenn es ein kleines Schloss im Griff hat. Hoppe demonstriert das eindrucksvoll: In gerade einmal vier Sekunden hat er ein Fenster im Schulungsraum des Bonner Kriminalkommissariats aufgehebelt.

„Im Schnitt braucht ein Einbrecher zehn bis 15 Sekunden.“ Ein zusätzliches Schloss an Fenstern und Türen empfiehlt er daher ausdrücklich: „Für Fenster in Neubauten eignet sich die Widerstandsklasse RC 3; für Haustüren RC 2 oder RC 3.“ Diese zusätzliche Sicherung muss dann allerdings auch ordentlich angebracht werden: „Häufig werden die Schlösser selbst montiert und wichtige Befestigungsschrauben vergessen.“

Zu den häufigsten Fehlern bei der Wohnungssicherung gehöre außerdem: „Das Fenster gekippt lassen: Das führt zu 14 Prozent aller Einbrüche und wird versicherungstechnisch wie ein offenes Fenster betrachtet.“ Und: „Eine nicht abgeschlossene Haustür.“ Denn die Täter haben in wenigen Sekunden überprüft, ob ein Schloss die Tür absperrt. „Am besten wird eine Tür noch zusätzlich mit einem innenliegenden Pilzkopf verriegelt“, rät Hoppe.

Sind die Diebe erst einmal im Gebäude, nehmen sie am liebsten Bargeld und Schmuck mit, so die Erfahrung des Kriminalhauptkommissars. „Laptops werden fast nicht mehr gestohlen.“ Wer einen Einbrecher in seiner Wohnung hat, solle sich ihm auf gar keinen Fall in den Weg stellen: „Schneiden Sie ihm nie den Fluchtweg ab. Telefonieren Sie besser laut mit der Polizei – egal, ob Sie ein Telefon zur Hand haben oder nicht.“

Damit die Polizei schnell das richtige Haus finden könne, sei es wichtig, eine gut lesbare Hausnummer zu haben oder wenn nötig, die Anfahrt am Telefon zu beschreiben. Für die Spurensicherung sei es wichtig, den Tatort möglichst so zu lassen, wie er vorgefunden wurde.
SPD will Einbrüche in Bornheim thematisieren

Die jüngste Serie von Einbrüchen im Bornheimer Stadtgebiet sowie zurückliegende Delikte an privatem Eigentum rufen jetzt die SPD-Fraktion auf den Plan. „Diese Entwicklung gibt Anlass zu ernster Sorge. Gerade das Thema Sicherheit ist für alle Bürgerinnen und Bürger mit Recht ein Aspekt, der weit im Vordergrund steht“, findet der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Hanft.

Neben den materiellen Verlusten seien auch psychische Belastungen der Opfer zu nennen. Daher hat die SPD für die Sitzung des Hauptausschusses am 4. Dezember eine Anfrage gestellt.

Die Sozialdemokraten möchten darin wissen, wie die zuständige Polizeibehörde auf die Einbrüche reagiert, ob es Möglichkeiten gebe, dass die zuständige Polizeibehörde im Stadtgebiet Bornheim ihre Präsenz ausweitet (etwa durch zusätzliche Streifenfahrten), und welche präventiven Möglichkeiten zum besseren Schutz der Bürger ergriffen werden können. Hanft fordert außerdem: „Unter diesen Vorzeichen sollten alle Planspiele hinsichtlich möglicher Zentralisierungsmöglichkeiten der Polizeibehörden schnellstens beendet werden.“
Aktionswoche

Die Bonner Polizei bietet vom 18. bis 25. November die Aktionswoche „Einbruchschutz“ an und lädt für Mittwoch, 20. November, 11 Uhr, zur Diskussion und Information zum Thema „Opfer und Opferschutz“ ins Polizeipräsidium Bonn ein. Anschließend, bis 20 Uhr, gibt das Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz Tipps. Für Freitag, 22. November, 10 bis 12 Uhr, ist ein Infostand in Bornheim, Parkplatz Bauhaus/Porta, geplant.

Weiteres zur Kampagne „Riegel vor!“ unter 02 28/15 76 76 und http://www.bonn.polizei.nrw.de.
Artikel vom 15.11.2013

Einbrüche im Rhein-Sieg-Kreis: Polizei bietet Schulungen an | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/rhein-sieg-kreis/siegburg/Polizei-bietet-Schulungen-an-article1196067.html#plx2109595040

http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/rhein-sieg-kreis/siegburg/Polizei-bietet-Schulungen-an-article1196067.html

Organisierte Kriminalität
Die Steuermafia prellt den Staat um Milliarden
von Christian Ramthun

Die organisierte Kriminalität hat nach Prostitution und Drogenhandel ein neues Geschäftsfeld: Steuerbetrug. Mit einer eigenen Eliteeinheit rüstet der Zoll gegen eine steigende Gewaltbereitschaft auf.
Hohe Margen mit Fälschungen und Schmuggelware

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Schnaps
Wodka (0,7 Liter) 2,03 Euro
+ Branntweinsteuer 3,42 Euro
+ Umsatzsteuer 1,04 Euro
= Preis für 1 Flasche 6,49 Euro
Wer schmuggelt, kann mit 69 Prozent weniger kalkulieren.
Bild: REUTERS
Auch Ganoven haben in Deutschland Anspruch auf Nachtruhe. Und so wartete Marco Müller mit seinem Spezialkommando bis sechs Uhr, um die Wohnung von zwei Steuersündern in Mülheim an der Ruhr zu stürmen. Die Verdächtigen, zwei Türken, galten als Kopf einer Bande, die Bier- und Branntweinsteuern in Millionenhöhe hinterzogen hatte. Da die beiden Täter vermutlich bewaffnet waren, forderten die Zollbeamten für den Zugriff im Morgengrauen eine Spezialeinsatztruppe an. Kein SEK der Polizei und auch nicht die GSG 9 führte die Operation Lupus aus, sondern die ZUZ.

Die Chiffre steht für Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll. „Wir sind die Ultima Ratio als Service-Dienstleister beim Zoll“, erklärt Kommandoführer Müller seinen Job. Will heißen: Wenn es brenzlig wird, dann greift die rund 50 Mann starke Elitetruppe von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ein. Und brenzlig wird es immer öfter. „Wir beobachten eine zunehmende organisierte Kriminalität bei Zolldelikten“, sagt der parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk (CSU) und stellt gleichzeitig eine steigende Gewaltbereitschaft fest.
Gigantische Summen
Die ZUZ hat Schäuble indes nicht etwa aus seiner vorherigen Zeit als Bundesinnenminister mitgebracht. Die in Köln ansässige Truppe ist bereits seit 1998 als Sondereinheit des Zolls aktiv, wenn auch in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt. Der Zoll wiederum ist für Schäuble die (finanziell) wichtigste Verwaltung. 124 Milliarden Euro, also rund die Hälfte seiner Steuereinnahmen, flossen dem Bund im vorigen Jahr über die Zollverwaltung zu. Die größten Positionen waren dabei 40 Milliarden Euro Energiesteuer, 14 Milliarden Tabaksteuer, 7 Milliarden Stromsteuer und 52 Milliarden Euro Einfuhrumsatzsteuer.
Die gigantischen Summen locken das organisierte Verbrechen magisch an, Steuern im großen Stil zu hinterziehen oder gar den Fiskus anzuzapfen. Mafiabanden, die sich klassischerweise mit Drogen, Prostitution, Menschenschmuggel und Geldwäsche beschäftigen, diversifizieren ihre Geschäftstätigkeiten. Sie profitieren von der Liberalisierung, Globalisierung und dem Zusammenwachsen Europas genauso wie die reguläre Wirtschaft.
Immer neue Geschäftsmodelle kreieren die Kriminellen und nutzen dabei Deutschland nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch als logistische Drehscheibe für ihre internationalen Aktivitäten.
Der Zoll und die organisierte Kriminalität
• 50 Beamte
• 8500 Mannstunden
• 90 Prozent
• 572 Verfahren
• 80 Prozent
Zu den jüngsten Betätigungsfeldern zählt der Biermarkt, genauer gesagt: die Umgehung der Biersteuer. Auch die Gang um das türkische Führungsduo, das die ZUZ in Mülheim bei der Operation Lupus dingfest machte, mischte hier mit. Die Bande übernahm zu diesem Zweck zunächst eine marode Brauerei in Süddeutschland und ließ sich vom Hauptzollamt Karlsruhe ein Steuerlager für Bier, Branntwein und Wein bewilligen. Allein im zweiten Halbjahr 2012 soll es dann zu über 4000 Lkw-Transporten von unversteuertem Bier aus französischen Steuerlagern gekommen sein.
Doch die Lieferungen fanden offensichtlich nur fiktiv statt, wie der Zoll ermittelte. Die türkische Gang in Deutschland war lediglich für ein Täuschungsmanöver in einem großen europäischen Mafia-Deal zuständig, quasi als Subunternehmer. Sie nahm auf dem Papier die Ware ab, damit das Bier ganz offiziell „unter Steueraussetzung“ (so der Fachbegriff) und mit entsprechenden Dokumenten die französischen Steuerlager verlassen durfte.
Was an Flughäfen und am Hafen alles geschmuggelt wird

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Zigaretten
Alleine am Hamburger Hafen haben Zollfahnder 53 Millionen Schmuggelzigaretten sichergestellt – das ist der größte Fund in den vergangenen acht Jahren. Kurios ist dazu noch der Ort, wo sie versteckt waren: hinter einer Tarnladung aus Handtüchern.
Bild: dpa
Tatsächlich schmuggelte eine andere Bande, so der Verdacht, die Bierpaletten aus der Gegend von Calais nach Großbritannien. Dort ist die Biersteuer nämlich viel höher – und damit auch der Profit für die Mafia. Die einfache Rechnung lautet: Bei einer Lkw-Ladung mit 200 Hektoliter Bier würden in Deutschland nur 1800 Euro Biersteuer fällig, in Großbritannien hingegen rund 18.000 Euro, was also die zehnfache Marge bedeutet. Rund zehn Millionen Euro Schaden erlitt der britische Fiskus allein durch diesen einen Bier-Betrugsfall.
Die Lupus-Bande, die dafür ihr süddeutsches Steuerlager zur Verfügung gestellt hatte, bekam nach den Ermittlungen der Zollfahnder ungefähr 1400 Euro pro Sendung, oder richtiger: für die Erledigung eines fiktiven Verwaltungsvorgangs. Mit ihren illegalen Serviceleistungen dürfte die Bande über vier Millionen Euro erwirtschaftet haben – natürlich einkommensteuerfrei. Einen Teil des Geldes wuschen die türkischen Gangster über Juweliergeschäfte im Ruhrgebiet, einen anderen Teil schafften mehrere Kurierinnen auf dem Luftweg in die Türkei.
Nicht nur der britische, auch der deutsche Fiskus hatte bei der Lupus-Bande das Nachsehen, da sie zusätzlich (und tatsächlich) mit Schnaps dealte. Elf unversteuerte Branntweinsendungen ermittelte der Zoll „mit einem Steuerschaden von voraussichtlich mehreren Hunderttausend Euro zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland“.
Die Bier- und Schnapsmasche ist erschreckend simpel und zeigt, wie anfällig der europäische Binnenmarkt für das organisierte Verbrechen ist. Innerhalb der EU ist es nämlich möglich, verbrauchsteuerpflichtige Produkte unter Steueraussetzung zu transportieren, und zwar bis zum Bestimmungsland, wo dann letztlich die Besteuerung erfolgt. Voraussetzung für den steuerfreien Transport ist seit 2011 die Teilnahme am sogenannten „System zur Kontrolle der Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren“ (EMCS). Die EMCS-Papiere müssen die Spediteure auf ihren Touren dabei haben und bei Kontrollen vorlegen.
Mit welchen Urlaubs-Souvenirs man Ärger bekommt

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Wer Urlaub in den EU-Staaten macht, muss kaum Waren verzollen. Wer jedoch aus anderen Ländern heimreist, erwartet möglicherweise am Flughafen die große Überraschung: Die Beschränkungen bei Reisen in Nicht-EU-Länder sind allerdings ungleich schärfer. Sie gelten für Erwachsene (ab 17 Jahren). Für Kinder unter 15 Jahren liegt die Freigrenze für Waren bei 175 Euro.
Bild: dpa
1 Schein – 20 Touren
Bei der Bier-Masche werden zum Beispiel offiziell eine Lieferung nach Großbritannien und 19 nach Deutschland angemeldet (damit beim französischen Steuerlager am Ende die Bestandsstatistik stimmt). Tatsächlich fahren aber alle Lkws mit dem einen, 20 Mal ausgedruckten EMCS-Papier nach Norden. Im ohnehin schon wenig wahrscheinlichen Falle einer Kontrolle kann also jeder einen Beförderungsschein vorlegen; dass mehrere Lkws gleichzeitig überprüft werden und der Schwindel auffliegt, ist noch viel weniger wahrscheinlich.
Wie sehr das organisierte Verbrechen diese Schwächen ausnutzt, lässt sich nur erahnen. So hat sich die Zahl der Ermittlungsverfahren im Bereich der Verbrauchsteuern 2012 gegenüber 2010 auf 572 mehr als verdoppelt. In einem Lagebericht kommt das Zollkriminalamt zu dem alarmierenden Ergebnis: „Bei der (…) an Bedeutung gewonnenen Verbrauchsteuerkriminalität handelt es sich für die Tätergruppierungen, die der mittleren, schweren und organisierten Kriminalitätsstufe zuzurechnen sind, um ein besonders lukratives ,Geschäft‘ mit enormen Gewinnaussichten.“
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Die kuriosesten Flugzeug-Schmuggeleien

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Brathähnchen mit Drogenfüllung
Als nigerianische Zöllner den Reiseproviant eines Fluggastes am Flughafen Lagos kontrollierten dürften sie nicht schlecht gestaunt haben. Das Brathähnchen, das sie im Gepäck des Reisenden aus Brasilien fanden, war bis oben hin gefüllt mit Kokain. Ungefährer Wert: 120.000 Euro.
Bild: dpa
Die Zeiten, in denen Helmut und Marianne im 200er-Mercedes von Duisburg nach Venlo fuhren und dort wegen der niedrigeren Steuer Kaffee und Diesel bunkerten, sind schon lange passé. Sorgen bereiten dem Zoll auch nicht die Thailandurlauber, die ein paar Stangen Zigaretten und drei Flaschen Whisky im Gepäck schmuggeln.
Die krakenhafte Ausbreitung des organisierten Verbrechens im Bereich der Verbrauchsteuern schafft eine ganz neue Bedrohungslage für Deutschland. Die Schadenshöhen steigen für den Fiskus in exponentiellem Maße. Zur Professionalität kommt eine Gewaltbereitschaft hinzu, die bei Steuerdelikten bislang eher unbekannt war und die man bisher nur aus dem Drogen- und Rotlichtbereich kannte. Dies ist aber nicht wirklich verwunderlich, kommen viele Steuermafiosi doch aus diesem Milieu.
Im Konkurrenzkampf untereinander setzen sich offenbar bei den Steuerbetrügern diejenigen durch, die die höhere Gewaltbereitschaft aufweisen. Beim Zoll und beim Bundeskriminalamt beobachtet man einen regelrechten Verdrängungswettbewerb. Deutsche Ganoven werden von Ex-Jugoslawen ausgebootet, diese von Türken und die wiederum von Russen und anderen Ex-GUS-Staatsangehörigen.

Norbert Drude“Schmuggel quer durch ganz Europa“
Der Zollfahnder Norbert Drude über neue Geschäftsfelder der Mafia und die Reaktionen seiner Behörde.

Norbert Drude ist der Schreck der Schmuggler Quelle: dpa/Picture-Alliance
Ängstliche Ganoven
Der Gewaltdarwinismus schlägt sich bei den Einsätzen der Spezialeinheit des Zolls nieder. 90 Prozent der Täter seien inzwischen nicht deutscher Herkunft, schätzt ZUZ-Kommandoführer Müller. Die Verrohung erfasst dabei selbst die deutschen Kleinkriminellen bis zum Anabolika-Dealer in Mecklenburg-Vorpommern, der sich aus Angst, von der ausländischen Konkurrenz erledigt zu werden, nun auch bewaffnet. Für die ZUZ werde es dadurch noch gefährlicher, erläutert Müller, weil bei einem Zugriff viele Täter dächten, von einer rivalisierenden Bande überfallen zu werden. Aus diesem Grunde überklebten die ZUZ-Kräfte bei manchen Einsätzen ihre Zoll-Buchstaben durch die bekanntere Aufschrift „Polizei“.
Zwangsläufig nehmen die ZUZ-Anforderungen zu. Schäubles Eingreiftruppe musste in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 44 Einsätze mit 8500 Mann-Stunden durchführen, während es im gesamten Vorjahr nur 52 Einsätze mit 8400 Stunden waren. Inzwischen arbeiten die Einsatzbeamten am Limit. „Angesichts der permanent ansteigenden Einsatzanforderungen suchen wir händeringend nach geeigneten Bewerbern“, sagt Müller. An mangelnden Planstellen liegt es dabei nicht, die Soll-Stärke ist auf 62 Beamte festgelegt. Vielmehr sind die Ansprüche sehr hoch: Nur zehn Prozent der Bewerber überstehen das strenge Auswahlverfahren.
Der ZUZ-Kommandoführer analysiert die Arbeit seiner Truppe in der Backsteinkaserne in Köln-Dellbrück, wo früher belgische Soldaten stationiert waren und heute das Zollkriminalamt sitzt. Neben ihm steht an diesem Sommertag Staatssekretär Koschyk. Der Vertreter von Finanzminister Schäuble ist regelmäßig beim Zoll, um sich ein Lagebild zu verschaffen. Schließlich geht es um viele Milliarden Euro für den Fiskus.

UmsatzsteuerbetrugAkquirieren, Abkassieren, Abhauen

Der Steuermafia auf der Spur: Bundesfinanzminister Schäuble Quelle: Laif Marko Priske
Die rund 39.000 Zollbeamten, darunter 3500 Fahnder, arbeiteten in einem neuralgischen Bereich, meint Koschyk: „Deutschland als exportstarkes Land lebt von offenen Grenzen, gleichzeitig machen sich Verbrecher dies zunutze.“ Der Zoll müsse also „den Balanceakt“ vollführen, die Kriminellen herauszufischen, ohne Bürger und Unternehmen mit Kontrollen zu drangsalieren.
Einfach die Grenzen wieder dicht machen und dort massive Zollkontrollen einführen (wie es die USA seit dem 11. September 2001 tun) verbiete überdies schon das Schengener Abkommen. Trotzdem seien „Ausgleichsmaßnahmen“ erforderlich, sagt Koschyk. Dazu zähle, dass die Bundesregierung alte Überhangstellen an den Ostgrenzen nicht weiter abbaue. Zollbeamte würden an ihren alten Standorten – „auch familienschonend“, wie Koschyk betont – neue Einsätze erhalten, um den Schmugglern vor Ort das Leben schwer zu machen.
Rasterfahnder
Daneben setzt die Regierung auf internationale Kooperation und elektronische Kontrollen. Deutsche Zollbeamte treffen sich regelmäßig mit ausländischen Kollegen und bauen offizielle wie persönliche Kontakte auf. Selbst mit China gebe es inzwischen gute Beziehungen, sagt Koschyk. Wo die Gespräche etwa über Produktfälschungen vor ein paar Jahren noch ruppig gewesen seien, gehe es heute konstruktiv zu – sicher auch, weil chinesische Firmen mittlerweile selbst von Plagiaten geschädigt würden.
Derweil versucht der Zoll, den Warenverkehr elektronisch zu erfassen. In Weiden in der Oberpfalz hat das Zollkriminalamt im vergangenen Jahr eine Zentrale für Sicherheitsrisikoanalysen eröffnet. Noch bevor Ware auf dem Transportweg das Zollgebiet der Europäischen Union erreicht, analysieren dort 50 Beschäftigte rund um die Uhr potenzielle Risiken und informieren im Verdachtsfall die Zöllner an den Flug- und Seehäfen.

Berlin internMinister wollen für den Zoll nicht zahlen
Wer bestellt, muss auch bezahlen – diesen einfachen und fairen Grundsatz wollen die Bundesminister untereinander nicht gelten lassen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble streitet mit seinen Amtskollegen über die Bezahlung von Zoll-Einsätzen. Der Streit schwelt schon seit Jahren. Quelle: dapd
Doch bei mehr als 100 Millionen Zollabfertigungen allein im Geschäft mit Nicht-EU-Staaten ist dies ein schwieriges Unterfangen. Schwächen der elektronischen Rasterfahndung sind offenkundig. Zum einen erfasst sie nur Lieferungen aus Drittländern. Zum Zweiten sind die monatlich rund eine Million Eingangsmeldungen mit ungefähr 2,3 Millionen Positionen eine riesige Menge. Und zum Dritten sucht und findet die Mafia immer neue Geschäftsmodelle und Vertriebswege, die sich dem bisherigen Fahndungsraster entziehen und hinter die die Staatsgewalt erst kommen muss.
Besonders en vogue sind bei den modernen Al Capones in jüngster Zeit offenbar Heiz- und Kraftstoffe. Zumindest weist die Kriminalstatistik hier einen starken Anstieg aus, gut 80 Prozent aller Ermittlungsverfahren bei Verbrauchsteuerdelikten beziehen sich hierauf. Der Grund ist simpel: die hiesige Dieselsteuer von knapp 49 Cent pro Liter. Bei einem 38-Tonnen-Tanklaster geht es damit um über 18.000 Euro – eine große Verlockung für das Verbrechen. Und getreu dem Motto „Klotzen, nicht kleckern“ setzt die Mafia nicht nur Lkws ein, sondern mittlerweile auch Tankschiffe.
Die Verstecke der Schwarzgeld-Schmuggler

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„Haben Sie Bargeld dabei?“
Zöllner kontrollieren stichprobenartig, ob Reisende hohe Bargeldsummen im Gepäck haben. Die Kontrollen können direkt am Grenzübergang stattfinden, aber auch durch mobile Einsatztrupps, die einige Kilometer im Landesinneren lauern. Wer mehr als 10.000 Euro dabei hat, muss dies den Zöllnern mitteilen. Wenn Reisende schweigen und die Ermittler trotzdem hohe Summen finden, informieren sie per Kontrollmitteilung das Finanzamt des Betroffenen.
Bild: Hauptzollamt Ulm
Eine Masche ist, Dieselkraftstoff als „technische Öle“ (etwa Rostreiniger oder Schalungsöl) zu deklarieren. Der Sprit kann dann gänzlich ohne steuerliche Überwachung – oft aus osteuropäischen Ländern als Ausgangsbasis – nach Deutschland transportiert werden.
Die traditionelle Methode ist hingegen, das nur mit sechs Cent pro Liter versteuerte Heizöl als Kraftstoff zu verwenden. Die Professionalität der Täter nimmt auch hier zu. So betreibt die Mafia inzwischen Entfärbungsanlagen in einigen EU-Ländern, in denen dem ordnungsgemäß gekennzeichneten Heizöl der Farbstoff entzogen wird, um es optisch unverdächtig an reguläre Tankstellen zu vermarkten. Auch in Deutschland hat der Zoll bereits Versuchsanlagen aufgespürt.
Kein Schuldgefühl
Absoluter Klassiker bleiben bei den Banden allerdings Zigaretten. Hohe Steuern und Millionen Kunden ohne Schuldgefühl machen das Geschäft lukrativ – und für den Staat bedrohlich. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Auftrag des Tabakkonzerns Philip Morris wird mehr als jede fünfte Zigarette in Deutschland steuerfrei geraucht, insgesamt 21 Milliarden Stück; knapp die Hälfte davon wird allerdings legal eingeführt. Die illegalen zwölf Milliarden Glimmstängel verursachen laut KPMG einen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro zulasten des Bundes.
Eindeutiger Schwerpunkt in dieser Sparte des Verbrechens sind die neuen Bundesländer. Fast jede zweite Kippe hat hier keine Steuerbanderole. Vietnamesische Straßenhändler dominieren das Geschäft, die je nach familiären Bindungen oder regionaler Herkunft organisiert sind. Den hohen Gewinn nutzen die Banden, so die Erkenntnisse der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Zigarettenhandel vom Berliner Landeskriminalamt, dem dortigen Zollfahndungsamt und der Bundespolizei, um auch in andere Bereiche wie Menschen-, Waffen- und Rauschgifthandel zu investieren.

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Dramatisch ist die Diversifizierung in Crystal Meth, eine hochgefährliche Designerdroge, die billig herzustellen ist, sofort abhängig macht und ihre Konsumenten binnen kürzester Zeit in menschliche Wracks verwandelt. Die meisten Crystal-Meth-Küchen befinden sich offenbar in Tschechien, wo bisher auch der Verkauf hauptsächlich stattfand. Doch über die Vietnamesen-Connection gelangt das weiße Teufelszeug nun direkt nach Berlin. Auch aus diesem Grunde sollen die alten Grenzzöllner nicht weiter aus dem Osten abgezogen werden.
Der Kampf gegen Drogen- und Zigarettenschmuggler ähnelt dem Kampf gegen die Hydra. Kaum sind Dealer verhaftet und Netze zerschlagen, treten andere an ihre Stelle. Nachfrage und Profit sind einfach übermächtig. Und als dirigiere die von Adam Smith beschriebene unsichtbare Hand auch den Schwarzmarkt, finden Produzenten, Groß-, Zwischen- und Einzelhändler sowie Konsumenten immer wieder zueinander.

Schengen-ReformEU-Länder dürfen Grenzen dicht machen
Bei einem Ansturm von Einwanderern soll ein EU-Land seine Grenzen schließen dürfen. So der Wunsch Deutschlands. Nach langem Streit hat sich die EU nun auf eine Reform des Schengen-Raums geeinigt.

Künftig darf es an EU-Grenzen Kontrollen geben, wenn zu viele illegale Einwanderer ins Land kommen. Quelle: dpa
Bei chinesischen Schmuggelzigaretten sorgten Erfolge der Zollfahnder beispielsweise dafür, dass die Banden ihre Logistik änderten. Um die Herkunft zu verschleiern, werden Stationen in Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten zwischengeschaltet. Manche Banden meiden den vergleichsweise streng kontrollierten Hamburger Hafen, das deutsche Tor nach Asien. Sie landen ihre Konterbande in anderen EU-Häfen an und nutzen dann die Freizügigkeit des innergemeinschaftlichen Warenverkehrs. „Seit 2011 mehren sich die Hinweise (…), dass das EMCS-Verfahren europaweit genutzt wird, um nun auch Zigaretten in den Schwarzmarkt zu bringen“, heißt es in einem Lagebericht des Zollkriminalamtes.
Das organisierte Verbrechen schippert inzwischen seine Tabakwaren en gros über die Flüsse. Am Oder-Havel-Kanal beispielsweise enterte ein ZUZ-Kommando einen Frachter, voll beladen mit Zigaretten aus Polen. Die Stangen wurden gerade auf Lkw-Sprinter umgeladen, um anschließend im Ameisenverkehr in Berlin verkauft zu werden.
Ihre logistische Leistungsfähigkeit beweist die Mafia schließlich auch bei Luxustaschen, Markenkleidung oder Autoersatzteilen – alles natürlich gefälscht. „Besonders in der Ferienzeit werden die Produktpiraten aktiv“, sagt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, und meint damit den Verkauf von Sonnenbrillen, Zigaretten, Parfüms, T-Shirts oder Jeans in den Urlaubsregionen. Bedenklich ist dabei die verbreitete Akzeptanz dieser Kriminalität: 40 Prozent der unter 35-Jährigen kaufen bewusst Plagiate, ermittelte die Wirtschaftsprüf- und Beratungsgesellschaft EY in einer europaweiten Umfrage.
Die meisten Kunden aber werden schlicht getäuscht. Volker Bartels von der Firma Sennheiser berichtet von ahnungslosen Kunden, die erbost klangschwache Kopfhörer einschickten, welche sich dann bei der Überprüfung als billige Imitationen erwiesen. Zum Umsatz- kommt der Rufschaden hinzu. Sennheiser geht deshalb dazu über, seine Waren mit QR-Codes zu versehen. Mittels Smartphone können Käufer dann bei einer Datenbank abfragen, ob es sich tatsächlich um einen Original-Kopfhörer handelt.
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Besonders wichtig ist für Bartels, der auch Vorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) ist, dass sich mehr Unternehmen aktiv dieses Problems annehmen und die Zusammenarbeit mit dem Zoll suchen – von der Grenzbeschlagnahme über Schulungen zum Erkennen von Fälschungen bis hin zu Tipps für Razzien.
Für das organisierte Verbrechen sind dies jedoch kaum mehr als Nadelstiche. Und wo Zoll und ZUZ an die Grenzen ihrer Zuständigkeitsbereiche gelangen, hört die Mafia noch lange nicht auf. Längst agiert sie auch in anderen Sphären des (steuerlichen) Verbrechens und prellt Finanzbehörden mit getürkten Karussellgeschäften um Milliarden.
Gewinnträchtige Alternativen gibt es für die Mafia in offenen Gesellschaften und globalen Wirtschaftskreisläufen stets zur Genüge. Der Staat hinkt immer einen Schritt hinterher.
• Seite 1: Die Steuermafia prellt den Staat um Milliarden
• Seite 2: Zehnfache Marge
• Seite 3: Krakenhafte Ausbreitung des organisierten Verbrechens
• Seite 4: Kriminelle herausfischen
• Seite 5: Professionalität nimmt zu
• Seite 6: Tabakwaren auf Flüssen
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/organisierte-kriminalitaet-die-steuermafia-prellt-den-staat-um-milliarden-seite-all/8616262-all.html

6 Gedanken zu “Kriminalität/BigData

  1. Sicher Bonn sagt:

    Sicherheit in Meckenheim
    Polizeipräsidentin Brohl-Sowa schreibt Bürgergruppe

    MECKENHEIM. Post von der Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa haben Volker Wenthe und Peter Dunkel von der Bürgerprojektgruppe „Sicherheit in Meckenheim“ bekommen. Vorausgegangen war ein Schreiben der Gruppe an NRW-Innenminister Ralf Jäger, in dem sie eine „verbesserte Polizeipräsenz“ und eine „ehrliche Information über Sicherheitsvorkommnisse“, insbesondere Einbrüche, forderten.

    Mit Blick auf die Präsenz der Polizei verweist Brohl-Sowa in ihrem Schreiben, das dem GA vorliegt, auf die Meckenheimer Wache und den ergänzenden Streifendienst im Wagen sowie zu Fuß und teils in zivil, auf die neue Ordnungspartnerschaft und Sondereinsätze in der „dunklen Jahreszeit“.

    Gerade in Meckenheim gebe es vor dem Hintergrund der hohen Fallzahlen 2012 ein Bündel von Maßnahmen, um die Einbruchskriminalität wirksam zu bekämpfen und die Bevölkerung aufzuklären, so Brohl-Sowa. Zur Berichterstattung der Behörde führt die Polizeipräsidentin aus, dass die Bonner Polizei auf eine offensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wohnungseinbruch setze, mit Hilfe von Pressemeldungen, Fahndungen und gezielten öffentlichkeitswirksamen Aktionen.

    Sie weist aber auch darauf hin, dass die Polizeipressestelle grundsätzlich „eine konkrete redaktionelle Prüfung der polizeilichen Sachverhalte mit Blick auf eine mögliche Veröffentlichung“ vornehme. Dabei spielten neben etwa Datenschutz- und Persönlichkeitsrechten sowie polizeitaktischen Hintergründen auch „die Prüfung und Abwägung hinsichtlich einer möglichen Stigmatisierung einer Kommune durch eine behördliche Berichterstattung“ eine Rolle.

    Das Kernteam der Bürgergruppe ist nach Angaben von Wenthe mit der Antwort der Polizeipräsidentin unzufrieden. So sei man mehrheitlich der Auffassung, dass die Polizei nicht berechtigt sei, die Berichterstattung unter dem Gesichtspunkt einer „Vermeidung der Stigmatisierung von Kommunen“ zu gestalten.

    Ein entsprechendes Schreiben werde derzeit an die rund 160 Mitstreiter für mehr Sicherheit in der Stadt verschickt, so Wenthe. Es sei auffällig, dass in Meckenheim mehrere Einbrüche von der Polizei nicht veröffentlicht worden seien. Stattdessen sei das Gefühl vermittelt worden, dass in der Stadt Ruhe eingekehrt sei und dort nichts mehr passiere, sagte Volker Wenthe dem GA.

    Brohl-Sowa verweist derweil in ihrem Schreiben darauf, dass eine Serie von Straftaten in einem zeitlich begrenzten Raum keinen Rückschluss auf die gesamte jährliche Kriminalitätsentwicklung zulasse. Daher wäre eine „permanente undifferenzierte Medienberichterstattung durchaus fragwürdig“. Selbstverständlich werde die Meckenheimer Bevölkerung jedoch bei einer Steigerung des Fallzahlenaufkommens gewarnt.

    Artikel vom 22.10.2013

    Sicherheit in Meckenheim: Polizeipräsidentin Brohl-Sowa schreibt Bürgergruppe | GA-Bonn
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/rhein-sieg-kreis/meckenheim/Polizeipraesidentin-Brohl-Sowa-schreibt-Buergergruppe-article1177767.html

  2. Sicher Bonn sagt:

    Wohnungseinbrüche binnen 30 Jahren fast verdoppelt:
    Die registrierte Kriminalität ist in NRW in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 40 Prozent gestiegen. Wurden 1980 noch gut eine Million Straftaten gezählt, waren es 2012 bereits 1,5 Millionen. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hervor, die am Donnerstag (24.10.2013) bekannt wurde. Im gleichen Zeitraum sei auch die Aufklärungsquote gestiegen – von 40 auf 49 Prozent. Die Zahl der Wohnungseinbrüche verdoppelte sich von 26.000 auf mehr als 54.000. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich habe sich fast halbiert. Außerdem sind fast fünfmal mehr Betrügereien und fast dreimal mehr Drogendelikte in den vergangenen 30 Jahren registriert worden.

    Der Anteil der ausländischen Verdächtigen vervierfachte sich von 1980 mit acht Prozent auf 35 Prozent im vergangenen Jahr. Experten hatten in der Vergangenheit einen Zusammenhang mit der Abschaffung der Visa-Pflicht für einige südosteuropäische Länder ausgemacht. Seit 1980 habe es allerdings bei schweren Diebstählen einen Rückgang von fast 25 Prozent gegeben. Von 56.000 Betrugsfällen vor gut 30 Jahren auf 264.000 im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Betrügereien fast verfünffacht – das allein mache etwa die Hälfte des gesamten Kriminalitätsanstiegs aus.
    http://www1.wdr.de/themen/infokompakt/nachrichten/nrwkompakt/nrwkompakt21670.html

  3. Sicher Bonn sagt:

    25. Oktober 2013
    Zahl der Einbrüche steigt Feind in der Wohnung
    München: Von Januar bis Oktober zählte die Polizei bereits 1065 Einbrüche in München. Um den Dieben auf die Spur zu kommen, wollen die Beamten nun Personen- und Verkehrskontrollen ausweiten – und sie setzen auf die Mithilfe der Bürger.
    Von Florian Fuchs

    Die Zahl der Wohnungseinbrüche in München steigt rapide an. „Der Einbruch boomt“, warnt Polizeivizepräsident Robert Kopp. Allein im Jahr 2012 gab es 17,3 Prozent mehr Einbrüche in Häuser und Wohnungen als im Jahr zuvor – und die Zahl der Delikte steigt weiter. Während Diebe früher vor allem in den dunklen Jahreszeiten Herbst und Winter aktiv waren, bleiben die Zahlen laut neuesten Statistiken inzwischen ganzjährig auf hohem Niveau. Die Polizei will nun Maßnahmen ergreifen, um der Entwicklung gegenzusteuern.
    Neben Präventionsprojekten für Münchner und einer engeren Vernetzung mit Polizeibehörden vor allem aus osteuropäischen Staaten sollen Streifenpolizisten, unterstützt durch Fachkräfte, künftig verstärkt Präsenz zeigen – und auf den Straßen vermehrt Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger überprüfen. „Einbrecher müssen ständig damit rechnen, kontrolliert zu werden“, sagt Kopp.
    Im Jahr 2010 erfassten die Statistiker für München und den Landkreis 981 Einbrüche in Wohnräume. 2011 waren es bereits 1035, im vergangenen Jahr dann schon 1214. Von Januar bis 22. Oktober diesen Jahres zählte die Polizei bereits 1065 Einbrüche. „Auch bei Aufbrüchen von Kellern und Büros steigen die Zahlen, wenn auch nicht in so hohem Maße“, berichtet Kopp.
    Die Aufklärungsquote für Wohnungseinbrüche schwankte in den vergangenen Jahren zwischen 14 und 23 Prozent. Laut Thomas Fichtner, Leiter des Kriminalfachdezernats für Einbruchskriminalität, gibt es aber keine Brennpunktviertel in der Stadt. „Oft sagen Leute, dass bei ihnen nichts zu holen sei und deshalb nicht eingebrochen werde“, sagt Fichtner. „Das stimmt aber nicht. Eingebrochen wird überall, niemand kann sich sicher sein.“

    Das Polizeipräsidium will deshalb nun Verkehrs- und Personenkontrollen ausweiten und gezielt dazu nutzen, Einbrechern auf die Spur zu kommen. Wenn etwa Autofahrer bei Tempokontrollen angehalten werden, sollen künftig häufiger Zivilfahnder oder Experten vom Fachdezernat dabei sein.
    In den vergangenen Wochen hatte die Polizei mit dieser Taktik Erfolg: In Giesing kontrollierten Polizisten ein Fahrzeug, dessen Insassen gefälschte Pässe und Einbruchswerkzeug dabei hatten. In einem anderen Wagen bemerkten die Beamten bei einer Überprüfung, dass einer der Beifahrer ein polizeibekannter Täter ist. „Wir bitten die Bürger um Verständnis für die verstärkten Kontrollen“, sagt Kopp. Die Beamten seien instruiert, die Überprüfungen so reibungslos wie möglich zu gestalten und niemanden über Gebühr zu strapazieren.
    „Sicher wohnen in München“
    Eine Erklärung für den drastischen Anstieg der Einbrüche hat das Präsidium nicht. Auffällig sei, dass viele Banden aus Osteuropa in München unterwegs seien. Das „Wohlstandsgefälle“ zwischen den Ländern und der Bundesrepublik könne aber nur ein Aspekt sein, erläutert Kopp.
    Bei der Herbsttagung der Polizeipräsidenten der mittel- und osteuropäischen Hauptstädte sei klar geworden, dass die Zahl der Einbrüche auch in den anderen Ländern angestiegen sei, teilweise sogar noch drastischer als in München. Für die nächste Tagung im Frühjahr in Wien haben die Polizeipräsidenten die gemeinsame Bekämpfung des Einbruchsdiebstahls deshalb ganz oben auf die Agenda gesetzt.
    Im Zuge einer Aktionswoche unter dem Motto „Sicher wohnen in München“ schaltet die Polizei von Sonntag an außerdem Infofilme in Bahnhöfen und bietet an zentralen Plätzen in München Beratungsstellen an, die informieren, wie man Wohnungen besser gegen Einbrüche sichern kann. „Den Tätern wird es oft zu leicht gemacht“, sagt Arno Helfrich vom Kommissariat für Prävention. Eine normale Terrassentür zu knacken koste einen Einbrecher im Schnitt drei Sekunden.
    Die Polizei will Bürger aber auch dafür sensibilisieren, öfter die Polizei zu alarmieren. Bei 40 Prozent aller Einbrüche bleibt es beim Versuch, weil Alarmanlagen oder Zeugen die Einbrecher störten. „Wer etwas Ungewöhnliches beobachtet, soll lieber einmal zu viel die Polizei rufen“, sagt Kopp. „Wir sind auf die Mithilfe angewiesen.“
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/zahl-der-einbrueche-steigt-feind-in-der-wohnung-1.1804240

  4. Sicher Bonn sagt:

    Warnung vor neuem Trick
    So kundschaften Einbrecher Häuser aus

    SIEBENGEBIRGE. Vor einem Trick, mit dem Einbrüche in Wohnhäuser vorbereitet werden, warnt die Polizei: Die Täter klemmen in die Eingangstür von Einfamilienhäusern, deren Bewohner augenscheinlich verreist sind, kleine Plastikstreifen. Wenn diese bei einer Kontrolle einige Tage später noch an derselben Stelle sind, ist offenbar niemand im Haus.
    So häufig wird in die Wohnungen der Region eingebrochen
    So schützen Sie sich vor einem Einbruch
    Liegen die Plastikteile auf dem Boden oder sind sie ganz verschwunden, wurde die Tür in der Zwischenzeit geöffnet – offenbar ist jemand zu Hause. Beobachtet wurde dieses Vorgehen inzwischen mehrfach in der Region.

    Die Polizei bittet darum, das Auffinden solcher unscheinbaren Plastikteile sofort zu melden. Das gilt auch für Beobachtungen, die verdächtig erscheinen. Autokennzeichen und Personenbeschreibungen sollten notiert werden. Im Verdachtsfall sollte ohne Zögern die Notrufnummer 110 gewählt werden.

    Artikel vom 07.01.2014
    Warnung vor neuem Trick: So kundschaften Einbrecher Häuser aus | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/themen/einbrueche/So-kundschaften-Einbrecher-Haeuser-aus-article1236485.html#plx37377292

  5. Sicher Bonn sagt:

    Bad Godesberg
    Schule warnt vor Bandengewalt – Ako-Schüler werden Ziel von Angriffen

    Von Rüdiger Franz
    BAD GODESBERG. An zwei Abenden hatte sich die Polizei am Wochenende gezwungen gesehen, in der Godesberger Innenstadt resolut gegen Jugendliche vorzugehen, die gegenüber Passanten und Polizisten aggressiv, beleidigend und handgreiflich geworden waren.

    Recherchen dieser Zeitung zufolge stehen die Ausschreitungen im Zusammenhang mit Angriffen auf Schüler des Aloisiuskollegs, zu denen es zuletzt wiederholt gekommen war.

    Davon, wie ernst das Thema an der Schule genommen wird, zeugt derweil ein Elternbrief. Darin informiert die Ako-Internatsleitung über die „unruhige und ernste Situation um Gewaltvorfälle in Bad Godesberg“. Seit etwa fünf, sechs Wochen gebe es vermehrt gewalttätige Übergriffe gegen interne wie externe Schüler der Ako-Oberstufe: Auflauern im Stadtpark, Auflauern an Bushaltestellen, Randale vor Kneipen in Bad Godesberg, zweimalige Verfolgung der Jugendlichen bis aufs Schulgelände und Drohungen, so die Aufzählung. Schwerwiegend verletzt wurde dem Bericht zufolge bislang niemand, auch seien in dem Kontext bislang keine Fälle von Raub, Diebstahl oder Sachbeschädigungen aufgetreten.

    Bad Godesberg: Schule warnt vor Bandengewalt – Ako-Schüler werden Ziel von Angriffen | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
    Bad Godesberg:*Schule warnt vor Bandengewalt – Ako-Schüler werden Ziel von Angriffen | GA-Bonn

  6. Sicher Bonn sagt:

    Der große Bluff – was der Krieg der USA gegen den Terror gebracht hat
    Es ist Zeit, den großen Bluff eines bevorstehenden terroristischen Weltuntergangs zu beenden. Bushs „Antiterrorkrieg“ war ein alles in den Schatten stellender Terroranschlag auf die muslimische Welt…
    Der sogenannte islamistische Terrorismus wird hierzu als gigantische existenzielle Dauerbedrohung für die westliche Zivilisation dargestellt. Doch die offen zugänglichen Terrorismus-Zahlen von Global Terrorism Database, einem vom US-Heimatschutzministerium geförderten „Exzellenz-Zentrum“, bestätigen diesen Alarmismus nicht…
    Insgesamt bedrohen „gewöhnliche Morde“ und organisierte Kriminalität den Westen erheblich mehr als der Terrorismus. Von 1970 bis 2012 wurden in den USA und Westeuropa 8131 Menschen durch die verschiedensten Arten von Terrorismus getötet. Das ist viel. Doch mehr als eine Million starben durch „gewöhnlichen Mord“. Wir leben nicht im Zeitalter des Terrorismus, sondern im Zeitalter einer gigantischen Irreführung der Öffentlichkeit.
    Quelle: Berliner Zeitung
    Ps. was wir schon immer wussten!

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